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Polizei im Großeinsatz

Dienstag, 14. März 2006, 11:59 Uhr
Nordhausen (nnz). Mehr als 30 Beamte der Kripo rückten am Montagmorgen aus, um Gewerberäume und Wohnungen zu durchsuchen und Produktpiraten das Handwerk zu legen. Unter anderem auch in Nordhausen, in der Bahnhofstraße. Einzelheiten wie immer in Ihrer nnz.

Polizei im Großeinsatz (Foto: nnz) Polizei im Großeinsatz (Foto: nnz)

Unterstützt wurden die Beamten dabei von Ermittlern und Fachleuten der proMedia GmbH. Der Leiter der Polizeidirektion Nordhausen, Polizeidirektor Günther Lierhammer, zur nnz: „Die Durchsuchungen fanden genau zum richtigen Zeitpunkt statt. Sie bewiesen, mit welch hohem Organisationsgrad die Fälscher zu Werke gehen. Als die Ermittler vor Ort eintrafen, fanden sie die komplette Logistik der Tätergruppe vor, die von der Herstellung, über das Feilbieten im Internet, den Verkauf und das Verpacken bis hin zum Versand reichte. Das Ergebnis der Ermittlungen ist einmal mehr Beweis für die hervorragende Ermittlungstätigkeit unserer Beamten.“

Die Kriminalpolizei ermittelt bereits seit mehreren Monaten gegen sieben Beschuldigte im Alter zwischen 24 und 37 Jahren. Darunter auch drei Frauen. Durchsucht wurden gestern insgesamt elf Objekte in Nordhausen, Sangerhausen und im Landkreis Eichsfeld. Neben den gefälschten T-Shirts und Buttons (Anstecknadeln) wurden auch die zur Herstellung verwendeten Computer, Werkzeuge, Druckplatten und ein komplettes Siebdruckkarussel beschlagnahmt.

Die Produktionsstätte und der Hauptvertrieb befanden sich in einer Firma in der Nordhäuser Bahnhofstraße. Die ermittelnden Beamten sprachen von einer kompletten Fälscherwerkstatt. In einem Raum arbeitete die Druckmaschine auf Hochtouren. Nebenan wurden die Kontoeingänge bei der Bank registriert, während an einem weiteren Bildschirm die Versteigerungen im Internet organisiert und beobachtet wurden. Im Nachbarraum war man dabei die Ware zu verpacken und zu beschriften.

Betroffen sind insbesondere Produkte von Robbie Williams, den Toten Hosen, Ramstein, U2, Böhse onkelz und anderen nationalen und internationalen Künstlern. Der Marktwert der gestern beschlagnahmten Fälscherwaren wird auf etwa 100.000 Euro geschätzt. Der tatsächliche Schaden ist zur Zeit noch nicht abzusehen. Auf einem der verwendeten Internetkonten waren zum Zeitpunkt der Beschlagnahme über 6.000 erfolgreiche Versteigerungen registriert worden. Bis zum Abschluss der Ermittlungen wird es wahrscheinlich noch Wochen dauern.
Autor: nnz

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