Kinder erziehen Erwachsene
Mittwoch, 05. April 2006, 13:20 Uhr
Nordhausen (nnz). Rote Karte für Hundehaufen und Zigarettenkippen, Nordhausen soll eine saubere Stadt sein. Kinder ärgern sich an Scherben auf dem Spielplatz und überall hingeworfene Kaugummis. Jetzt erziehen sie die Erwachsenen zu mehr Ordnung.
Kinder erziehen Erwachsene (Foto: nnz)
Am saubersten war Nordhausen 2004, kein Wunder, im Jahr der Landesgartenschau wollte sich die Stadt von ihrer besten Seite zeigen. Daran möchte man anknüpfen. Nordhausen soll schöner und ordentlicher werden, denn eine saubere Stadt erhöht die Lebensqualität, ist sich Oberbürgermeisterin Barbara Rinke sicher.
Kinder sind die Hauptleittragenden von Müll und Hundekot. Verantwortungslose Mitmenschen lassen ihren Vierbeiner auf den Kinderspielplätzen spielen. Jugendliche hängen dort herum und zertrümmern aus Langweile die eine oder andere Bierflasche. Das darf nicht sein. Die Schüler der Grundschulen Bertholt Brecht und Käthe Kollwitz wollen den Sündern jetzt die Rote Karte zeigen und sie zu mehr Verantwortung erziehen.
Mit jungen Ordnungshütern hat die Stadt gute Erfahrungen gemacht. Eine freundliche Aufforderung von Kindern bewirke mehr als ein Bußgeld. Überhaupt sei es nicht das Interesse Nordhausens auf dem Weg die klammen Kassen aufzubessern, so die Oberbürgermeisterin. Dennoch, Uneinsichtige müssen zahlen. Der Bußgeldkatalog ist ab sofort gültig.
Hier ein Vorgeschmack: Für je 10,- Euro dürfen Sie eine Kippenschachtel, Pappgeschirr, ein Taschentuch, eine Zeitung, eine Flasche, ein Kaugummi oder ähnliches wegwerfen. Für das Aufräumen in der Handtasche oder im Rucksack kommen da schnell große Summen zusammen. Billiger ist es allemal, den Müll mit nach Hause zu nehmen oder ihn wenigstens bis zum nächsten Papierkorb zu tragen. Doch auch die Papierkörbe sind nicht nur alles zuständig. Wer hier seinen Hausmüll reinwirft oder andere sperrige Gegenstände, der ist mit 20,00 Euro dabei. Dabei ist die Entsorgung von Sperrmüll kostenlos und es viel einfacher, die Sachen für die Abholung vor die eigene Haustür zu stellen. Richtig teuer wird’s, wenn Fifi mal muß. Hundekot liegenlassen kostet 35,00 Euro. Dem kann der Besitzer aus dem Weg gehen, wenn er immer eine Tüte oder Schaufel mit hat und die Hinterlassenschaften ordentlich beseitigt. Diese Preise sind nur Richtwerte. Größere Verschmutzungen, abgelegte Möbel und andere große Gegenstände gehen richtig ins Geld.
Die Verschmutzer wissen vielleicht nicht, wie viel Aufwand die Stadtreinigung macht. Da kann die nnz Aufklärungsarbeit leisten. Jede Woche werden 228 km Fahrbahn gereinigt, bei 46 Wochen im Jahr kommen da 10.488 km zusammen. 86.116 qm öffentliche Flächen sind zu säubern. Darunter fallen Gehwege, Plätze, Treppen, Brücken und Verkehrsinseln. Auf einer Fläche von 200.000 qm werden jährlich 45 t Müll gesammelt. Vieles davon wurde von Autofahrern einfach aus dem Fenster geschmissen. Das ist die Personengruppe, die wir am schlechtesten erreichen können sagte Barbara Rinke.
Um die Bürger für das Thema Sauberkeit zu mobilisieren, schmücken vier Plakatmotive die Stadt. Vor allem an den Haltestellen von Bus und Bahnen erinnern die Kindergesichter an drohende Bußgelder. Entwickelt wurde die Kampagne von der Agentur wirsinds. Mit Unterstützung zahlreicher Partner kann die Stadt die Plakate in kleineren Formaten auch an Gewerbetreibende verteilen, die sie dann in ihren Geschäften aushängen und so für ein attraktives Stadtbild werben.
Autor: wf
Kinder erziehen Erwachsene (Foto: nnz)
Am saubersten war Nordhausen 2004, kein Wunder, im Jahr der Landesgartenschau wollte sich die Stadt von ihrer besten Seite zeigen. Daran möchte man anknüpfen. Nordhausen soll schöner und ordentlicher werden, denn eine saubere Stadt erhöht die Lebensqualität, ist sich Oberbürgermeisterin Barbara Rinke sicher.
Kinder sind die Hauptleittragenden von Müll und Hundekot. Verantwortungslose Mitmenschen lassen ihren Vierbeiner auf den Kinderspielplätzen spielen. Jugendliche hängen dort herum und zertrümmern aus Langweile die eine oder andere Bierflasche. Das darf nicht sein. Die Schüler der Grundschulen Bertholt Brecht und Käthe Kollwitz wollen den Sündern jetzt die Rote Karte zeigen und sie zu mehr Verantwortung erziehen.
Mit jungen Ordnungshütern hat die Stadt gute Erfahrungen gemacht. Eine freundliche Aufforderung von Kindern bewirke mehr als ein Bußgeld. Überhaupt sei es nicht das Interesse Nordhausens auf dem Weg die klammen Kassen aufzubessern, so die Oberbürgermeisterin. Dennoch, Uneinsichtige müssen zahlen. Der Bußgeldkatalog ist ab sofort gültig.
Hier ein Vorgeschmack: Für je 10,- Euro dürfen Sie eine Kippenschachtel, Pappgeschirr, ein Taschentuch, eine Zeitung, eine Flasche, ein Kaugummi oder ähnliches wegwerfen. Für das Aufräumen in der Handtasche oder im Rucksack kommen da schnell große Summen zusammen. Billiger ist es allemal, den Müll mit nach Hause zu nehmen oder ihn wenigstens bis zum nächsten Papierkorb zu tragen. Doch auch die Papierkörbe sind nicht nur alles zuständig. Wer hier seinen Hausmüll reinwirft oder andere sperrige Gegenstände, der ist mit 20,00 Euro dabei. Dabei ist die Entsorgung von Sperrmüll kostenlos und es viel einfacher, die Sachen für die Abholung vor die eigene Haustür zu stellen. Richtig teuer wird’s, wenn Fifi mal muß. Hundekot liegenlassen kostet 35,00 Euro. Dem kann der Besitzer aus dem Weg gehen, wenn er immer eine Tüte oder Schaufel mit hat und die Hinterlassenschaften ordentlich beseitigt. Diese Preise sind nur Richtwerte. Größere Verschmutzungen, abgelegte Möbel und andere große Gegenstände gehen richtig ins Geld.
Die Verschmutzer wissen vielleicht nicht, wie viel Aufwand die Stadtreinigung macht. Da kann die nnz Aufklärungsarbeit leisten. Jede Woche werden 228 km Fahrbahn gereinigt, bei 46 Wochen im Jahr kommen da 10.488 km zusammen. 86.116 qm öffentliche Flächen sind zu säubern. Darunter fallen Gehwege, Plätze, Treppen, Brücken und Verkehrsinseln. Auf einer Fläche von 200.000 qm werden jährlich 45 t Müll gesammelt. Vieles davon wurde von Autofahrern einfach aus dem Fenster geschmissen. Das ist die Personengruppe, die wir am schlechtesten erreichen können sagte Barbara Rinke.
Um die Bürger für das Thema Sauberkeit zu mobilisieren, schmücken vier Plakatmotive die Stadt. Vor allem an den Haltestellen von Bus und Bahnen erinnern die Kindergesichter an drohende Bußgelder. Entwickelt wurde die Kampagne von der Agentur wirsinds. Mit Unterstützung zahlreicher Partner kann die Stadt die Plakate in kleineren Formaten auch an Gewerbetreibende verteilen, die sie dann in ihren Geschäften aushängen und so für ein attraktives Stadtbild werben.
