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Spannung und Dramatik

Montag, 20. Februar 2006, 12:29 Uhr
Nordhausen (nnz). Lange Zeit sah es nicht nach einem Erfolg für die Handballer des Nordhäuser Sportvereins aus. Zwar gingen die Rolandstädter gegen den Tabellenführer in der zweiten Minute in Führung, mussten den Thüringer HC Erfurt/Bad Langensalza aber in den folgenden zehn Minuten in Front gehen lassen. Ein spannender Bericht von einem spannenden Spiel von Steffen Neumann.


Immer wieder überzeugte der THC mit gelungenen Kombinationen und gutem technischen Spiel, wobei Nordhausen zu oft an der eigenen Wurfausbeute scheiterte. Selbst der Nordhäuser Torjäger Stefan Fuhrmann bekam zu wenige Bälle im Netz des THC unter. Die Gäste spielten schnörkellos und effektiv, was ihnen bis zur 20. Minute auch die besseren Spielanteile einbrachte. In der 22. Minute gelang Nordhausen der Ausgleich zum 10:10 und der NSV wurde aggressiver. Das Resultat einiger beherzter Aktionen auf Nordhäuser Seite waren gleichzeitige Zeitstrafen, so dass die Rolandstädter kurz vor dem Halbzeitpfiff mit drei Feldspielern auskommen mussten. In dieser Phase gelang den Gästen jedoch nur ein Tor gegen die so dezimierten Hausherren. Erfurt/Bad Langensalza legte aber wieder einen Gang vor und zog bis zur Pause auf 11:14 davon, was nicht zuletzt einer in dieser Situation teilweise nervös wirkenden Nordhäuser Mannschaft zugeschrieben werden konnte.

Die Gäste spielten nicht besser, nur konzentrierter. Zur Halbzeit sah es nicht nach einem Sieg für den NSV aus. Im zweiten Durchgang machte der THC dort weiter, wo er bis zur Pause angelangt war. Die Angriffe der Gäste wurden konsequent durchgeführt und Nordhausen war in der Abwehr etwas zu schwach. Gleichzeitig kam Nordhausen selbst im Angriff kaum zum Zuge, so dass der Thüringer HC seine Führung in der 40. Minute auf vier Treffer ausbauen konnte (16:20). Danach ging ein Ruck durch das Team des NSV. Die Gastgeber spielten jetzt konzentrierter und als Mannschaft. Hinzu kam, dass sich David Große im Nordhäuser Tor immer mehr steigern konnte und seinem Team mit hervorragenden Paraden den Rücken stärkte.

Mit einer Serie von vier Treffern gelang Nordhausen der Anschluss in der 48. Minute (20:21). Die Wende im Spiel war in Sicht und der Nordhäuser Kampfgeist wurde offenbar. Zusätzlich wurde die Mannschaft vom Nordhäuser Publikum förmlich zum Sieg getragen. Die letzten fünf Minuten der Begegnung waren dann an Spannung und Dramatik nicht mehr zu überbieten. Der heimstarke NSV übernahm jetzt das Handeln und der THC schien konditionell nicht mehr gegenhalten zu können. Die Hausherren glichen zum 24:24 aus und hatten noch zwei Spielminuten Zeit, die Partie zu gewinnen. Das gelang dem Team von Andreas Meyer eindrucksvoll. Mit der Führung zum 25:24 durch Sebastian Kreutz in der 58. Minute war der THC geschlagen. Ein Gegenangriff der Gäste misslang und 30 Sekunden vor der Schlusssirene stellte Michael Spieß den Endstand zum 26:24 her.

Trotz des Sieges ändert sich zunächst nichts an der Tabellenkonstellation. Nordhausen bleibt weiter an den führenden Mannschaften dran und hat am Samstag, dem 4. März den Tabellenzweiten vom SV Town & Country Behringen/Sonneborn zu Gast. Auch die Gäste aus Sonneborn wollen die Nordhäuser Festung einnehmen. Nordhausen ist gewarnt, aber gleichzeitig hoch motiviert, ein Wort unter den ersten Drei der Landesliga mitzureden.

Nordhausen: Scholz, Große, Fuhrmann (8), Spieß (4), Flötling, Gehr (2), Kreutz (6), Elster (3), Kühne, Eichentopf (3), Meitzner
Autor: nnz

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