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Bürgerinitiative: Offener Brief an Windehäuser Gemeinderäte

Mittwoch, 25. Oktober 2000, 12:05 Uhr
Windehausen (nnz). In einem offenen Brief wendet sich die Bürgerinitiative zur Rettung der Goldenen Aue an die Mitglieder des Gemeinderates von Windehausen. nnz veröffentlicht das Schreiben:

"Wir wenden uns heute an Sie in Ihrer Funktion als Mitglied des Gemeinderates Windehausens und somit als engagierten Bürger. Sicherlich ist Ihnen die Diskussion der letzten Wochen über das "Industriegebiet Goldene Aue" nicht entgangen. Wir als Bürgerinitiative, in der auch viele Ihrer Mitbürger aktiv geworden sind, haben uns unter anderem zur Aufgabe gemacht, unsere Gemeindevertreter über deren Ansicht zu diesem Problem, sowie über die damals in den Gemeinderäten durchgeführten Diskussionen über eine Industrieansiedlung in der Goldenen Aue zu befragen. Für uns wäre es von großer Bedeutung zu erfahren, in wie weit Sie über die wirklichen Planungsziele und deren Auswirkung, auch auf Ihr persönliches Umfeld, umfassend informiert wurden. Da die Tragweite dieses Projektes jeden Bürger der "Goldenen Aue" betrifft, positiv oder negativ, müssen alle Auswirkungen angesprochen und geprüft werden. Alle Gemeinderäte haben sich seinerzeit für eine Industrieansiedlung ausgesprochen. Wir gehen davon aus, da die Planungsunterlagen jetzt öffentlich ausliegen, dass jeder, der verantwortungsbewusst mit dem Schicksal der Goldenen Aue umgeht, den genauen Inhalt kennt und sich persönlich die Planungsunterlagen angesehen hat. Sie müssen nun die heutigen Fakten mit denen vergleichen, die damals Ihre Entscheidung beeinflusst haben. Sie haben das Recht und wir denken auch die Pflicht, als von Ihren Mitbürgern gewählter Vertreter, Entscheidungen zu überprüfen und auch den Mut zu haben, diese ggf. zu revidieren, wenn Sie neue Erkenntnisse erlangen. Nur durch umfassende Information werden Sie in die Lage versetzt, sich gegenüber Ihren Mitbürgern, die in großer Anzahl gegen dieses Industriegebiet stimmen, zu rechtfertigen. Sie sind nun verantwortlich dafür, was letztlich mit der Goldenen Aue geschieht. Daher unsere eindringliche Bitte: Warten Sie mit der Abstimmung zur Änderung des Flächennutzungsplanes für dieses Gebiet, bis Sie sich über alle Auswirkungen im Klaren sind. Bitte informieren Sie sich z.B. darüber, ob eine große Zahl der angestrebten Arbeitsplätze überhaupt je erreicht werden kann, ob zehn Jahre nach der Wende noch seriöse Großindustrie, die auch hier ihre Steuern zahlt, angesiedelt werden kann, oder ob sich letztendlich nicht doch diejenigen Betriebe ansiedeln, die auch aufgrund ihrer Emissionen nur hier geduldet werden und anderswo strikt abgelehnt werden. Fragen Sie letztendlich ihr Gewissen, ob Sie später eine solche Naturzerstörung rechtfertigen können, denn Sie sind für die Folgen für Ihre Gemeinde verantwortlich. Sehen Sie sich in anderen Kommunen um, in denen die gleichen Fehler gemacht wurden und wo die Gemeinde noch heute für die Planungs-und Erschliessungskosten Schulden tilgen muß. Bitte nutzen Sie jetzt die Gelegenheit! Sehen Sie sich die Planungsunterlagen an und überdenken Sie Ihre Entscheidung auch im Hinblick darauf, dass die meisten Windehäuser Bürger gegen dieses Industriegebiet sind.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns Ihre Meinung mitteilen würden, denn letztendlich haben wir das gleiche Ziel: Auch wir wollen das Beste für die Goldene Aue, für eine lebenswerte Zukunft!

Mit freundlichen Grüssen

Im Namen der Bürgerinitiative: Reinhard Kaiser, Monika Teuber, Gerhard Lüttge, Lutz Wedekind
Autor: nnz

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