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nnz-Rückspiegel: 2. Dezember 2000

Sonntag, 02. Dezember 2001, 11:14 Uhr
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden.


Linke Demo verlief friedlich
Die wichtigste Nachricht vornweg: Die antifaschistische Demonstration in Nordhausen ist friedlich verlaufen. Für die Autonome Antifa Südharz (AAS) blieb am Ende nur noch übrig: „In Nordhausen kann man auch heute noch den Mief eine 1000jährigen Kleinstadt riechen!“ Ob da auch ein bisschen Frust aus diesem Resümee herauszuhören war, soll an dieser Stelle nicht eingeschätzt werden, das müssen Aufrufer und Veranstalter gemeinsam tun. Nordhausen erlebte jedenfalls eine Polizeipräsenz wie nie zuvor. Doch das soll nicht als negativ beurteilt werden. Angesichts eines solchen Aufgebotes der Staatsmacht war wohl allen Autonomen der Spaß an Krawallen vergangen. Zwei Stunden lang wälzte sich der Zug von 650 Teilnehmern durch die Nordhäuser Innenstadt. Die Veranstalter sprachen mal von 1.600, dann von 1.300 und schließlich von über 1.000 Menschen. Die „radikalen Systemgegner“ skandierten dann auch wohl bekannte Sprechchöre.

Was bleibt, war ein Samstagnachmittag mit einer Demonstration, die nicht einen Bruchteil von dem Inhalt vorweisen konnte, wie es die Kundgebung der Nordhäuser im vergangenen Monat darstellte. Eine Gemeinsamkeit gab es dennoch: Das bekannte Transparent „Leitkultur der CDU hat eine braune Spur“ tauchte als wesentlicher Beitrag der Nordhäuser Linken wieder auf. Außerdem: Radikale Sprüche einer radikalen Minderheit unter Göttinger Anleitung „gegen den Rest der Welt“ und - beinahe untergegangen aber selbstverständlich - gegen den Kapitalismus. Die, die das brüllten, waren dann zum großen Teil gerade der Konfirmation oder der Jugendweihe entkommen und hätten an diesem sonnigen Dezembernachmittag wohl eher zur Teenie-Disko gehen sollen. Ein Lob an dieser Stelle der Polizei und dem Veranstalter gleichermaßen. Deren Zusammenarbeit im Vorfeld und während der Demo hatte einen entscheidenden Anteil, dass Nordhausen auch nach 16 Uhr das blieb, was es vorher war: Eine friedliche Stadt mit friedlichen Menschen, auch wenn es für „Göttinger Verhältnisse“ eine typische Ostkleinstadt bleiben wird.
Autor: nnz

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