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Nordhausen in Nord

Samstag, 25. Februar 2006, 17:53 Uhr
Erfurt/Nordhausen (nnz). Heute Nachmittag war Punktspielauftakt in der Rückrunde der Thüringenliga. Wacker musste beim FC Erfurt Nord ran. Es wurde ein bemerkenswertes Spiel.


Das Fremdwörterbuch umschreibt den Begriff „Desaster“ mit: „Unheil, schweres Missgeschick, Zusammenbruch“. Der Nordhäuser Zuschauer kann das heutige Spiel nicht anders umschreiben als ein – Desaster.

Den Zuschauern an der Erfurter Grubestraße war noch gar nicht richtig kalt geworden, da stand es schon 2:0 für den FC Erfurt Nord. Gespielt waren sechs Minuten. Martin Vopel war an einer harmlosen Rückgabe vorbeigeschlittert und Revilla schoss ins leere Tor. Das war in der dritten Minute. Dann ein Erfurter Angriff über die linke Seite, Flanke und Thomas Cyriax erhöht ungehindert auf 2:0. Während sich die wenigen Erfurter Zuschauer noch verwundert die Augen rieben, klatschte der Ball an den Nordhäuser Pfosten. Glück für Wacker.

Doch das 3:0 war dadurch nur aufgeschoben. In der 23. Minute läuft ein Erfurter Spieler auf der linken Außenbahn durch und flankt in die Mitte. Dort braucht Cyriax nur den Fuß hin zu halten und schon ist der Ball wieder drin.

Reichlich zehn Minuten später dachte sich dann Marcus Köllner, was der Cyriax kann, das kann ich auch – 4:0 (36.). Kaum geschockt von dieser klaren Führung schießt auch Köllner in der 41. Minute sein zweites Tor – 5:0. Der Pausenpfiff erlöste Wacker.

Wer nun denkt, dass sich das Nordhäuser Team einer überragenden, spielintelligenten und gefährlichen Erfurter Mannschaft gegenüber sah, den muss ich enttäuschen. Die Erfurter riefen nur das allernötigste ihrer Fähigkeiten ab. Das reichte aber in dieser ersten Halbzeit aus, um die Nordhäuser Gegnerschaft ein ums andere Mal vorzuführen. In der zweiten Halbzeit machten’s die Erfurter Kicker ihrem Stadionsprecher nach, der den vielen mitgereisten Nordhäusern in der Pause Mut machen wollte. Sie steckten noch einen Gang zurück. Was schwierig war, denn so viele Gänge hatten sie gar nicht eingelegt.

In der 54. Minute (!) schoss Kapitän Pistorius für den FSV Wacker 90 Nordhausen das erste Mal gefährlich auf das Tor. Danach folgte eine etwa fünfminütige Druckperiode der Südharzer. Allerdings ohne zählbares Ergebnis. In der Folge hatte der eingewechselte Christian Finsterbusch mehrfach Gelegenheit, sich durch Glanzparaden auszuzeichnen. Und wenn er geschlagen war, dann gab es ja immer noch den Pfosten oder das Unvermögen der Erfurter, aus den klarsten Möglichkeiten Tore zu machen.

In der 83. Minute köpfte Sebastian Elle eine Hereingabe von links völlig unbedrängt aus drei Metern ins Tor (5:1). Damit widersprach er dem Spötter, der frustriert auf den Platz gerufen hatte: „Ihr könnt heute noch drei Jahre spielen und schießt kein Tor.“

Was war nun aber heute los mit der Wacker-Elf? Diese Frage lässt sich mit einem einzigen Wort beantworten: N I C H T S.
Autor: osch

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