Weniger Einwohner, mehr Autos
Freitag, 31. März 2006, 16:19 Uhr
Nordhausen (nnz). Des Deutschen liebstes Spielzeug ist und bleibt das Auto. Die Thüringer werden zwar immer weniger, trotzdem bevölkern mehr Fahrzeuge die Straßen. Welche Folgen hat das für die Unfallhäufigkeit? Nnz ist dieser Frage nachgegangen.
Trotz sinkender Bevölkerungszahlen, die Zahl der Kraftfahrzeuge steigt. Hatten im Jahr 2000 die 426.565 Einwohner im Bereich der Polizeidirektion Nordhausen nur 257.530 Fahrzeuge, besaßen 2004 409.979 Menschen bereits 264.578 Zwei- und Vierräder. Da wäre es doch folgerichtig, daß die Zahl der Verkehrsunfälle steigt. Im direkten Vergleich 2004 zu 2005 beträgt die Steigerung grade mal 0,34 %, von 10.053 auf 10.087 Unfälle. Getötet wurden im Straßenverkehr 2005 36 Personen, das sind zwei weniger als 2004. Verletzt wurden 1.503 Menschen, 48 weniger als im Vorjahr. Polizeidirektor Günther Lierhammer sagte, daß dies mit der besseren passiven Sicherheit der Fahrzeuge zusammenhängt. Auch die vermehrten Kontrollen der Polizei hätten ihren Anteil daran. Die Leute fahren vorsichtiger, denn sie wissen, überall und zu jeder Zeit können Starenkasten oder Laserpistole lauern, oder sogar der alt Mülltonne getarnte Blitzer.
Bedenklich ist, daß die Jungen Fahrer zwischen 18 und 25 Jahren immer noch übermäßig stark an Unfällen beteiligt sind. 26,8 % aller Opfer sind die jungen Leute, die nur etwa 7 % der Gesamtbevölkerung ausmachen. Überhöhte Geschwindigkeit und Alkoholkonsum sind bei den Jugendlichen ähnlich wie bei den über 25jährigen die häufigsten Gründe für die Unfälle. Doch der Alkohol wird verdrängt von den Drogen. Alle Fälle von Fahren unter Einwirkung illegaler Rauschmittel wurden bei der Personengruppe festgestellt. Die Zahl der Drogenfahrten stieg rapide von 37 Fahrten (2001) auf 241 (2005). Das liegt zum einen an besseren Nachweisverfahren, zum anderen kontrolliert die Polizei einfach mehr. Wenn wir dreimal so viele Alkohol- und Drogenfahrer erwischen, bevor sie einen Unfall verursachen, dann entsteht ein hoher Kontrolldruck. Sagte Günther Lierhammer. Bei den Drogen werden wesentlich mehr Fahrer vorher ertappt. Es geschahen fünf schwere Unfälle und zwei Bagatellen nur mit Blechschäden. Beim Alkohol klappt das noch nicht ganz so, 712 erwischten Fahrern stehen hier 264 Unfälle gegenüber.
Die EU-Osterweiterung setzt einen neuen Schwerpunkt, die Überwachung des gewerblichen Personen- und Güterverkehrs. Da die Autobahn 38 noch immer nicht komplett ist, fahren die LKW durch die Ortschaften. 2005 verunglückten 63 Menschen bei entsprechenden Unfällen. Ein Mensch wurde getötet.
Wer nun meint, radfahren oder zu Fuß gehen sei sicherer, der irrt. 231 Personen wurden auf dem Fahrrad Unfallopfer, drei kamen ums Leben. 47 verunglückte Radler waren Kinder zwischen sechs und 14 Jahren, 38 Senioren über 60. 136 Menschen kamen als Fußgänger zu schaden.
Was will die Polizei tun, um die Nordthüringer Straßen sicherer zu machen: Junge Fahrer und Motorradfahrer werden auch in diesem Jahr wieder mit speziellen Veranstaltungen angesprochen. Am 22.04.06 geht es los beim TÜV mit einer Veranstaltung für die Kradfahrer. Aktionen an Berufsschulen sind zu Beginn des neuen Schuljahrs geplant.
Autor: wfTrotz sinkender Bevölkerungszahlen, die Zahl der Kraftfahrzeuge steigt. Hatten im Jahr 2000 die 426.565 Einwohner im Bereich der Polizeidirektion Nordhausen nur 257.530 Fahrzeuge, besaßen 2004 409.979 Menschen bereits 264.578 Zwei- und Vierräder. Da wäre es doch folgerichtig, daß die Zahl der Verkehrsunfälle steigt. Im direkten Vergleich 2004 zu 2005 beträgt die Steigerung grade mal 0,34 %, von 10.053 auf 10.087 Unfälle. Getötet wurden im Straßenverkehr 2005 36 Personen, das sind zwei weniger als 2004. Verletzt wurden 1.503 Menschen, 48 weniger als im Vorjahr. Polizeidirektor Günther Lierhammer sagte, daß dies mit der besseren passiven Sicherheit der Fahrzeuge zusammenhängt. Auch die vermehrten Kontrollen der Polizei hätten ihren Anteil daran. Die Leute fahren vorsichtiger, denn sie wissen, überall und zu jeder Zeit können Starenkasten oder Laserpistole lauern, oder sogar der alt Mülltonne getarnte Blitzer.
Bedenklich ist, daß die Jungen Fahrer zwischen 18 und 25 Jahren immer noch übermäßig stark an Unfällen beteiligt sind. 26,8 % aller Opfer sind die jungen Leute, die nur etwa 7 % der Gesamtbevölkerung ausmachen. Überhöhte Geschwindigkeit und Alkoholkonsum sind bei den Jugendlichen ähnlich wie bei den über 25jährigen die häufigsten Gründe für die Unfälle. Doch der Alkohol wird verdrängt von den Drogen. Alle Fälle von Fahren unter Einwirkung illegaler Rauschmittel wurden bei der Personengruppe festgestellt. Die Zahl der Drogenfahrten stieg rapide von 37 Fahrten (2001) auf 241 (2005). Das liegt zum einen an besseren Nachweisverfahren, zum anderen kontrolliert die Polizei einfach mehr. Wenn wir dreimal so viele Alkohol- und Drogenfahrer erwischen, bevor sie einen Unfall verursachen, dann entsteht ein hoher Kontrolldruck. Sagte Günther Lierhammer. Bei den Drogen werden wesentlich mehr Fahrer vorher ertappt. Es geschahen fünf schwere Unfälle und zwei Bagatellen nur mit Blechschäden. Beim Alkohol klappt das noch nicht ganz so, 712 erwischten Fahrern stehen hier 264 Unfälle gegenüber.
Die EU-Osterweiterung setzt einen neuen Schwerpunkt, die Überwachung des gewerblichen Personen- und Güterverkehrs. Da die Autobahn 38 noch immer nicht komplett ist, fahren die LKW durch die Ortschaften. 2005 verunglückten 63 Menschen bei entsprechenden Unfällen. Ein Mensch wurde getötet.
Wer nun meint, radfahren oder zu Fuß gehen sei sicherer, der irrt. 231 Personen wurden auf dem Fahrrad Unfallopfer, drei kamen ums Leben. 47 verunglückte Radler waren Kinder zwischen sechs und 14 Jahren, 38 Senioren über 60. 136 Menschen kamen als Fußgänger zu schaden.
Was will die Polizei tun, um die Nordthüringer Straßen sicherer zu machen: Junge Fahrer und Motorradfahrer werden auch in diesem Jahr wieder mit speziellen Veranstaltungen angesprochen. Am 22.04.06 geht es los beim TÜV mit einer Veranstaltung für die Kradfahrer. Aktionen an Berufsschulen sind zu Beginn des neuen Schuljahrs geplant.
