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Tote Vögel in der Stadt

Montag, 20. Februar 2006, 16:19 Uhr
Nordhausen (nnz). In Nordhausen sind in den zurückliegenden Tagen mehrere tote Vögel von Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr geborgen worden. Wie viele das waren, das hat jetzt unter anderem die nnz erfahren.


Tote Vögel in der Stadt (Foto: nnz) Tote Vögel in der Stadt (Foto: nnz) „Nach bekannt werden der Vogelgrippe auf Rügen schaute die Republik gespannt auf die Aktivitäten der Behörden auf der Ostseeinsel. Zwei Tage lang sah man Medienvertreter inmitten von toten Vögeln stehen, bis dann die Berufsfeuerwehr von Stralsund gerufen wurde, um mit der Beseitigung der Vögel zu beginnen. Mittlerweile hat die Vogelgrippe das deutsche Festland erreicht und es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis sie auch nach Thüringen kommt“, sagte Nordhausens Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD).

10 tote Vögel, darunter Tauben, Krähen und Wild-Enten, haben die Beamten der Nordhäuser Berufsfeuerwehr seit Donnerstag im Stadtgebiet geborgen. Auch am Montagmorgen wurde die Feuerwehr zur Bergung gerufen – diesmal hatte ein Anwohner auf dem Innenhof einer Wohnanlage am Lutherplatz eine tote Amsel gefunden.

„Es gibt Gott sei dank noch keinen Hinweis für den Ausbruch der Krankheit hier in der Region – wir sind mit unserer Berufsfeuerwehr aber für den Ernstfall gerüstet“, sagte Jendricke. Das hätten die vergangenen Tage gezeigt. Die Stadt Nordhausen unterhält als einzige Kommune Nordthüringens eine Berufsfeuerwehr mit 36 Beamten.

Zusätzlich zu den bereits vorhandenen 30 Einweg-Schutzanzügen habe die Berufsfeuerwehr 100 weitere nachbestellt und in gleicher Menge auch Einweg-Handschuhe und Schutzbrillen. Darüber hinaus gebe es auch genug Stiefel-Schutzüberzüge, Mundschutz-Masken, Foliensäcke zum Aufnehmen der Tierkörper sowie Sprühgeräte mit Desinfektionsmittel.

„Bei der Stadtverwaltung ist geklärt, dass die Nordhäuser Berufsfeuerwehr mit der Bergung der Tierkörper im Stadtgebiet Nordhausen inklusive der eingemeindeten Ortschaften verantwortlich ist, und die Vorgehensweise stehe auch fest“, machte Jendricke klar. Bei der Meldung eines Fundes - entweder durch die Bürger direkt oder über die Leitstelle des Landratsamtes -, gebe es für die Berufsfeuerwehr eine festgelegte Prozedur: „Es setzt sich ein Fahrzeug mit Spezialausrüstung und zwei Mann Besatzung in Bewegung.“ Vor Ort lege einer der Beamten die Schutzausrüstung an, desinfiziere die Fundstelle weiträumig und berge den Körper, um ihn anschließend in den Folien-Sack zu verpacken, der fest verschlossen werde. „Danach wird alles – inklusive Fundprotokoll - zum Gelände des Katastrophenschutzes des Landkreises gebracht, wo alles in einem Spezialcontainer gelagert wird, und wo auch die Schutzausrüstung gegen neue getauscht wird“, erklärte der Bürgermeister.

Wer einen toten Vogel findet, der sollte sich direkt bei der Leitstelle des Landratsamtes über die Telefon-Nummer (03631) 89 380 bzw. bei der Berufsfeuerwehr über die Nummer (03631) 61900 melden.
Autor: nnz

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