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Es ist vollbracht

Montag, 03. April 2006, 14:56 Uhr
Nordhausen (nnz). Dreieinhalb lange Jahre glich das Bettenhaus eins des Südharzkrankenhauses einer Baustelle. Das ist nun vorbei. 18 moderne Stationen stehen jetzt zur Verfügung. Die nnz warf einen Blick in den sanierten Bau.

Es ist vollbracht (Foto: nnz) Es ist vollbracht (Foto: nnz)

Endlich fertig, weniger Lärm und kein Schmutz mehr von Bauarbeiten. Am modernen und sanierten Bettenhaus 1 freuen sich Ärzte und Patienten, denn hier wurden gute Bedingungen geschaffen schnell wieder gesund zu werden. In Zeiten von knappen Kassen und Fallpauschalenregelung ist das nicht nur im Interesse der Patienten.

18 moderne Stationen mit freundlich und farbenfroh gestalteten Drei-Bett-Zimmern, sowie Ein-Bett-Zimmern sorgen für einen möglichst angenehmen Aufenthalt. In jedem Raum gibt es eine Toilette und Dusche. Das war bisher nicht so. Ein Bettenplatz je Zimmer fiel dieser Modernisierung zum Opfer. Telefon und sogar ein Fernseher an jedem Bett gehören zum modernen Standard.

Im Erdgeschoß wurde eine völlig neue Station eingerichtet. Auf den englischen Begriff „Intermediate Care“ hört diese. Es handelt sich hierbei um eine Überwachungsstation, die sich vor allem um Schlaganfallpatienten kümmert. Ausgerüstet ist sie mit modernster Technik, genau wie die Intensivstationen. Der Unterschied ist, daß die Kranken hier nicht beatmet werden. Die Kapazität der eigentlichen Intensivpflege konnte so erweitert werden. Wer einen Schlaganfall erlitten hat, wird zudem besser versorgt, da alle Untersuchungen auf dieser speziellen Station stattfinden. Bei schneller Behandlung ist es möglich, die Lebensqualität deutlich zu verbessern. In Vier-Bett-Zimmern findet die Betreuung und Überwachung in den ersten 72 Stunden statt. Auf Monitoren im Zimmer aber auch im Schwesternzimmer bekommt das Personal alle Lebensfunktionen auf einen Blick. Die Weiterbehandlung kann dann auf einer normalen Station erfolgen. Für schwere Fälle oder ansteckend Kranke gibt es Einzelzimmer.

Für die Sanierung wurden 27,5 Millionen Euro investiert. Begonnen wurde Ende 2002 mit einer Notsanierung. Die Versorgungstechnik und die Aufzüge wurden erneuert. 2003 begann dann der eigentliche Umbau. Der lief etappenweise. Eine Station war im Rohbau, eine weitere im Ausbau. Immer mußten zwei Stationen freigezogen werden, während in den anderen der Betrieb normal weiterging. So normal wie möglich zumindest, meint Krankenhausgeschäftsführer Antonius Pille. Er entschuldigte sich bei Patienten und Mitarbeitern für die Unannehmlichkeiten während dieser Zeit.

Einer, der diese Unannehmlichkeiten am eigenen Leib erfahren musste, ist Thüringens Sozialminister Klaus Zeh. Der nahm die Entschuldigung an und durfte die Festansprache halten. „Dieses Krankenhaus hat einen überregionalen Versorgungsauftrag. Es zieht Patienten an, die nicht nur aus dem Landkreis Nordhausen kommen. So ist es Botschafter für die Region.“ Sagte er. Besonders wichtig sei in dem Zusammenhang das Tumorzentrum. Obwohl Krebs noch immer eine der häufigsten Todesursachen ist, seien die Heilungschancen wesentlich besser geworden, führte Zeh aus.

Vom Architekturbüro arko Bauplanung bekam Antonius Pille den dekorativen großen Schlüssel übergeben. Es wird der vorletzte dieser Art sein. Nur noch der Neubau der Psychiatrie steht derzeit auf der Bauliste. Doch es wird vermutet, daß Geschäftsführer Pille schon wieder neue Projekte im Kopf hat. „Das wäre wünschenswert im Interesse der Patienten und der Region“ bestärkte ihn Sozialminister Zeh.
Autor: wf

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