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Die Gestapo in Thüringen

Freitag, 07. April 2006, 11:03 Uhr
Nordhausen (nnz). Im Auftrag des nationalsozialistischen Staates bekämpfte die Gestapo von 1933 bis 1945 Gegner des Regimes. In Thüringen existierten zwei Dienststellen, in Erfurt und in Weimar. Von Weimar aus wurde in ganz Thüringen ein System von Außen- und Nebenstellen aufgebaut. Eine Sonderausstellung dokumentiert die Verbrechen.

Die Gestapo in Thüringen (Foto: nnz) Die Gestapo in Thüringen (Foto: nnz) Am Montag, dem 10. April wird um 12 Uhr in der ehemaligen Feuerwache der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora die Sonderausstellung "Die Geheime Staatspolizei im NS-Gau Thüringen 1933-1945" eröffnet werden, die gemeinsam von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, dem Hauptstaatsarchiv Weimar, der Thüringer Polizei sowie der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora erstellt wurde. Zur Ausstellungseröffnung wird Kriminaldirektor Andreas Schneider vom Landeskriminalamt Thüringen sprechen. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Gedenkveranstaltungen zum 61. Jahrestag der Befreiung des KZ Mittelbau-Dora statt. Die Ausstellung ist vom 11. April bis zum 12. Mai täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung dokumentiert die Entstehung, Struktur und Entwicklung der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) in Thüringen. Anhand von Fotos und Dokumenten werden Verbrechen dieser Behörde des NS-Regimes und Schicksale ihrer Opfer aufgezeigt. Biografien zahlreicher Gestapo-Angehöriger beleuchten Lebenswege der Täter.

Im Auftrag des nationalsozialistischen Staates bekämpfte die Gestapo von 1933 bis 1945 tatsächliche oder vermeintliche Gegner des Regimes. Auf dem Gebiet des heutigen Freistaats Thüringen existierten während der NS-Zeit zwei Dienststellen der Gestapo, in Erfurt und in Weimar. Von Weimar aus wurde in ganz Thüringen ein System von Außen- und Nebenstellen aufgebaut. Hierzu zählte auch die "Politische Abteilung" im KZ Buchenwald. Von Erfurt aus wurden die Deportationen jüdischer Bürger in die Vernichtungslager organisiert.

Als die "schärfste Waffe" der Gestapo bezeichnete der SS- und Polizeichef Heinrich Himmler die Schutzhaft. Die Gestapo konnte Menschen inhaftieren, ohne dass ein Richter, Staatsanwalt oder Verteidiger dies verhindern konnte. In der Weimarer Dienststelle richtete sich die Gestapo ein eigenes "Hausgefängnis" ein, in dem sie Gefangene verhörte, misshandelte und in zahlreichen Fällen sogar tötete.
Autor: nnz

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