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In Nordhäuser Künstlerhand

Montag, 20. Februar 2006, 16:17 Uhr
Nordhausen (nnz). Seit dem vergangenen Wochenende ist das Hochhaus des Thüringer Landtages in Erfurt fest in Nordhäuser Hand. Besser gesagt: in Künstlerhand. Was da in Erfurt abgeht, das hat jetzt die nnz erfahren.


Die Jugendkunstschule der Rolandstadt präsentiert sich dort erstmals mit der Ausstellung „Augenzauber“ einer breiten Öffentlichkeit. Landtagspräsidentin Prof. Dr. Dagmar Schipanski ließ es sich nicht nehmen, diese Ausstellung selbst zu eröffnen. Zu Beginn ihrer Ansprache schaute sie ausgelassen in die Runde der anwesenden Gäste. Sie freute sich vor allem über die rege Teilnahme der Nordhäuser. So konnte sie neben Kolleginnen und Kollegen aus dem Thüringer Landtag und der Verwaltung vor allem viele Akteure der Jugendkunstschule mit Leiter Jürgen Rennebach an der Spitze begrüßen.

Die Landtagspräsidentin lobte in ihrer Ansprache die künstlerische Betätigung junger Leute, verwies aber auch darauf, „dass Kunst auch Arbeit macht, mitunter viel Arbeit“. Ein Kunstwerk sei „das Ergebnis eines Schaffensprozesses, dem man als Publikum zumeist entzogen bleibt“. Angesichts zunehmender Reizüberflutung hätten wir kaum die Zeit, alle Informationen wirklich wahrzunehmen, geschweige denn diese Eindrücke zu verarbeiten. Diese Entwicklung könne nicht zurückgeschraubt werden, aber unseren Kindern könne das Rüstzeug dafür gegeben werden, sich in dieser Welt zurechtzufinden.

Die Jugendkunstschulen böten dieses Rüstzeug an. „Die Kunstschulen geben ihren Schülern ein Mittel an die Hand, sich mit dem eigenen Empfinden, der eigenen Identität auseinander zu setzen. Und das in einem Lebensabschnitt, der sehr stark durch die Suche nach dem eigenen Platz im Leben geprägt ist“, so Schipanski wörtlich. Und sie erinnerte an treffende Worte des französischen Philosophen Montaigne: „Kinder sind keine Fässer, die gefüllt werden, sondern Feuer, die entfacht werden wollen.“

Dagmar Schipanski äußerte sich sehr anerkennend über das Engagement der Nordhäuser Jugendkunstschule und deren Pädagogen, die die Kinder und Jugendlichen bei ihrer künstlerischen Orientierung begleiten und ihnen bei der Vorbereitung auf Ausbildung und Beruf hilfreich zu Seite stehen. Lobende Worte galten zudem dem „wunderschönen Kunsthaus Meyenburg“, in dem die Kunstschule ihr Zuhause hat und längst zu einem lebendigen Treffpunkt von Künstlern und Kunstinteressierten geworden ist.

Abschließend machte Schipanski deutlich, dass sich der Freistaat trotz knapper Kassen in der Kunst- und Kulturförderung auch weiterhin finanziell engagiert. Im Anschluss an die Eröffnungsansprache der Parlamentspräsidentin stellte Kunstschulleiter Jürgen Rennebach seine Einrichtung vor.

Im Rahmen des Projektes „Kunstturm“ des Thüringer Landtages können sich nacheinander alle Jugendkunstschulen des Freistaates präsentieren. Die 60 Arbeiten der jungen Künstler aus dem Landkreis Nordhausen, die unterschiedliche Techniken aufweisen und eine bemerkenswerte Themenvielfalt dokumentieren, sind sechs Wochen lang (bis zum 30. April) auf neun Etagen des Landtagshochhauses in der Jürgen-Fuchs-Straße in Erfurt zu bewundern.
Autor: nnz

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