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Zwei Ausstellungen in einer

Samstag, 11. März 2006, 19:40 Uhr
Nordhausen (nnz). Ab heute sind beide Ausstellungen für die Nordhäuser zugänglich. Der surrealistische Miro und der realistische Jasenko Conka. Farbenfrohe Bilder neben Abrißbauten, eine ungewöhnliche Mischung. Nnz hat sich diese angesehen.

Zwei Ausstellungen in einer (Foto: nnz) Zwei Ausstellungen in einer (Foto: nnz)

Die ästhetische Darstellung des Verfalls ist Jasenko Conka gelungen. Er habe einen poetischen zur Vergänglichkeit des Menschen gesucht und in den verfallenen Häusern der Stadt Nordhausen gefunden. Kennengelernt hat der 1964 in Sarajevo geborenen, heute in Graz lebende Künstler die Rolandstadt durch seine Arbeit am Theater. Letztmalig 2004 sorgte er für die Ausstattung des Stücks „Der Sohn“ von Jon Fosses. Es war die letzte Schauspielproduktion des Hauses.

Seine Bilder fing der Künstler mit einer analogen Mittelformatkamera ein. Für manche Aufnahmen benötigte er Belichtungszeiten um fünf Minuten, und natürlich ein Stativ. Blitzlicht kam nicht zum Einsatz. Conka wollte ein realistisches Abbild von den verfallenen, teilweise noch mit Möbeln ausgestatteten Wohnungen zeigen.

Beim Betrachten werden vor allem bei Älteren Erinnerungen wieder wach, an scheußliche DDR-Tapete mit großformatigen Mustern oder an Blümchenmotive aus den Zimmern der Großeltern. Ein pinkfarben-schrill anmutendes Badezimmer scheint fast noch benutzbar, während die Innenansichten aus der Villa im Park Hohenrode den schnellen Verfall dokumentieren.

Die zweite Ausstellung mit Bildern des spanischen Künstlers Joan Miro stimmt fröhlicher. Farbenfrohe Bilder und Grafiken des Surrealisten sollen auf die Ballettvorstellung „TanzMiro“ im Nordhäuser Theater einstimmen. Diese Ausstellung ist die erste Zusammenarbeit von Kunst und Bühne. Ballettdirektorin Jutta Wörne hatte die Idee zu dem Ballettabend. Schnell fand sie weitere Fans des Künstlers und entdeckte dabei, daß im Kunsthaus Meyenburg Miro-Werke vorhanden sind.

Wer sich die 17 Szenen des ganz im Sinne des Spaniers inszenierten Balletts ansieht und hinterher im Kunsthaus auf Spurensuche geht, der bekommt sogar Rabatt auf die Eintrittskarte für die Ausstellung, ließ Theaterintendant Lars Tietje wissen. Wer zuerst ins Kunsthaus kommt, bekommt zwar keinen Rabatt, kann sich aber mit Bildern von Tilman Graner auf das Ballett einstimmen. Auch ein Modell des Bühnenbildes ist zu sehen.

In der Ausstellung werden 15 Werke aus der Ilsetraut Glock-Grabe-Stiftung gezeigt. Drei neue Bilder kamen erst am vergangenen Montag dazu. Miro soll nicht der einzige Surrealist sein, den die Nordhäuser in diesem Jahr entdecken können. Es ist außerdem eine Ausstellung mit Werken von Salvatore Dali geplant.

Das Ballett „TanzMiro“ feiert am 17.03. um 19.30 Uhr im Theater seine Premiere. Die Ausstellung ist bis zum 16. April im Kunsthaus Meyenburg zu sehen. Die erste Führung gibt es morgen (Sonntag12.03.) um 11.00 Uhr.
Autor: wf

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