265 Kilometer langer Tunnel
Donnerstag, 13. April 2006, 09:35 Uhr
Nordhausen (nnz). Pro Bürger liegen sechs Meter Kanalisation unter der Erde der Stadt Nordhausen. Niemand nimmt das wirklich zur Kenntnis, solange der Abfluß richtig funktioniert. Jeder kann etwas dafür tun, daß es lange so bleibt. Auch Gewässerschutz fängt zu hause an. Einige Tips gibt’s hier und dazu noch einen Einblick in Nordhausens größten Abwasserkanal.
265 Kilometer langer Tunnel (Foto: nnz)
Etwa 265 Kilometer öffentliche Kanalisation verlaufen unter den Straßen der Stadt Nordhausen; die Anschlussleitungen von den Grundstücken zum Kanal sind dabei noch gar nicht mitgerechnet. Rein statistisch betrachtet liegen damit für jeden Nordhäuser rund 6 Meter Kanalisation unter der Erde. Der größte Kanal befindet sich mit einer Höhe von bis zu 2,20 Metern unterhalb des Taschenberges.
Eine ganze Reihe von Baumaßnahmen im Bereich der Kanalisation und der Kläranlage haben in den letzten Jahren zu entscheidenden Verbesserungen der Wasserqualität in unseren Gewässern geführt. Aber Gewässerschutz beginnt in jedem einzelnen Haushalt. Denn viele Dinge, die in der Kanalisation oder später in der Kläranlage im wahrsten Sinne des Wortes auftauchen, haben ihren Ursprung in einer unsachgemäßen Entsorgung. Müll, Arzneimittel, Sanitärartikel, Speisereste und Farben gehören auf keinen Fall in den Ausguss oder die Toilette. Waschwässer und Farben, die in die Straßen- oder Hofeinläufe geschüttet werden, gelangen direkt in die Gewässer und belasten die darin lebende Tier- und Pflanzenwelt. Der fast alle 10 Meter auf dem Gehweg liegende Hundehaufen wird bei Regen in die Kanalisation gespült. Die Fische freuen sich ganz sicher nicht über die unappetitlichen Reste.
Jeder Einzelne leistet bei Beachtung einfacher Dinge einen wertvollen Beitrag zum Gewässerschutz: Farben, Lacke und Hobbychemikalien werden bei der Schadstoffsammlung abgegeben; überlagerte Medikamente nimmt die Apotheke, Altöl die Verkaufsstelle kostenfrei zurück. Speiseöl und Frittierfette entsorgt die entsprechende Sammelstelle. Einen weiteren Beitrag zum Umweltschutz kann leisten, wer Spül-, Wasch- und Reinigungsmittel sparsam dosiert und bei Neuanschaffungen umweltfreundliche Produkte kauft, die z. B. mit dem Blauen Engel gekennzeichnet sind.
Speisereste gehören – wie bereits erwähnt - in die Biotonne oder auf den Kompost, denn die Entsorgung von Speiseresten in die Toilette hat noch einen weiteren unangenehmen Nebeneffekt. Durch die in die Kanäle gespülten Nahrungsmittelreste finden Ratten hier einen optimalen Lebensraum vor. Sie müssen mit langfristig angelegten Rattenbekämpfungsmitteln dezimiert werden, da die kleinen Säuger bekanntermaßen extrem anpassungsfähig und intelligent sind. Mit schnell wirkenden Akutmitteln ist kein Erfolg zu erzielen, weil im Rudel Vorkoster aktiv sind. Passiert diesen Vorkostern etwas, nimmt das ganze Rudel die Köder nicht mehr an. Der Stadtentwässerungsbetrieb legt in der öffentlichen Kanalisation jedes Jahr etwa 1.200 geeignete Köder aus. So lange aber weiterhin Speisereste über die Kanalisation entsorgt werden, ist dieser Plage nicht Herr zu werden, so der Kanalmeister Frank Lindner.
Ratten können in Ausnahmefällen – wie z. B. bei defektem Rückschlagventil - über die Kanalisation sogar in die Wohnungen gelangen. Helfen können dann zugelassene Schädlingsbekämpfer, die nach den Ursachen forschen.
Autor: nnz
265 Kilometer langer Tunnel (Foto: nnz)
Etwa 265 Kilometer öffentliche Kanalisation verlaufen unter den Straßen der Stadt Nordhausen; die Anschlussleitungen von den Grundstücken zum Kanal sind dabei noch gar nicht mitgerechnet. Rein statistisch betrachtet liegen damit für jeden Nordhäuser rund 6 Meter Kanalisation unter der Erde. Der größte Kanal befindet sich mit einer Höhe von bis zu 2,20 Metern unterhalb des Taschenberges.Eine ganze Reihe von Baumaßnahmen im Bereich der Kanalisation und der Kläranlage haben in den letzten Jahren zu entscheidenden Verbesserungen der Wasserqualität in unseren Gewässern geführt. Aber Gewässerschutz beginnt in jedem einzelnen Haushalt. Denn viele Dinge, die in der Kanalisation oder später in der Kläranlage im wahrsten Sinne des Wortes auftauchen, haben ihren Ursprung in einer unsachgemäßen Entsorgung. Müll, Arzneimittel, Sanitärartikel, Speisereste und Farben gehören auf keinen Fall in den Ausguss oder die Toilette. Waschwässer und Farben, die in die Straßen- oder Hofeinläufe geschüttet werden, gelangen direkt in die Gewässer und belasten die darin lebende Tier- und Pflanzenwelt. Der fast alle 10 Meter auf dem Gehweg liegende Hundehaufen wird bei Regen in die Kanalisation gespült. Die Fische freuen sich ganz sicher nicht über die unappetitlichen Reste.
Jeder Einzelne leistet bei Beachtung einfacher Dinge einen wertvollen Beitrag zum Gewässerschutz: Farben, Lacke und Hobbychemikalien werden bei der Schadstoffsammlung abgegeben; überlagerte Medikamente nimmt die Apotheke, Altöl die Verkaufsstelle kostenfrei zurück. Speiseöl und Frittierfette entsorgt die entsprechende Sammelstelle. Einen weiteren Beitrag zum Umweltschutz kann leisten, wer Spül-, Wasch- und Reinigungsmittel sparsam dosiert und bei Neuanschaffungen umweltfreundliche Produkte kauft, die z. B. mit dem Blauen Engel gekennzeichnet sind.
Speisereste gehören – wie bereits erwähnt - in die Biotonne oder auf den Kompost, denn die Entsorgung von Speiseresten in die Toilette hat noch einen weiteren unangenehmen Nebeneffekt. Durch die in die Kanäle gespülten Nahrungsmittelreste finden Ratten hier einen optimalen Lebensraum vor. Sie müssen mit langfristig angelegten Rattenbekämpfungsmitteln dezimiert werden, da die kleinen Säuger bekanntermaßen extrem anpassungsfähig und intelligent sind. Mit schnell wirkenden Akutmitteln ist kein Erfolg zu erzielen, weil im Rudel Vorkoster aktiv sind. Passiert diesen Vorkostern etwas, nimmt das ganze Rudel die Köder nicht mehr an. Der Stadtentwässerungsbetrieb legt in der öffentlichen Kanalisation jedes Jahr etwa 1.200 geeignete Köder aus. So lange aber weiterhin Speisereste über die Kanalisation entsorgt werden, ist dieser Plage nicht Herr zu werden, so der Kanalmeister Frank Lindner.
Ratten können in Ausnahmefällen – wie z. B. bei defektem Rückschlagventil - über die Kanalisation sogar in die Wohnungen gelangen. Helfen können dann zugelassene Schädlingsbekämpfer, die nach den Ursachen forschen.
