nnz-Interview: Noch mal Bock?
Montag, 24. April 2006, 07:12 Uhr
Nordhausen (nnz). Er steht seit Wochen im Sperrfeuer der linken Parteien im Landkreis Nordhausen. Er war selbst in seiner Partei nicht immer beliebt. Trotzdem will Joachim Claus wieder Landrat werden. Will er überhaupt gewählt werden? Diese und andere Fragen stellte die nnz dem CDU-Politiker in einem Gespräch.
nnz: Herr Landrat, wollen Sie nicht wiedergewählt werden?
J. Claus: Warum?
nnz: Sie schaffen dem politischen Gegner mit den Verbeamtungen und mit der Wappen-Geschichte immer neue Angriffsflächen. Haben Sie keinen Bock mehr aufs Regieren?
J. Claus: Zum einen: Ich bin von meiner Partei nominiert worden und will die Wahl natürlich gewinnen. Zum anderen: Ich bin, ehrlich gesagt, ziemlich erschüttert über das Verhalten meiner Stellvertreterin Frau Krauth. Vermutlich haben die SPD und die Linkspartei das Beamtenrecht nicht richtig interpretiert, schließlich handelt es sich nicht um Neueinstellungen. Vielleicht aber hätte ich noch vier Wochen mit den Ausschreibungen warten sollen. Unterm Strich bleibt jedoch, dass ich von Frau Krauth und Frau Grünwald sehr enttäuscht bin. Die Sache mit dem Wappen, die ist für mich einfach zu lächerlich, um mich weiter damit zu befassen, auch Frau Keller hat die Verwendung frei gestanden. Sie hätte nur fragen müssen.
nnz: Was sagen Sie eigentlich zu Ihrer Herausforderin von der linken Seite?
J. Claus: Wenn man sich die großen Plakate von Frau Keller genau betrachtet, dann bekommt man den Eindruck, dass die Frau 1990 in ihren Ansichten stehen geblieben ist. Da ist von einem Kreis Nordhausen zu lesen. Seit 1990 leben wir jedoch im Landkreis Nordhausen.
nnz: Es gab in den zurückliegenden Monaten und Jahren immer wieder Angriffe vom politischen Gegner. Warum wollen Sie sich das noch mal sechs Jahre lang antun?
J. Claus:Wenn man eine Arbeit 16 Jahre macht, dann könnten einige meinen, es ist Zeit für einen Wechsel. Doch in diesem Job will man Begonnenes auch zu Ende bringen.
nnz: Was zum Beispiel?
J. Claus: Da ist unter anderem der Ausbau des Berufschulzentrums an der Morgenröthe, da sind weitere Investitionen im schulischen Bereich, trotz knapper werdender Mittel.
nnz: Konkreter bitte...
J. Claus: Ich denke dabei vor allem an notwendige Verbesserungen im Förderzentrum Pestalozzi. Ich denke auch an die Erfüllung des Wunsches der Ellricher nach einer modernen Schulsporthalle. Natürlich soll auch die Wirtschaft weiter vorangebracht werden, wobei hier die Politik nur wenig Spielraum hat. Eine soziale und gesamtgesellschaftliche Herausforderung hingegen wird die Integration der Hartz-IV-Betroffenen in die Gesellschaft werden. Da wird in den kommenden Jahren die kommunale Politik gefragt sein, nicht nur wegen der steigenden Kosten.
nnz: Ist das alles?
J. Claus: Natürlich ließen sich mit der weiteren Entwicklung der Fachhochschule oder dem Abfallwirtschaftszentrum noch weitere Themenschwerpunkte aufzählen, doch ich will auf einen nicht ganz unwichtigen Umstand hinweisen. Viele Menschen sind doch 1989 und 1990 in Nordhausen nicht auf die Straße gegangen, um nach 16 Jahren wieder eine regierende Rotfront im Landkreis Nordhausen ertragen zu müssen.
nnz: Wie sehen Sie – sollten Sie gewählt werden - künftig Ihre Arbeit als Verwaltungschef?
J. Claus: Ich habe das den Mitarbeitern meiner Verwaltung immer und immer wieder gesagt: Im öffentlichen Dienst zu arbeiten, das ist ein Privileg, aus dem sich eine besondere Verantwortung für jeden ableitet. In den zurückliegenden Jahren haben wir in der Landkreisverwaltung einen ständigen Personalabbau zu verzeichnen gehabt, den wir immer sozial gestaltet hatten. Das werde ich auch in Zukunft so tun.
nnz: Es wird also künftig weniger Personal im Landratsamt geben?
J. Claus: Auch eine Verwaltung ist nicht statisch und mit der ARGE wird über weitere Synergien zu reden sein. Künftig müssen wir bei der Personalplanung auch den Altersdurchschnitt beachten. Eine Reduzierung der Personalkosten durch fristlose Kündigungen wird es mit mir nicht geben. Auch nicht unter einem größer werdenden Kostendruck.
nnz: Sollten Sie wiedergewählt werden, dann wird sich der Landkreis in den kommenden sechs Jahren verändern. Wie wollen Sie diesen Prozess mitgestalten?
J. Claus: Allein aus der Sicht der demografischen Entwicklung heraus ist klar, dass die jetzigen Kreisgrenzen nicht von Dauer sein werden. Jedoch muß eine Gebietsreform auch nicht krampfhaft herbeigeredet werden, so wie das zum Beispiel die Linken machen.
nnz: Wie könnte Ihr Wunschgebilde aussehen?
J. Claus: Damit wären wir im Bereich der Spekulationen. Ich meine aber, dass die bisherige Zusammenarbeit mit dem Kyffhäuserkreis beim BIC oder beim Theater ein guter Anfang sein kann. Ich will auch auf die Zusammenarbeit der beiden Kreisstädte verweisen. Mehr möchte ich jedoch dazu nicht sagen außer: Eine solche Neustrukturierung muß von unten heraus wachsen.
nnz: Die letzten beiden Wochen vor dem Wahltag gelten gemeinhin als die heiße Phase des Wahlkampfes. Was wäre für diese Zeit ihr Wunsch?
J. Claus: Ich hoffe, man kann sich mal auch über sachliche Dinge streiten und nicht nur über Wappen und Zieldienstposten. Ich glaube, den Bürger, also den Wähler drücken ganz andere Probleme, auf die wir Antwort geben müssen. Im übrigen hoffe ich auf eine hohe Wahlbeteiligung.
nnz: Angenommen, Sie verlieren die Wahl...
J. Claus: Das nehme ich zwar nicht an, aber dann habe ich immer noch einen ordentlichen Beruf studiert.
nnz: Herr Claus, vielen Dank für das Gespräch.
Autor: nnznnz: Herr Landrat, wollen Sie nicht wiedergewählt werden?
J. Claus: Warum?
nnz: Sie schaffen dem politischen Gegner mit den Verbeamtungen und mit der Wappen-Geschichte immer neue Angriffsflächen. Haben Sie keinen Bock mehr aufs Regieren?
J. Claus: Zum einen: Ich bin von meiner Partei nominiert worden und will die Wahl natürlich gewinnen. Zum anderen: Ich bin, ehrlich gesagt, ziemlich erschüttert über das Verhalten meiner Stellvertreterin Frau Krauth. Vermutlich haben die SPD und die Linkspartei das Beamtenrecht nicht richtig interpretiert, schließlich handelt es sich nicht um Neueinstellungen. Vielleicht aber hätte ich noch vier Wochen mit den Ausschreibungen warten sollen. Unterm Strich bleibt jedoch, dass ich von Frau Krauth und Frau Grünwald sehr enttäuscht bin. Die Sache mit dem Wappen, die ist für mich einfach zu lächerlich, um mich weiter damit zu befassen, auch Frau Keller hat die Verwendung frei gestanden. Sie hätte nur fragen müssen.
nnz: Was sagen Sie eigentlich zu Ihrer Herausforderin von der linken Seite?
J. Claus: Wenn man sich die großen Plakate von Frau Keller genau betrachtet, dann bekommt man den Eindruck, dass die Frau 1990 in ihren Ansichten stehen geblieben ist. Da ist von einem Kreis Nordhausen zu lesen. Seit 1990 leben wir jedoch im Landkreis Nordhausen.
nnz: Es gab in den zurückliegenden Monaten und Jahren immer wieder Angriffe vom politischen Gegner. Warum wollen Sie sich das noch mal sechs Jahre lang antun?
J. Claus:Wenn man eine Arbeit 16 Jahre macht, dann könnten einige meinen, es ist Zeit für einen Wechsel. Doch in diesem Job will man Begonnenes auch zu Ende bringen.
nnz: Was zum Beispiel?
J. Claus: Da ist unter anderem der Ausbau des Berufschulzentrums an der Morgenröthe, da sind weitere Investitionen im schulischen Bereich, trotz knapper werdender Mittel.
nnz: Konkreter bitte...
J. Claus: Ich denke dabei vor allem an notwendige Verbesserungen im Förderzentrum Pestalozzi. Ich denke auch an die Erfüllung des Wunsches der Ellricher nach einer modernen Schulsporthalle. Natürlich soll auch die Wirtschaft weiter vorangebracht werden, wobei hier die Politik nur wenig Spielraum hat. Eine soziale und gesamtgesellschaftliche Herausforderung hingegen wird die Integration der Hartz-IV-Betroffenen in die Gesellschaft werden. Da wird in den kommenden Jahren die kommunale Politik gefragt sein, nicht nur wegen der steigenden Kosten.
nnz: Ist das alles?
J. Claus: Natürlich ließen sich mit der weiteren Entwicklung der Fachhochschule oder dem Abfallwirtschaftszentrum noch weitere Themenschwerpunkte aufzählen, doch ich will auf einen nicht ganz unwichtigen Umstand hinweisen. Viele Menschen sind doch 1989 und 1990 in Nordhausen nicht auf die Straße gegangen, um nach 16 Jahren wieder eine regierende Rotfront im Landkreis Nordhausen ertragen zu müssen.
nnz: Wie sehen Sie – sollten Sie gewählt werden - künftig Ihre Arbeit als Verwaltungschef?
J. Claus: Ich habe das den Mitarbeitern meiner Verwaltung immer und immer wieder gesagt: Im öffentlichen Dienst zu arbeiten, das ist ein Privileg, aus dem sich eine besondere Verantwortung für jeden ableitet. In den zurückliegenden Jahren haben wir in der Landkreisverwaltung einen ständigen Personalabbau zu verzeichnen gehabt, den wir immer sozial gestaltet hatten. Das werde ich auch in Zukunft so tun.
nnz: Es wird also künftig weniger Personal im Landratsamt geben?
J. Claus: Auch eine Verwaltung ist nicht statisch und mit der ARGE wird über weitere Synergien zu reden sein. Künftig müssen wir bei der Personalplanung auch den Altersdurchschnitt beachten. Eine Reduzierung der Personalkosten durch fristlose Kündigungen wird es mit mir nicht geben. Auch nicht unter einem größer werdenden Kostendruck.
nnz: Sollten Sie wiedergewählt werden, dann wird sich der Landkreis in den kommenden sechs Jahren verändern. Wie wollen Sie diesen Prozess mitgestalten?
J. Claus: Allein aus der Sicht der demografischen Entwicklung heraus ist klar, dass die jetzigen Kreisgrenzen nicht von Dauer sein werden. Jedoch muß eine Gebietsreform auch nicht krampfhaft herbeigeredet werden, so wie das zum Beispiel die Linken machen.
nnz: Wie könnte Ihr Wunschgebilde aussehen?
J. Claus: Damit wären wir im Bereich der Spekulationen. Ich meine aber, dass die bisherige Zusammenarbeit mit dem Kyffhäuserkreis beim BIC oder beim Theater ein guter Anfang sein kann. Ich will auch auf die Zusammenarbeit der beiden Kreisstädte verweisen. Mehr möchte ich jedoch dazu nicht sagen außer: Eine solche Neustrukturierung muß von unten heraus wachsen.
nnz: Die letzten beiden Wochen vor dem Wahltag gelten gemeinhin als die heiße Phase des Wahlkampfes. Was wäre für diese Zeit ihr Wunsch?
J. Claus: Ich hoffe, man kann sich mal auch über sachliche Dinge streiten und nicht nur über Wappen und Zieldienstposten. Ich glaube, den Bürger, also den Wähler drücken ganz andere Probleme, auf die wir Antwort geben müssen. Im übrigen hoffe ich auf eine hohe Wahlbeteiligung.
nnz: Angenommen, Sie verlieren die Wahl...
J. Claus: Das nehme ich zwar nicht an, aber dann habe ich immer noch einen ordentlichen Beruf studiert.
nnz: Herr Claus, vielen Dank für das Gespräch.
