Politiker standen Rede und Antwort
Mittwoch, 12. April 2006, 21:20 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl standen heute Abend jungen Menschen Rede und Antwort. Besonders konstruktiv war das Treffen nicht. Von eigener Initiative halten die Jugendlichen wenig, sie wollen nur haben. Ein schwieriges Feld, um politische Inhalte zu vermitteln.
Vor der Wahl zum Oberbürgermeister von Nordhausen fand heute das einzige Treffen aller Kandidaten mit Jugendlichen statt. Während alle Politiker bemüht waren, ihre Ziele im Allgemeinen und in der Jugendpolitik im Besonderen vorzustellen, kamen von den vor allem jungen Männern nur Forderungen. Sie wollen rumhängen. Sie rechnen nicht damit einen Job zu kriegen. Sie wettern gegen erfolgreichere Jugendliche, die studieren können. Und sie fordern noch mehr Geld für Jugendhäuser und geförderte Fahrten sowie Veranstaltungen.
Zuerst möchte ich mal wissen, ob Sie eine Arbeit haben? fragt FDP Kandidat Martin Höfer den jungen Mann. Der verneint. Höfer bringt es auf den Punkt: Andere Leute müssen das Geld erstmal verdienen und Steuern zahlen, damit es hier in Jugendarbeit gesteckt werden kann. Wenn Sie selbst Geld verdienen, dann können Sie auch losziehen und was unternehmen.
Geld ist die große Frage, denn wegen der Jugendarbeit legt sich die Stadt Nordhausen auch diesjahr wieder mit dem Landesrechnungshof an, wie Oberbürgermeisterin Barbara Rinke erklärt. 680.000 Euro werden von der Stadt für die Jugend ausgegeben. Eine übertriebene Förderung, finden die Rechnungsprüfer. Doch parteiübergreifend sei sich der Stadtrat einig gewesen, daß genug für die Jugend getan werden muß, erinnert Rinke. Sie meint aber auch, daß nicht immer die Erwachsenen alles machen sollen, die Jugendlichen sollen auch Initiative zeigen.
Einige Jugendliche organisieren selbst Veranstaltungen. Dazu gehört die Konzertreihe Rock Regional wo junge Bands auftreten können. Geld bekommen sie dafür nicht. Das ist auch nicht so wichtig. Finden die jungen Leute. Gern hätten sie etwas mehr Unterstützung, wenn mal Sachen zu reparieren sind zum Beispiel.
Bündnis 90/Die Grünen Kandidatin Ursula Burkhardt berichtete, daß beliebte Angebote wie die Teeny-Disko sehr abhängig davon seien , ob sich Jugendliche fänden, die das weiterhin organisieren wollen. Ihr inzwischen 25 jähriger Sohn habe sich im Klub JoJo der Johanniter engagiert und bedauere, daß manche gute Sache nicht fortgeführt werden könnte.
CDU-Kandidat Norbert Klodt konnte aus eigener Erfahrung berichten. Als Caritas-Geschäftsführer besucht er regelmäßig den Klub im Bahnhofsviertel. Er weiß, daß viele Jugendliche lieber am Bahnhof rumhängen als in einen Klub zu gehen. Den Jugendlichen riet er, sich doch mal die Klubs der Gleichaltrigen auf dem Land anzusehen. Die Jugendzimmer in den Ortsteilen von Nordhausen sind längst nicht so ausgestattet. Die Besucher sollten schätzen lernen was sie haben.
Nachdem die Jugendlichen noch mehr Geld gefordert hatten und bei den Politikern damit gar nicht gut ankamen, gingen einige von ihnen einfach raus. Detlef Schmidt, Kreisjugendring-Vorsitzender und Moderator der Veranstaltung, erkannte, daß nun Zeit für eine abschließende Stellungnahme war. Jeder Politiker sollte in zwei Minuten zusammenfassen, was er oder sie in Zukunft tun will.
Barbara Rinke möchte Schulen sanieren, aber auch Kindergärten. Sie will weiterhin Geld aus dem Stadthaushalt zur Verfügung stellen, obwohl Jugendarbeit eigentlich Sache des Landkreis ist. Aber sie wünscht sich auch, daß die Jugendlichen in Zukunft mehr Initiative entwickeln.
Norbert Klodt will die aktuelle Förderung ebenfalls beibehalten, aber er will einen genaueren Blick darauf haben, wo das Geld hingeht. Um mehr Ausbildungsplätze zu schaffen, setzt er auf Netzwerke von Schulen, Betrieben und der Stadt. Ganz wichtig ist ihm, daß im Bereich Kindergarten nicht gekürzt wird.
Martin Höfer will Perspektiven schaffen, indem Gewerbe angesiedelt wird. Musik, Kultur und Ideen will er fördern.
Ursula Burkhardt meint, für sie bliebe ja dann nicht mehr viel zu sagen. Sie möchte mehr Kreativität und Begeisterung in den jungen Leuten wecken. Und ebenfalls die Förderung auf dem aktuellen Niveau halten.
Autor: wfVor der Wahl zum Oberbürgermeister von Nordhausen fand heute das einzige Treffen aller Kandidaten mit Jugendlichen statt. Während alle Politiker bemüht waren, ihre Ziele im Allgemeinen und in der Jugendpolitik im Besonderen vorzustellen, kamen von den vor allem jungen Männern nur Forderungen. Sie wollen rumhängen. Sie rechnen nicht damit einen Job zu kriegen. Sie wettern gegen erfolgreichere Jugendliche, die studieren können. Und sie fordern noch mehr Geld für Jugendhäuser und geförderte Fahrten sowie Veranstaltungen.
Zuerst möchte ich mal wissen, ob Sie eine Arbeit haben? fragt FDP Kandidat Martin Höfer den jungen Mann. Der verneint. Höfer bringt es auf den Punkt: Andere Leute müssen das Geld erstmal verdienen und Steuern zahlen, damit es hier in Jugendarbeit gesteckt werden kann. Wenn Sie selbst Geld verdienen, dann können Sie auch losziehen und was unternehmen.
Geld ist die große Frage, denn wegen der Jugendarbeit legt sich die Stadt Nordhausen auch diesjahr wieder mit dem Landesrechnungshof an, wie Oberbürgermeisterin Barbara Rinke erklärt. 680.000 Euro werden von der Stadt für die Jugend ausgegeben. Eine übertriebene Förderung, finden die Rechnungsprüfer. Doch parteiübergreifend sei sich der Stadtrat einig gewesen, daß genug für die Jugend getan werden muß, erinnert Rinke. Sie meint aber auch, daß nicht immer die Erwachsenen alles machen sollen, die Jugendlichen sollen auch Initiative zeigen.
Einige Jugendliche organisieren selbst Veranstaltungen. Dazu gehört die Konzertreihe Rock Regional wo junge Bands auftreten können. Geld bekommen sie dafür nicht. Das ist auch nicht so wichtig. Finden die jungen Leute. Gern hätten sie etwas mehr Unterstützung, wenn mal Sachen zu reparieren sind zum Beispiel.
Bündnis 90/Die Grünen Kandidatin Ursula Burkhardt berichtete, daß beliebte Angebote wie die Teeny-Disko sehr abhängig davon seien , ob sich Jugendliche fänden, die das weiterhin organisieren wollen. Ihr inzwischen 25 jähriger Sohn habe sich im Klub JoJo der Johanniter engagiert und bedauere, daß manche gute Sache nicht fortgeführt werden könnte.
CDU-Kandidat Norbert Klodt konnte aus eigener Erfahrung berichten. Als Caritas-Geschäftsführer besucht er regelmäßig den Klub im Bahnhofsviertel. Er weiß, daß viele Jugendliche lieber am Bahnhof rumhängen als in einen Klub zu gehen. Den Jugendlichen riet er, sich doch mal die Klubs der Gleichaltrigen auf dem Land anzusehen. Die Jugendzimmer in den Ortsteilen von Nordhausen sind längst nicht so ausgestattet. Die Besucher sollten schätzen lernen was sie haben.
Nachdem die Jugendlichen noch mehr Geld gefordert hatten und bei den Politikern damit gar nicht gut ankamen, gingen einige von ihnen einfach raus. Detlef Schmidt, Kreisjugendring-Vorsitzender und Moderator der Veranstaltung, erkannte, daß nun Zeit für eine abschließende Stellungnahme war. Jeder Politiker sollte in zwei Minuten zusammenfassen, was er oder sie in Zukunft tun will.
Barbara Rinke möchte Schulen sanieren, aber auch Kindergärten. Sie will weiterhin Geld aus dem Stadthaushalt zur Verfügung stellen, obwohl Jugendarbeit eigentlich Sache des Landkreis ist. Aber sie wünscht sich auch, daß die Jugendlichen in Zukunft mehr Initiative entwickeln.
Norbert Klodt will die aktuelle Förderung ebenfalls beibehalten, aber er will einen genaueren Blick darauf haben, wo das Geld hingeht. Um mehr Ausbildungsplätze zu schaffen, setzt er auf Netzwerke von Schulen, Betrieben und der Stadt. Ganz wichtig ist ihm, daß im Bereich Kindergarten nicht gekürzt wird.
Martin Höfer will Perspektiven schaffen, indem Gewerbe angesiedelt wird. Musik, Kultur und Ideen will er fördern.
Ursula Burkhardt meint, für sie bliebe ja dann nicht mehr viel zu sagen. Sie möchte mehr Kreativität und Begeisterung in den jungen Leuten wecken. Und ebenfalls die Förderung auf dem aktuellen Niveau halten.
