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Alle sind eingeladen

Montag, 27. Februar 2006, 10:49 Uhr
Nordhausen (nnz). Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Auch in der Rolandstadt sind an diesem Tag entsprechende Aktivitäten geplant. Die beiden Gleichstellungsbeauftragten von Landratsamt und Stadtverwaltung Nordhausen laden gemeinsam zu einer Feierstunde für Frauen und Mädchen aus dem gesamten Landkreis ein. Einzelheiten wie immer mit einem Klick.


„Unter ein besonderes Motto haben wir unsere Veranstaltung nicht gestellt. Dafür haben wir ein kleines Programm organisiert, das den Auftritt des Künstlers Peter Röttig SKABA vorsieht. Der Solist aus Radebeul wird ‚Trink- und Scherzlieder zur Laute‘- so sein Programmtitel - vortragen“, verrät Stefani Müller schon mal vorab. Zudem werden Schülerinnen und Schüler der Evangelischen Grundschule Nordhausen ein reichhaltiges Kaffee- und Kuchenbuffet und österliche Basteleien gegen einen geringen Obolus anbieten. Die Einnahmen sind u.a. für die Ausgestaltung der Schulprojekte dieser Bildungseinrichtung bestimmt. Mit der Unterstützung der Frauentagsfeier praktiziert die Grundschule für sich obendrein eine Art „Hilfe zur Selbsthilfe“. Auch der Förderverein „Tabakspeicher“ nutzt diese Gelegenheit, um durch den Verkauf von Handarbeiten der Spinnerinnen ihre Fördervereinskasse etwas aufzubessern. Peggy Kramel schließlich vom Kreativ-Shop in Heringen präsentiert Floristisches für alle Gelegenheiten.

Beide Gleichstellungsbeauftragte würden sich über einen möglichst vollen Saal im Museum „Tabakspeicher“ in der Nordhäuser Bäckerstraße riesig freuen. Und Petra Ebert ergänzt: „Unsere Einladung richtet sich vor allem an die Frauen und Mädchen, die gegenwärtig einen schweren Alltag zu bewältigen haben und sich mit ihren Problemen allein gelassen fühlen. Sehr willkommen sind auch die Frauen und Mädchen aus anderen Ländern, die sich derzeit aus unterschiedlichen Gründen im Landkreis aufhalten. Sie alle sollten den Weg zu unserer Veranstaltung finden.“

Die Feierstunde zur Würdigung der Frauen beginnt am 8. März um 14 Uhr. Begrüßungsworte wollen auch Landrat Joachim Claus (CDU) und Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) sprechen.

Der Internationale Frauentag wurde auf der II. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz am 27. August 1910 in Kopenhagen auf Anregung von Clara Zetkin (1857 bis 1933) ins Leben gerufen. Schon ein Jahr später begingen ihn erstmals Millionen von Frauen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Dänemark und den USA, allerdings noch am 19. März. Die Wahl des Datums sollte den revolutionären Charakter dieses Tages unterstreichen: Gedenktag für die Gefallenen der März-Revolution in Berlin 1848 und die Pariser Commune, die auch in den März fiel. Seit 1921 wird der Frauentag am 8. März begangen. Grund: Der 8. März der Jahre 1857 und 1908 (beide in New York) und 1917 (in St. Petersburg) waren jeweils Beginn von Streikaktionen von Textilarbeiterinnen, in deren Folge in einem Fall durch Ausbruch eines Brandes in New York 129 Arbeiterinnen ums Leben kamen. In der Nazizeit war der Frauentag verboten.

Erst nach 1945 durfte er in Deutschland wieder begangen werden. Vor allem in der 1949 gegründeten DDR erlebte der Frauentag seine Renaissance, während er im westlichen Teil Deutschlands über viele Jahrzehnte kaum eine Würdigung erfuhr.
Autor: nnz

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