Problem Altersabsicherung
Donnerstag, 09. März 2006, 06:03 Uhr
Nordhausen (nnz). Vielleicht war es ein Stück der versprochenen neuen Ehrlichkeit, die die große Koalition bei der Vorstellung ihres Rentenversicherungsberichtes veranlasste, den Bürgern die Perspektive der Altersabsicherung allein durch die gesetzliche Rente so deutlich zu veranschaulichen. nnz berichtet.
Die Menschen in Deutschland werden nach Ansicht von Bundessozialminister Franz Müntefering (SPD) nur dann im Alter abgesichert sein, wenn sie mehr privat vorsorgen. "Wir müssen uns da noch verdammt anstrengen", sagte Müntefering. Eine private Pflichtversicherung lehnte er jedoch ab. "Sicherheit im Alter ist möglich", sagte der Vizekanzler bei der Vorlage des Rentenversicherungs- sowie des Alterssicherungsberichts der Bundesregierung in Berlin. In dem Bericht schließt die Bundesregierung für die folgenden drei Jahre Rentensteigerungen für die derzeit knapp 20 Millionen Ruheständler aus.
Bisher hat es 2004 und 2005 Nullrunden für Rentner gegeben. Nur bei wachsendem Wohlstand in Deutschland könnten die Renten auch wieder steigen, erklärte Müntefering. Was heute in Bildung und Forschung und Technologie investiert werde, sei die wichtigste Altersvorsorge für die Zukunft. Beschäftigte und Unternehmen sollen bei Zahlungen in die Rentenkassen nicht stärker als bisher geplant belastet werden. Der Beitragssatz von 2007 bis 2012 soll nach dem Willen der Regierung bei 19,9 stabil gehalten werden. Bis zum Jahr 2014 soll der Satz dann auf 19,4 Prozent sinken.
Die gesetzliche Rente bleibe verlässliche Säule der Altersversorgung, betonte der Minister. Die Struktur sei in Ordnung, das System bis zum Jahr 2030 tragend. Allerdings müßten die private und betriebliche Vorsorge noch verstärkt werden. "Die Riester-Rente muß zur Selbstverständlichkeit werden", forderte der SPD-Politiker. Untere Einkommensgruppen nutzen die Möglichkeiten nach Angaben Münteferings zu wenig. Hier müsse stärker geworben werden. Bisher haben nach Angaben der Bundesregierung 5,6 Millionen Bürger einen Vertrag zur Riester-Rente abgeschlossen.
Union und SPD wollten diese private Vorsorge stärken. Bei der staatlich geförderten Riester-Rente sei ab dem Jahr 2008 ein stärkerer Kinderzuschlag vorgesehen.
In dem Bericht korrigiert die Regierung die Prognose der Rentenhöhe wegen geringerer Lohnsteigerungen deutlich nach unten. Für das Jahr 2009 wird nun eine so genannte Eckrente von 1180 Euro erwartet. 1995 hatte der damalige Sozialminister Norbert Blüm (CDU) noch 1510 Euro für das Jahr 2009 veranschlagt.
Dabei war die frühere Regierung davon ausgegangen, daß Wirtschaft und Löhne stärker zulegen. Die Eckrente erhält ein Durchschnittsverdiener, wenn er 45 Jahre Beiträge zahlte. Die Prognosen für die Entwicklung der Bruttolöhne, die an die Renten gekoppelt sind, wurden ebenso um insgesamt 22 Prozent reduziert.
Müntefering verteidigte die vom Kabinett gebilligten Vorhersagen als realistisch. Die Prognosen bis 2019 beziehungsweise 2030 seien eine vorsichtigere und nüchternere Beschreibung dessen, wie sich Löhne und Beschäftigung entwickeln.
Autor: nnzDie Menschen in Deutschland werden nach Ansicht von Bundessozialminister Franz Müntefering (SPD) nur dann im Alter abgesichert sein, wenn sie mehr privat vorsorgen. "Wir müssen uns da noch verdammt anstrengen", sagte Müntefering. Eine private Pflichtversicherung lehnte er jedoch ab. "Sicherheit im Alter ist möglich", sagte der Vizekanzler bei der Vorlage des Rentenversicherungs- sowie des Alterssicherungsberichts der Bundesregierung in Berlin. In dem Bericht schließt die Bundesregierung für die folgenden drei Jahre Rentensteigerungen für die derzeit knapp 20 Millionen Ruheständler aus.
Bisher hat es 2004 und 2005 Nullrunden für Rentner gegeben. Nur bei wachsendem Wohlstand in Deutschland könnten die Renten auch wieder steigen, erklärte Müntefering. Was heute in Bildung und Forschung und Technologie investiert werde, sei die wichtigste Altersvorsorge für die Zukunft. Beschäftigte und Unternehmen sollen bei Zahlungen in die Rentenkassen nicht stärker als bisher geplant belastet werden. Der Beitragssatz von 2007 bis 2012 soll nach dem Willen der Regierung bei 19,9 stabil gehalten werden. Bis zum Jahr 2014 soll der Satz dann auf 19,4 Prozent sinken.
Die gesetzliche Rente bleibe verlässliche Säule der Altersversorgung, betonte der Minister. Die Struktur sei in Ordnung, das System bis zum Jahr 2030 tragend. Allerdings müßten die private und betriebliche Vorsorge noch verstärkt werden. "Die Riester-Rente muß zur Selbstverständlichkeit werden", forderte der SPD-Politiker. Untere Einkommensgruppen nutzen die Möglichkeiten nach Angaben Münteferings zu wenig. Hier müsse stärker geworben werden. Bisher haben nach Angaben der Bundesregierung 5,6 Millionen Bürger einen Vertrag zur Riester-Rente abgeschlossen.
Union und SPD wollten diese private Vorsorge stärken. Bei der staatlich geförderten Riester-Rente sei ab dem Jahr 2008 ein stärkerer Kinderzuschlag vorgesehen.
In dem Bericht korrigiert die Regierung die Prognose der Rentenhöhe wegen geringerer Lohnsteigerungen deutlich nach unten. Für das Jahr 2009 wird nun eine so genannte Eckrente von 1180 Euro erwartet. 1995 hatte der damalige Sozialminister Norbert Blüm (CDU) noch 1510 Euro für das Jahr 2009 veranschlagt.
Dabei war die frühere Regierung davon ausgegangen, daß Wirtschaft und Löhne stärker zulegen. Die Eckrente erhält ein Durchschnittsverdiener, wenn er 45 Jahre Beiträge zahlte. Die Prognosen für die Entwicklung der Bruttolöhne, die an die Renten gekoppelt sind, wurden ebenso um insgesamt 22 Prozent reduziert.
Müntefering verteidigte die vom Kabinett gebilligten Vorhersagen als realistisch. Die Prognosen bis 2019 beziehungsweise 2030 seien eine vorsichtigere und nüchternere Beschreibung dessen, wie sich Löhne und Beschäftigung entwickeln.
