nnz-online

Jubiläumssitzung

Mittwoch, 05. April 2006, 21:22 Uhr
Nordhausen (nnz). Der letzte Stadtrat in dieser Wahlperiode schloß mit einem Jubiläum. 1.000 Beschlüsse hat man gefaßt. Eine Bilanz wurde gezogen. Doch es wird geplant, für mindestens die nächste Amtszeit. In diese fällt der Baubeginn der lange geplanten Umfahrung.

Heute im Stadtrat wurden die letzten Beschlüsse vor der Wahl gefällt. Vorher zog Oberbürgermeisterin Barbara Rinke ihre Bilanz, die nichts mit Wahlkampf zu tun haben sollte. Hatte sie auch nicht, denn die gemeinsame Tätigkeit der Stadträte über Parteigrenzen hinweg wurde gewürdigt. Gemeinsam auf den Weg gebrachte Projekte wie die Landesgartenschau und die davor stattgefundenen baulichen Maßnahmen kamen zur Sprache.

Als Gast geladen war Winfried Ludolph vom Straßenbauamt Nordthüringen. Er stellte das Projekt der Nordhäuser Westumfahrung vor. Mit dem Bau der Umgehungsstraße geht eine Verkehrsberuhigung einher, die auch heute wieder von Bürgern gefordert wurde. Zu Beginn wies Ludolph auf die derzeitige Belastung der Straßen hin. Durch die Grimmelallee fahren beispielsweise rund 17.000 Fahrzeuge, auch die Freiherr-von-Stein Straße nimmt mit 13.200 Fahrzeugen einen hohen Stellwert ein. Ist die Umfahrung erstmal da, dann sollen nur noch 7.000 Autos täglich die Grimmelallee passieren, prognostizierte Ludolph.

Die Straße soll westlich an Nordhausen vorbeiführen, obwohl es da mehrere Probleme mit Bahngleisen und Wohngebieten gibt. Auch die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und ein Trinkwasserschutzgebiet an der Salzaquelle sind eigentlich im Weg. Mit moderner Planungstechnik wurde den Stadträten dargestellt, wie sich die Straße in die Landschaft einfügen würde. Verschiedene Möglichkeiten mußten verworfen werden. So ist es den Anwohnern von Krimderode nicht zuzumuten, direkt vor der Haustür einen Hügel und eine Lärmschutzmauer mit der Straße zu haben. Ein Erfolg für die Planung war Ende 2005, daß das Trinkwasserschutzgebiet aufgehoben wird. Das Wasser für die Bürger kann aus anderen Gebieten bezogen werden. Nun ist es möglich, die Straße zwischen der Gedenkstätte und den Schienen hindurchzuführen. Diese Umgehungsstraße, die zukünftig die B4 sein wird, führt dann vor Niedersachswerfen auf die alte B4. Winfried Ludolph kündigte an, daß die Brücke zum Industriegebiet am Kohnstein als Zufahrt genutzt werden sollte. Das sei zwar nicht ganz einfach, aber so habe die Brücke immerhin noch einen Nutzen. Barbara Rinke war von dem Vorschlag begeistert.

Die Umgehungsstraße soll auch noch weiter gebaut werden. Umfahrungen von Niedersachswerfen und Ilfeld stehen mit auf dem Plan. Die Umgehung von Ilfeld ist aber so kompliziert, daß dieses Projekt erst einmal ausgegliedert werden muß. Ein Tunnel in der Nähe der Papierfabrik müßte gebaut werden. Mit dem Ilfelder Teil kostet die Umfahrung etwa 39 Millionen Euro und ist 17 Kilometer lang. Für die fünf Kilometer lange Umfahrung von Nordhausen werden 12 Millionen Euro veranschlagt. Baubeginn wird allerdings nicht vor 2010 sein. Für die Anwohner der Straße an der Salza, die eine Beruhigung ihrer Straße fordern, muß also eine kurzfristige Lösung gefunden werden. Ein Nachtfahrverbot oder das Verbot von LKW Verkehr sind im Gespräch.

Natürlich wurden in dieser letzten Sitzung noch andere Themen diskutiert. So stimmten die Stadträte unter anderem für eine Ordnung für die Vergabe und Benutzung der öffentlichen Einrichtungen in den Ortsteilen der Stadt, nicht ohne sich vorher auf diesen schon etwas weniger komplizierten Namen zu einigen. Auch diskutierte man die grundhafte Sanierung des Trauzimmers im Rathaus und die Änderung der Vorfahrt der Oscar Kohn Straße auf Höhe der Zeppelinbrücke.
Autor: wf

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de