Tollhaus Nobas?
Mittwoch, 22. März 2006, 12:35 Uhr
Nordhausen (nnz). Es ist seit Jahren das gleiche Spiel an der Rothenburgstraße in Nordhausen. Die Mitarbeiter der Nobas Spezialstahlbau haben wieder mal neue Arbeitsverträge erhalten. Doch diesmal hat alles eine neue Dimension – wird toller.
Gestern – so war zu erfahren – war Günther Papenburg wieder mal in Nordhausen. In seiner Ledertasche soll er einen Packen neuer Arbeitsverträge für die rund 50 Mitarbeiter der Nobas Spezialstahlbau GmbH gehabt haben, die ihm eigentlich nicht mehr gehört. Mit diesen neuen Arbeitsverträgen sollen die Mitarbeiter natürlich wieder mal ihren Verzicht auf die vollstreckbaren Titel erklären. Im Gegenzug sichere ihnen der Arbeitgeber eine einmalige Vergütung von 500 Euro mit dem Aprilgehalt zu. Weiter soll in dem Papier zu lesen sein: Der Differenzbetrag von Januar bis Dezember wird ebenfalls im April 2006 vergütet! Satzende. Was vergütet wird, dazu fehlt die Erklärung.
Nun ist dieser Vorschlag ja erst mal ein Vorschlag, denkt sich der Außenstehende. Doch die Tollhaus-Note, die wird wegen eines anderen Umstandes vergeben. So befindet sich die Spezialstahlbau GmbH in der vorläufigen Insolvenz. Als Grund war im Antrag Zahlungsunfähigkeit angegeben worden, die Mitarbeiter erhalten keinen Lohn, sondern Insolvenzausfallsgeld. Wie also kann ein zahlungsunfähiges Unternehmen solche Angebote machen, die zu dem noch ziemlich unmoralisch sind? Hier müssen nämlich die 500 Euro gegen die zwischen 8.000 und 12.000 Euro teuren vollstreckbaren Titel der Mitarbeiter gegengerechnet werden, die in diesem Insolvenzfall als Gläubiger auftreten.
Doch zurück zu den Eigentumsverhältnissen des Unternehmens. Noch immer seien – wie mehrfach bekundet – die Herren Rahlfs und Kupsch nicht nur die Geschäftsführer, sondern auch die Eigentümer der GmbH. Warum also verteilt Günther Papenburg neue Arbeitsverträge, warum führt er die Gespräche mit den Arbeitnehmern, warum will er die Verträge am Freitag wieder einsammeln?
Fragen über Fragen, die sich auftun und über deren Beantwortung man eher staunen könnte. Auf der Arbeitnehmerseite indes richtet man sich auf den 1. April ein. Dann könnte das Insolvenzverfahren aus seiner Vorläufigkeit heraustreten. Dann aber könnte die Spezialstahlbau GmbH auch keine Mitarbeiter mehr haben. Die sind dann – so ihr verbrieftes Recht – wieder Mitarbeiter der Günther Papenburg AG.
Autor: nnzGestern – so war zu erfahren – war Günther Papenburg wieder mal in Nordhausen. In seiner Ledertasche soll er einen Packen neuer Arbeitsverträge für die rund 50 Mitarbeiter der Nobas Spezialstahlbau GmbH gehabt haben, die ihm eigentlich nicht mehr gehört. Mit diesen neuen Arbeitsverträgen sollen die Mitarbeiter natürlich wieder mal ihren Verzicht auf die vollstreckbaren Titel erklären. Im Gegenzug sichere ihnen der Arbeitgeber eine einmalige Vergütung von 500 Euro mit dem Aprilgehalt zu. Weiter soll in dem Papier zu lesen sein: Der Differenzbetrag von Januar bis Dezember wird ebenfalls im April 2006 vergütet! Satzende. Was vergütet wird, dazu fehlt die Erklärung.
Nun ist dieser Vorschlag ja erst mal ein Vorschlag, denkt sich der Außenstehende. Doch die Tollhaus-Note, die wird wegen eines anderen Umstandes vergeben. So befindet sich die Spezialstahlbau GmbH in der vorläufigen Insolvenz. Als Grund war im Antrag Zahlungsunfähigkeit angegeben worden, die Mitarbeiter erhalten keinen Lohn, sondern Insolvenzausfallsgeld. Wie also kann ein zahlungsunfähiges Unternehmen solche Angebote machen, die zu dem noch ziemlich unmoralisch sind? Hier müssen nämlich die 500 Euro gegen die zwischen 8.000 und 12.000 Euro teuren vollstreckbaren Titel der Mitarbeiter gegengerechnet werden, die in diesem Insolvenzfall als Gläubiger auftreten.
Doch zurück zu den Eigentumsverhältnissen des Unternehmens. Noch immer seien – wie mehrfach bekundet – die Herren Rahlfs und Kupsch nicht nur die Geschäftsführer, sondern auch die Eigentümer der GmbH. Warum also verteilt Günther Papenburg neue Arbeitsverträge, warum führt er die Gespräche mit den Arbeitnehmern, warum will er die Verträge am Freitag wieder einsammeln?
Fragen über Fragen, die sich auftun und über deren Beantwortung man eher staunen könnte. Auf der Arbeitnehmerseite indes richtet man sich auf den 1. April ein. Dann könnte das Insolvenzverfahren aus seiner Vorläufigkeit heraustreten. Dann aber könnte die Spezialstahlbau GmbH auch keine Mitarbeiter mehr haben. Die sind dann – so ihr verbrieftes Recht – wieder Mitarbeiter der Günther Papenburg AG.
