nnz-online

Schule wird geschlossen

Freitag, 24. Februar 2006, 09:51 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Schullandschaft im Landkreis Nordhausen kommt einfach nicht zur Ruhe. Nach Recherchen der nnz soll in Nordhausen eine ganz besondere Schule geschlossen werden. Hintergründe dazu gibt es mit einem einzigen Klick.


Es ist bereits beschlossene Sache, dass die Förderschule „Sankt Martin“ in Nordhausen zum Ende des Schuljahres 2006/2007 geschlossen werden soll. Das aber bedeutet nicht, dass die Eltern ihre Kinder dann nicht mehr in Nordhausen unterrichten lassen können.

Tilly Pape, die Geschäftsführerin der Nordthüringer Lebenshilfe erläuterte im Gespräch mit der nnz die Zusammenhänge. Die Schließung der Schule sei die direkte Auswirkung des neuen Schulträgergesetzes der Thüringer Landesregierung. Demnach übernimmt das Land nur noch 90 Prozent der Personalkosten und der Sachkosten von nichtstaatlichen Schulträgern. Diesen verringerten Zuschuss könne ein kleiner Träger wie die Nordthüringer Lebenshilfe nicht kompensieren. Tilly Pape rechnet allein schon für dieses Jahr mit einem Defizit von rund 200.000 Euro.

Jetzt kommt allerdings eine Besonderheit ins Spiel, denn Haushaltsjahre der Landesregierung sind nicht mit Schuljahren identisch und so hat der Gesetzgeber eine Übergangsfrist gelassen. Die Fehlbeträge der freien Träger können vom Land Thüringen erstattet werden, wenn die geprüften Bilanzen der Träger eingereicht werden. Das gilt für die Haushaltsjahre 2006 und 2007.

Für die Förderschule „Sankt Martin“ bedeutet das Folgendes: Ab dem Schuljahr 2007/2008 wird die Schule eine staatliche Schule sein. Da es sich hierbei jedoch um keinen Betriebsübergang handele, wird die christliche Schule zum Ende des Schuljahres 2006/2007 geschlossen und zum Beginn des kommenden Schuljahres als staatliche Schule wieder eröffnet. In den kommenden Monaten werde es Informationsveranstaltungen für die Eltern geben.

Tilly Pape geht davon aus, dass die 47 Mitarbeiter weiter ihre Arbeit machen werden, neue Arbeitsverträge wird es jedoch geben. Verloren gehen wird die christliche Ausrichtung der Einrichtung. So könnte es statt Gottesdiensten dann den „normalen“ Religions- oder Ethikunterricht geben.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de