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Der Pleitegeier geht um

Montag, 03. Dezember 2001, 19:20 Uhr
Nordhausen (nnz). „Dem Thüringer Mittelstand droht in diesem Jahr wiederum ein trauriger Rekord bei den Unternehmensinsolvenzen. Hauptursache ist die zu geringe Eigenkapitalausstattung der Unternehmen als Folge der schlechten Zahlungsmoral und der konjunkturellen Talfahrt. Der BVMW mit Forderungen.


„Die Bundesregierung hat es in der Hand, durch Vorziehen der nächsten Stufe der Steuerreform die Insolvenzwelle zu stoppen“, erklärte der Kreisgeschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Volker Beiersdorf. Es sei bedenklich, wenn die Rechnungstreue gewerblicher und öffentlicher Schuldner auch lange nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Verbesserung der Zahlungsmoral weiter abnehme. Da die geltende Regelung zur Beschleunigung des Zahlungsverkehrs offenbar nicht greift, fordert der BVMW von der Bundesregierung, kurzfristig weitere Maßnahmen zur Besserung der Zahlungsmoral zu ergreifen.

„Wir begrüßen, dass der Bundeskanzler die Sicherung der Kreditfinanzierung des unternehmerischen Mittelstandes in Zusammenhang mit Basel II zur Chefsache gemacht hat“, betonte der Thüringer Mittelstandsvertreter. Nun müsse der Bundeskanzler zur Verbesserung der Liquidität der Betriebe auch deren steuerliche Entlastung durch ein Vorziehen der nächsten Stufe der Steuerreform im eigenen Kabinett durchsetzen und die Bauabschlagsbesteuerung (siehe hierzu auch im nnz-Archiv) sofort außer Kraft setzen. Erhielten die Unternehmen der Bau- und Ausbaubranche vom zuständigen Finanzamt keine Befreiung von der ab 01.01.2002 geltenden Bauabschlagsbesteuerung, so seien weitere existenzbedrohende Liquiditätsprobleme unausweichlich, warnt Beiersdorf die Bundesregierung. Schließlich hänge sowohl der Erhalt der Unternehmen im gegenwärtigen Konjunkturabschwung und die Sicherung der Arbeitsplätze unmittelbar von der Stärkung der Eigenkapitalbasis der mittelständischen Unternehmen ab.
Autor: nnz

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