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Montag, 27. Februar 2006, 10:35 Uhr
Nordhausen (nnz). Gerald Schröder will auch in den kommenden sechs Jahren in Ellrich regieren. Das hatte das Stadtoberhaupt bereits in der nnz angekündigt. Auf welche Partei er sich da verlassen will, das stand bislang noch offen. Jetzt hat der Parteilose Rückenhalt gefunden...


Die FDP hatte Gerald Schröder Ende 2000 verlassen, die SPD hat einen eigenen Kandidaten aufgestellt, blieb eigentlich nur die CDU. Die war auf der Suche nach einem eigenen Kandidaten gescheitert. Selbst ein Favorit aus dem Bereich des Nordthüringer Handwerks konnte der Südharzer Christdemokratie nicht vermittelt werden, er kam eigentlich nicht wirklich aus Ellrich.

Also machte sich der CDU-Verantwortliche fürs ländliche Revier, Egon Primas, wieder auf die Suche und wurde fündig bei: Gerald Schröder. Für den amtierenden Bürgermeister kam das Angebot gelegen, denn völlig ohne parteiliche Rückendeckung ist ein Wahlkampf auch in Ellrich schwer. Und dann ist da auch noch die Arbeit mit dem Stadtrat. Dort war Schröder in den zurückliegenden Jahren als Spielball missbraucht worden. Ideen und Vorstellungen der Stadtverwaltung wurden zerredet, weil sie die „Linken“ nicht akzeptierten, wenn sie den „Rechten“ genehm waren und andersrum.

Von einem solchen Zustand hat Schröder die politische Nase gestrichen voll. Doch der Mann kennt auch seine Stärken, schließlich gilt er als ausgewiesener Verwaltungsfachmann mit nunmehr 16jähriger Erfahrung. Er hat aber auch – und das ist selbst in der kommunalen Politik nicht immer der Fall – mal etwas ausgefallene Ideen, die andere schon mal gern als Visionen verkaufen. Diese Ideen muss er jetzt „nur“ einer Partei, der CDU, verkaufen. Sie muss sich derer annehmen, muss sie unterstützen, muss sie mittragen, manchmal auch ertragen. Doch das, das ist lediglich die eine Seite des Deals. Die andere: Schröder wird wohl in diesem Jahr einen Aufnahmeantrag unterschreiben.

Seine bisherigen Erfahrungen besagen auch, dass eine Reise in die Thüringer Ministerien dann ein wenig erquicklicher ist, wenn man dem „richtigen“ Parteibuch in der Tasche vorspricht als völlig ohne. Und so will es der Mann, der noch kein Parteibuch in der Tasche hat, am 7. Mai noch einmal wissen. Einst trat er als Vertreter der Allianz für Ellrich an, das war im Jahr 1990, jetzt ist er offiziell von der CDU unterstützt worden. Geblieben ist damit auch so etwas wie eine Allianz für Ellrich.
Autor: nnz

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