Wie geht’s weiter beim ALG II?
Donnerstag, 09. März 2006, 15:07 Uhr
Nordhausen (nnz). In diesem Jahr ändern sich einige Regelungen beim Arbeitslosengeld II. Wie wird sich das auf die Nordhäuser auswirken? Was plant die ARGE? Antworten auf diese Fragen hat Ihre nnz.
Hans-Georg Müller, ARGE-Chef, zog heute Bilanz. Grundsätzlich zeigte er sich zufrieden mit der Arbeit. Im Bereich Leistungsrecht habe man glücklicherweise ein halbes Jahr Vorlauf gehabt, so daß ma 01.01.2005 allen Berechtigten Geld überwiesen, in Einzelfällen bar ausgezahlt, werden konnte. Erwartet hatte man etwa 5.461 Bedarfsgemeinschaften mit 8.200 Menschen. Im Dezember war die ARGE von der Realität eingeholt worden, 7.604 Bedarfsgemeinschaften entsprechen 13.340 Personen, die betreut werden wollen. Trotz verschiedener Arbeitsmarktmaßnahmen, wie der Schaffung von Arbeitsgelegenheiten, stieg die Zahl der Antragsteller. Für das Jahr 2006 rechnet Müller nicht mit sinkenden Zahlen der Bedarfsgemeinschaften. Zwischen 7.500 und 8.000 würde sich die Zahl vermutlich einpegeln. Trotz Neuregelungen, die besonders die Jugendlichen betreffen, also eher steigende Werte.
Junge Arbeitslose unter 25 Jahren sollen in Zukunft wieder mehr von ihren Eltern unterstützt werden. Sie sollen mit ihnen gemeinsam eine Bedarfsgemeinschaft bilden und bekommen nur noch 80 % des Regelsatzes. Diese Summe bekommen auch jene Jugendliche, die ohne Zustimmung der ARGE in eine eigene Wohnung ziehen. Für die Wohnung werden auch keine Kosten übernommen. Wer ausziehen möchte, weil er es zuhause nicht aushält oder um eine Ausbildung zu beginnen, der muß sich vorher informieren. Im Einzelfall kann positiv entschieden werden. Noch schnell auszuziehen bringt nichts. Nur für diesen Monat gäbe es dann noch Geld.
Hans-Georg Müller berichtete auch von Fällen, wo Eltern ihren Kindern was gutes tun wollten und sie zum Auszug drängten. Damit war dann die eigene Wohnung zu groß. Nun müssen sich die Eltern auch eine neue Bleibe suchen. Für Jugendliche, die studieren oder eine Ausbildung machen, soll es sich finanziell zum Positiven ändern. BaföG und Berufsausbildungsbeihilfe müssen dann so hoch sein wie das ALG II. Müller hat schon von Jugendlichen gehört, daß sie die Ausbildung abbrechen wollen, weil sie dort weniger bekommen, als in der Arbeitslosigkeit.
Für das neue Jahr hat sich die ARGE vorgenommen, die Zahl der Empfänger zu verringern und mehr Menschen in Arbeit, Ausbildung oder Beschäftigung zu bringen. 2005 gab 2.296 Arbeitsgelegenheiten. Wir hätten noch 2.000 mehr vermitteln können.berichtet Müller. Landrat Joachim Claus bestätigt, daß diese Ein-Euro-Jobs gern angenommen worden. Den Leuten sei es in den wenigsten Fällen um das zusätzliche Geld gegangen. Besonders ältere Arbeitslose hätten sich gefreut unter Menschen zu kommen und etwas sinnvolles zu tun. Trotzdem soll es 2006 nur 1.400 dieser Jobs geben. Die Zahl der geförderten Weiterbildungen hingegen wird verdoppelt, von 287 auf 580 geplante Teilnehmer. Während 2005 1.202 Personen an Trainingsmaßnahmen teilnehmen, werden dieses Jahr 1.600 Plätze angeboten.
Hans-Georg Müller beschreibt, wie unterschiedlich die Voraussetzungen sind. Da ist der Student, der kein Anrecht auf ALG I hat, aber sofort arbeiten könnte, oder Schulabgänger mit guten Noten, die einfach nur einen Ausbildungsplatz brauchen. Am anderen Ende der Skala finden sich die Menschen, die sogar Schwierigkeiten haben, morgens aufzustehen, das Arbeiten im Prinzip verlernt haben. Wenn dann noch Sucht und persönliche Probleme dazukommen, haben diese Leute keine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Die ARGE kann hier anders als die Arbeitsagentur mit Sozialarbeit versuchen, die Betroffenen wieder an ein geregeltes Leben zu gewöhnen. Dazwischen liegen unterschiedlichste Bedürfnisstrukturen. Manch einer ist mit einer Trainingsmaßnahme oder einer Umschulung wieder fit für den ersten Arbeitsmarkt.
Denn der wandelt sich, wenn auch langsam. Zunehmend sind ältere Arbeitnehmer wieder gefragt. Das muß auch so sein, denn in der Zukunft wird es einen Mangel an Fachkräften und an ausbildungsfähigen Jugendlichen geben. Der Geburtenknick erreicht die Betriebe. Um jeden, der mit etwas Hilfe Chancen auf einen Job hat, will sich die ARGE in diesem Jahr noch besser kümmern, eine passende Maßnahme oder eine Arbeitsstelle finden.
Autor: wfHans-Georg Müller, ARGE-Chef, zog heute Bilanz. Grundsätzlich zeigte er sich zufrieden mit der Arbeit. Im Bereich Leistungsrecht habe man glücklicherweise ein halbes Jahr Vorlauf gehabt, so daß ma 01.01.2005 allen Berechtigten Geld überwiesen, in Einzelfällen bar ausgezahlt, werden konnte. Erwartet hatte man etwa 5.461 Bedarfsgemeinschaften mit 8.200 Menschen. Im Dezember war die ARGE von der Realität eingeholt worden, 7.604 Bedarfsgemeinschaften entsprechen 13.340 Personen, die betreut werden wollen. Trotz verschiedener Arbeitsmarktmaßnahmen, wie der Schaffung von Arbeitsgelegenheiten, stieg die Zahl der Antragsteller. Für das Jahr 2006 rechnet Müller nicht mit sinkenden Zahlen der Bedarfsgemeinschaften. Zwischen 7.500 und 8.000 würde sich die Zahl vermutlich einpegeln. Trotz Neuregelungen, die besonders die Jugendlichen betreffen, also eher steigende Werte.
Junge Arbeitslose unter 25 Jahren sollen in Zukunft wieder mehr von ihren Eltern unterstützt werden. Sie sollen mit ihnen gemeinsam eine Bedarfsgemeinschaft bilden und bekommen nur noch 80 % des Regelsatzes. Diese Summe bekommen auch jene Jugendliche, die ohne Zustimmung der ARGE in eine eigene Wohnung ziehen. Für die Wohnung werden auch keine Kosten übernommen. Wer ausziehen möchte, weil er es zuhause nicht aushält oder um eine Ausbildung zu beginnen, der muß sich vorher informieren. Im Einzelfall kann positiv entschieden werden. Noch schnell auszuziehen bringt nichts. Nur für diesen Monat gäbe es dann noch Geld.
Hans-Georg Müller berichtete auch von Fällen, wo Eltern ihren Kindern was gutes tun wollten und sie zum Auszug drängten. Damit war dann die eigene Wohnung zu groß. Nun müssen sich die Eltern auch eine neue Bleibe suchen. Für Jugendliche, die studieren oder eine Ausbildung machen, soll es sich finanziell zum Positiven ändern. BaföG und Berufsausbildungsbeihilfe müssen dann so hoch sein wie das ALG II. Müller hat schon von Jugendlichen gehört, daß sie die Ausbildung abbrechen wollen, weil sie dort weniger bekommen, als in der Arbeitslosigkeit.
Für das neue Jahr hat sich die ARGE vorgenommen, die Zahl der Empfänger zu verringern und mehr Menschen in Arbeit, Ausbildung oder Beschäftigung zu bringen. 2005 gab 2.296 Arbeitsgelegenheiten. Wir hätten noch 2.000 mehr vermitteln können.berichtet Müller. Landrat Joachim Claus bestätigt, daß diese Ein-Euro-Jobs gern angenommen worden. Den Leuten sei es in den wenigsten Fällen um das zusätzliche Geld gegangen. Besonders ältere Arbeitslose hätten sich gefreut unter Menschen zu kommen und etwas sinnvolles zu tun. Trotzdem soll es 2006 nur 1.400 dieser Jobs geben. Die Zahl der geförderten Weiterbildungen hingegen wird verdoppelt, von 287 auf 580 geplante Teilnehmer. Während 2005 1.202 Personen an Trainingsmaßnahmen teilnehmen, werden dieses Jahr 1.600 Plätze angeboten.
Hans-Georg Müller beschreibt, wie unterschiedlich die Voraussetzungen sind. Da ist der Student, der kein Anrecht auf ALG I hat, aber sofort arbeiten könnte, oder Schulabgänger mit guten Noten, die einfach nur einen Ausbildungsplatz brauchen. Am anderen Ende der Skala finden sich die Menschen, die sogar Schwierigkeiten haben, morgens aufzustehen, das Arbeiten im Prinzip verlernt haben. Wenn dann noch Sucht und persönliche Probleme dazukommen, haben diese Leute keine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Die ARGE kann hier anders als die Arbeitsagentur mit Sozialarbeit versuchen, die Betroffenen wieder an ein geregeltes Leben zu gewöhnen. Dazwischen liegen unterschiedlichste Bedürfnisstrukturen. Manch einer ist mit einer Trainingsmaßnahme oder einer Umschulung wieder fit für den ersten Arbeitsmarkt.
Denn der wandelt sich, wenn auch langsam. Zunehmend sind ältere Arbeitnehmer wieder gefragt. Das muß auch so sein, denn in der Zukunft wird es einen Mangel an Fachkräften und an ausbildungsfähigen Jugendlichen geben. Der Geburtenknick erreicht die Betriebe. Um jeden, der mit etwas Hilfe Chancen auf einen Job hat, will sich die ARGE in diesem Jahr noch besser kümmern, eine passende Maßnahme oder eine Arbeitsstelle finden.
