nnz-Turin-Tagebuch (1)
Mittwoch, 22. Februar 2006, 14:09 Uhr
Nordhausen/Turin (nnz). Seit dem Wochenende ist Alex Gaertner in Turin, im Thüringen-Haus im Einsatz. Die 26jährige aus Cottbus studiert an der Fachhochschule und arbeitet parallel als Assistentin der Geschäftsführung der Neue Mitte GmbH. Für die nnz schreibt die junge Frau ihre olympischen Eindrücke in einem Turin-Tagebuch auf.
Montag: Das Casa Thüringen
nnz-Turin-Tagebuch (1) (Foto: nnz)
Seit gestern bin ich nun in Turin, dem Austragungsort der Olympischen Winterspiele. Ich bin einer der 36 Beschäftigten hier im Casa Thüringen. Das Casa liegt in der Nähe des Zentrums von Turin und soll den Italienern die Thüringer Lebensart etwas näher bringen. Neben Thüringer Rostbratwürsten, Bräteln, Rotkohl und Klößen, spielt jeden Abend die Band Acoustica. Das Konzept ist einer voller Erfolg. Bereits nach der ersten Woche konnte der 10.000 Besucher begrüßt werden.
Pünktlich um Mitternacht trällert das ganze Zelt zu einem einstudierten Animationstanz das Rennsteiglied. Ich muss immer wieder schmunzeln die Italiener deutschsingend und schunkelnd auf Bierbänken zu sehen. Außerdem finden immer mehr Thüringer Athleten den Weg zum Casa Thüringen. Gestern war zum Beispiel die Silber-Medaillen-Gewinnerin Sabine Völker (Bild rechts) zu Gast.
Wir, die Crew, sind in einem Caravan-Dorf unweit des Casas untergebracht, was die Laufwege verkürzt, aber die ganze Sache sehr abenteuerlich macht. Nach anfänglichem Regen, dann wieder 20 cm Neuschnee und nun doch wieder Tauwetter, versinken die Caravans und wir im Schlamm. Dass nehmen hier alle in Kauf, um zumindest einmal im Leben das Olympische Flair zu erleben.
Dienstag: Mühsamer Aufstieg
Heute ging es nach nur vier Stunden Schlaf Richtung Cesanna zur 4x7,5 km Biathlon-Staffel der Herren. Casanna liegt ca. 90 km von Turin entfernt. Zwei bis drei Stunden Anreise sollte jeder Olympia-Tourist in Kauf nehmen, denn die Spiele stehen nicht umsonst unter dem Motte Spiele der weiten Wege!. Hinzu kommt, dass die Italiener es versäumt haben, irgendwelche Beschilderungen zu den Wettkampfstätten zu installieren. Nach einer kleinen Irrfahrt, etlichen Mautstationen, einer horrenden Parkplatzgebühr und 30 Minuten Fußmarsch zum Lift, erblickten wir endlich das Biathlon-Stadion. Einige Tausend Schlachtenbummler kämpften sich wie wir durch den knöchelhohen Schlamm. Weitere 25 Minuten später, kamen wir punkt 12 auf der Tribüne an. Die super Plätze entschädigten für alle Strapazen.
Die deutsche Männerstaffel Gross, Rösch, Fischer und Greiß liefen ein sagenhaftes Rennen. Wir hatten einen super Blick auf Start-, Ziel- und Wechselzone, sowie den Schießstand. Als es dann sicher war, dass Deutschland die Goldmedaille sicher hatten, wurde auf den Rängen nur noch gefeiert. Auch die darauffolgende Flower-Zeremonie war sehr bewegend. Unter dem Motto Spiele der matschigen Wege hatte sich unsere Aufstieg doch gelohnt, denn wer kann schon behaupten einen Olympia-Sieg der Deutschen gesehen zu haben.
Autor: nnzMontag: Das Casa Thüringen
nnz-Turin-Tagebuch (1) (Foto: nnz)
Seit gestern bin ich nun in Turin, dem Austragungsort der Olympischen Winterspiele. Ich bin einer der 36 Beschäftigten hier im Casa Thüringen. Das Casa liegt in der Nähe des Zentrums von Turin und soll den Italienern die Thüringer Lebensart etwas näher bringen. Neben Thüringer Rostbratwürsten, Bräteln, Rotkohl und Klößen, spielt jeden Abend die Band Acoustica. Das Konzept ist einer voller Erfolg. Bereits nach der ersten Woche konnte der 10.000 Besucher begrüßt werden. Pünktlich um Mitternacht trällert das ganze Zelt zu einem einstudierten Animationstanz das Rennsteiglied. Ich muss immer wieder schmunzeln die Italiener deutschsingend und schunkelnd auf Bierbänken zu sehen. Außerdem finden immer mehr Thüringer Athleten den Weg zum Casa Thüringen. Gestern war zum Beispiel die Silber-Medaillen-Gewinnerin Sabine Völker (Bild rechts) zu Gast.
Wir, die Crew, sind in einem Caravan-Dorf unweit des Casas untergebracht, was die Laufwege verkürzt, aber die ganze Sache sehr abenteuerlich macht. Nach anfänglichem Regen, dann wieder 20 cm Neuschnee und nun doch wieder Tauwetter, versinken die Caravans und wir im Schlamm. Dass nehmen hier alle in Kauf, um zumindest einmal im Leben das Olympische Flair zu erleben.
Dienstag: Mühsamer Aufstieg
Heute ging es nach nur vier Stunden Schlaf Richtung Cesanna zur 4x7,5 km Biathlon-Staffel der Herren. Casanna liegt ca. 90 km von Turin entfernt. Zwei bis drei Stunden Anreise sollte jeder Olympia-Tourist in Kauf nehmen, denn die Spiele stehen nicht umsonst unter dem Motte Spiele der weiten Wege!. Hinzu kommt, dass die Italiener es versäumt haben, irgendwelche Beschilderungen zu den Wettkampfstätten zu installieren. Nach einer kleinen Irrfahrt, etlichen Mautstationen, einer horrenden Parkplatzgebühr und 30 Minuten Fußmarsch zum Lift, erblickten wir endlich das Biathlon-Stadion. Einige Tausend Schlachtenbummler kämpften sich wie wir durch den knöchelhohen Schlamm. Weitere 25 Minuten später, kamen wir punkt 12 auf der Tribüne an. Die super Plätze entschädigten für alle Strapazen.
Die deutsche Männerstaffel Gross, Rösch, Fischer und Greiß liefen ein sagenhaftes Rennen. Wir hatten einen super Blick auf Start-, Ziel- und Wechselzone, sowie den Schießstand. Als es dann sicher war, dass Deutschland die Goldmedaille sicher hatten, wurde auf den Rängen nur noch gefeiert. Auch die darauffolgende Flower-Zeremonie war sehr bewegend. Unter dem Motto Spiele der matschigen Wege hatte sich unsere Aufstieg doch gelohnt, denn wer kann schon behaupten einen Olympia-Sieg der Deutschen gesehen zu haben.
