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Zwei Kandidaten für den Frühling

Donnerstag, 02. März 2006, 20:26 Uhr
Nordhausen (nnz). Heute wurde die Riege der Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahlen und die Landratswahlen um zwei Personen komplett gemacht. Beide tragen die Farbe Grün und wissen doch, dass sie keine Chance haben...


Es war ein Frühlingsfest, das sich die Bündnisgrünen im Landkreis Nordhausen zur Präsentation ihrer Kandidaten für die Kommunalwahlen ausgesucht hatten. Eine gelbe Primel am Eingang zur Finkenburg sollte Symbolwert haben, die Sonne tat ihr Übriges und reflektiert ihren Schein auf die Zuhörer des Abends. Die lauschten zuvor der ehemaligen Vorsitzenden einer Regierungsfraktion und jetzigen Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. Kathrin Göring-Eckhardt redete dann auch brav und professionell, sie wollte die Strategie der Bündnisgrünen für die Region deutlich machen. Da steht – eigenartig und wandelhaft – die Wirtschaftspolitik oben an, gefolgt vom demografischen Wandel und den notwendigen Investitionen in die Bildung. All das versäume die bündnisgrüne Vorzeigefrau aus Thüringen bei der jetzigen Bundesregierung. Was sie nicht sagte, ihre Partei hatte acht Jahre Zeit, die nötigen Voraussetzungen zu schaffen. Übrigens: Bei den Zahlen zur Landesgartenschau hätte Frau Vizepräsidentin sich besser vorbereiten lassen sollen.

Zwei Kandidaten für den Frühling (Foto: nnz) Zwei Kandidaten für den Frühling (Foto: nnz) Wesentlich interessanter war dann schon die Präsentation der Kandidaten. Um den Job des Oberbürgermeisters wird sich Ursula Burkhardt bewerben. Die Ingenieurin und erfahrene Kommunalpolitikerin plädiert für eine verstärkte Zusammenarbeit von Kreisstadt und Landkreis, für eine gemeinsame Schulentwicklungsplanung sowie für die Ansiedlung von Unternehmen an Altstandorten. Künftig sollen die Bürger in die Aufstellung der Haushalte einbezogen werden. Ganz genau so, wie das in Venezuela bereits der Fall sei. Und dann sollen im Landkreis Nordhausen vernünftige Radwege gebaut werden, damit zum Beispiel Schüler aus allen Orten des Landkreises ihre Schule per Fahrrad erreichen können, das halte übrigens auch gesund.

War Ursula Burkhardt eigentlich nicht der Überraschungskandidat, so kann Heinrich Lorenz durchaus als Joker bezeichnet werden. Der ausgebildete Bauingenieur und Inhaber eines Planungsbüros in Neustadt will Landrat werden. Der 47jährige sieht die Baubranche immer noch in einer tiefen Krise, denn es werden zwar schöne Straßen oder Verwaltungsgebäude gebaut, aber keine Industriebauten. Auch Heinrich Lorenz will die lokale Wirtschaft stärken, Ökonomie und Ökologie in Einklang bringen sowie die immer noch hohe Arbeitslosigkeit und den Wegzug junger und ausgebildeter Leute durch Umschulung verhindern. Was noch zu tun ist, das ist ein Umdenken in der Verwaltung, aber auch ein Umdenken der Bürger zur Verwaltung.

Die Bündnisgrünen hatten zu einem Event eingeladen, sie hatten die Präsentation der Kandidaten nicht nur unter Verschluss gehalten, sondern auch zelebriert. Vertreter aller in Nordhausen etablierten Parteien waren in die Finkenburg gekommen, um den bündnisgrünen Avancen zu lauschen. Sie taten es und gingen dann zur Tagesordnung über – dem Wahlkampf.
Autor: nnz

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