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Der Verdienstorden für...

Freitag, 24. März 2006, 07:55 Uhr
Nordhausen/Erfurt (nnz). In der kommenden Woche wird wieder mal in Erfurt der Thüringer Verdienstorden verliehen. Dazu wurden 150 Einladungen verschickt, vorwiegend an Freunde des geschriebenen Wortes...


„Der Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus gibt sich die Ehre, zur feierlichen Verleihung des Thüringer Verdienstordens an die Dichterin Sarah Kirsch und ihre sich anschließende Lesung am Dienstag, dem 28. März 2006, 14.00 Uhr, in den Barocksaal der Thüringer Staatskanzlei, Erfurt, Regierungsstraße 73, einzuladen.“ Diese Einladung wurde 150 mal an Menschen aller Altersgruppen versandt , die die Lyrik und Prosa dieser seit 1983 im Norden Deutschlands lebenden Poetin schätzen.

Ihre Wiege stand in Thüringen, genauer gesagt im Südharzvorland im ehemaligen Pfarrhaus in Limlingerode, Lange Reihe 11. „Es ist ja mein wirkliches Geburtshaus, hat man ja nicht mehr so oft!“, schrieb sie in einem Brief von 1996, dem Jahr, in dem sich der Kontakt in diese Region Thüringens anbahnte und bis heute andauert. Sarah Kirsch sowie ihr Freundes- und Bekanntenkreis in den deutschen Landen waren maßgeblich an der Spendenaktion für die Restaurierung des barocken Taufengels der Dorfkirche in Limlingerode beteiligt, mit dessen Hilfe die einen Monat alte Ingrid Bernstein von ihrem Großvater, dem Pfarrherrn, am 19. 5. 1935 getauft wurde. Als die längere Zeit leerstehende Pfarre Ende November 2002 als Dichterstätte „Sarah Kirsch“ ihre Pforten nach umfassender Rekonstruktion für Lyrikfreunde öffnen konnte, war es der Dichterin in nicht unbedeutender Weise zu danken, daß Fördermittel unterschiedlichster Art flossen: Der Name Sarah Kirsch steht ja für deutsche Dichtkunst großer Güte!

Nachdem die Dichterstätte nun Literaturinteressierten anlocken konnte, schrieb die Poetin einen literarischen Brief für den Förderverein, in dem sie über die Hauseröffnung und ihren Aufenthalt im Dorf resümiert. Dieser ist in der Zwischenzeit unter dem Titel „Lieber Donny“ auch in dem neuesten Prosaband der Autorin: „Kommt der Schnee im Sturm geflogen“ bei der Deutschen Verlags-Anstalt München erschienen und somit literarisch geworden.

Der Ort der Ehrung in Erfurt kann nicht sinnreicher sein, denn in ihm trafen sich Goethe, Schiller, Caroline und Wilhelm von Humboldt u. a. Dichter und Denker mit dem damaligen Hausherren, dem kurmainzischen Statthalter Freiherrn Carl von Dahlberg, häufig zu anregendem Gedankenaustausch. Daß die deutsche Sprache dabei in beispielhafter Weise gebraucht wurde, ist ohne Frage. Die Mitglieder der Dichterstätte „Sarah Kirsch“ freuen sich, daß die Dichterin in dem Teil Deutschlands geehrt wird, indem ihr Lebensweg begann.
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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