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Die "neue Identität" vorgestellt

Montag, 26. November 2001, 14:41 Uhr
Nordhausen (nnz). Heute wurden die Preisträger und Entwürfe vorgestellt, die das Preisgericht zur Neugestaltung des Campus ausgezeichnet hatte. Insgesamt wurde eine Preissumme von 125.000 Mark ausgeschüttet. nnz war dabei und stellt die Preisträger vor.


Visionen einer neuen Identität Die Entscheidung war für das Preisgericht nicht einfach. Alle eingesandten 21 Entwürfe hatten sich intensiv mit der Historie, Situation und den zukünftigen Nutzungsbedürfnissen des Campus auseinandergesetzt und interessante Lösungsmöglichkeiten für die innere und äußere Erschließung aufgezeigt. Von den 26 ausgewählten Architekturbüros aus dem gesamten Bundesgebiet hatten letztlich bis zur Abgabefrist am 12. Oktober 21 Büros ihre Entwürfe eingereicht. Sie wurden von einem Preisgericht begutachtet, das mit Architekten, Vertretern der Ministerien, der FH und der Stadt Nordhausen besetzt war. Das Preisgericht entschied über die Plätze eins bis vier und den Ankauf von drei weiteren Entwürfen. Neben gelungenen Gesamtkonzeptionen sollten damit interessante Planungsdetails aufgegriffen werden können.

Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) hob während der Preisverleihung hervor, dass nun das ?wichtigste Projekt für die Stadt und die Region? einen wesentlichen Schritt nach vorn gekommen sei. Die Lösungen machten eine Verbindung zwischen der Stadt und der Fachhochschule sichtbar. So könne nicht nur die Stadt an sich belebt, sondern viele neue Studenten mit einem modernen Campus nach Nordhausen gelockt werden.

Der ?Chef der künftigen Hauptprofiteure?, Rektor Prof. Juckenack, hob hervor, dass mit der Fachhochschule ein wichtiger Gegenpol zur ?Massenuni? in Göttingen gesetzt wurde, der jetzt weiter ausgestaltet und an Attraktivität gewinnen wird. Er bat die Studenten noch um ein paar Jahre Geduld, bis alle Sanierungs- und Umbauarbeiten abgeschlossen sein würden. Aus den Entwürfen ginge hervor, dass die Planer und Architekten nicht nur Sacharbeit geleistet hätten, sondern hier werde Nestwärme vermittelt. Juckenack kündigte an, dass ab dem kommenden Jahr die Absolventen am Weinberghof jeweils einen Weinstock pflanzen werden.

Die Preisträger im Einzelnen
Die ersten Preisträger Der erste Preis ging an einen Entwurf aus Jena und Weimar. Der Landschaftsarchitekt Holgar Ehrensberger sowie Antje Osterwold und Matthias Schmidt als Architekten hatten nach Ansicht der Preisgerichts die gestellte Aufgabe am besten und sensibelsten gelöst. Die klare und eindeutige Struktur der Arbeit ermöglicht eine gute Verbindung zu den vorhandenen Plätzen und Gebäuden. Ihr Entwurf, der den Neubau der Bibliothek geschickt in die vorhandene Gebäudestruktur an zentraler Stelle am Eingang Weinberghof einfügt, wurde einstimmig von allen Preisrichtern als die beste Arbeit bewertet. Ihre Idee eines zentralen Platzes und einer großen Aussichtsterasse zur Orientierung auf dem Campus am Eingang Weinberghof geht sensibel auf das Gelände ein, wie es eine Verbindung zur Stadt aufnimmt. Die Schaffung der neuen Mitte des Campus mit Verwaltung, Festsaal, Studien-Service-Zentrum gestaltet den Campus und wirkt in weitere Bereiche hinein. Ebenso positiv wurde die Praktikabilität des Entwurfs gewertet, der in landschaftsarchitektonischen Teilen in den nächsten Jahren umgesetzt werden soll. Besonderes wichtig für die FH Nordhausen ist, dass ihr Entwurf in Teilschritten umgesetzt werden kann und so ermöglicht, den Campus stetig und mit rasch sichtbaren Erfolgen umzugestalten.

Der zweite Preis ging an die Bietergemeinschaft Ulrich Ihle und Karsten Bauer aus Weimar. Hier stach insbesondere die Idee einer äußeren Bebauung entlang der Halleschen Straße und eine Baumbepflanzung entlang der Grundstückgrenzen hervor, die dem Campus einen stärker introvertierten Charakter geben würde. Ganz im Gegensatz zum Eingang Weinberghof, der eng mit der Wohnbebauung verzahnt werden sollte.

Der dritte Preis wurde von Edgar Tautorat und dem Büro hjp-Architekten aus Grafenrheinfeld gezeichnet. Hier prämierte die Kommission die Schaffung der neuen Mitte des Campus über die Herausarbeitung der besonderen Südhanglage zwischen Mensa und dem Hauptgebäude, die ein überzeugendes städtebauliches Ensemble schafft. Nach Berlin ging schließlich der vierte Platz. Für ihn zeichnen Gabriele Kiefer und dem Büro Beyer-Hoffmann-Architekten verantwortlich. Ihr Entwurf fokussierte sich insbesondere auf die Weiterentwicklung von linearen Grundstrukturen und Darstellung von vorhandenen Achsen auf dem Gelände. Nicht die Schaffung einer singulären Mitte, sondern die Abfolge von hochwertigen städtebaulichen Räumen stellt hier die neue Mitte dar.
Für zwei Wochen, jeweils von montags bis freitags von 15 bis 18 Uhr können die Entwürfe von interessierten Bürgerinnen und Bürgern dort in Augenschein genommen werden. Das Gebäude 28 befindet sich auf dem Südteil des Campus am Weinberghof, in der Nähe des Eingangs Hallesche Straße.
Autor: nnz

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