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Für einen Zweck verbündet

Montag, 26. November 2001, 08:30 Uhr
Nordhausen (nnz). Im Archiv der nnz findet der aufmerksame Leser zum Thema „Rettungsdienst“ eine Vielzahl von Beiträgen. Heute nun soll der vorerst letzte hinzugefügt werden.


Da geht es um einen Zweckverband, will heißen, es verbündeten sich einst mehrere Mitglieder, um gemeinsam einen Zweck auszuüben. In ihrer Verbundenheit sahen sie alle einmal einen Vorteil bei der Ausübung des Zweckes. Der Zweck liegt beim Namen und auf der Hand: Es geht schlicht und ergreifend um die Dienstleistung „Retten“. Menschen sollen gerettet werden. Das allein schon ist eine hohe Verantwortung an sich. Weitere Verantwortung besteht innerhalb des Verbandes hinsichtlich des sorgsamen Umgangs mit Geldern, meist sind es öffentliche Gelder.

Dieser Verband ist nun seit einiger Zeit in Wanken geraten. Seit einigen Monaten kamen und kommen Informationen spärlich an die Öffentlichkeit. Meist waren es Bestätigungen der Mühlhäuser Staatsanwaltschaft, dass irgendjemand eine anonyme Anzeige abgegeben hat. Erst als der Verband selbst merkte, dass die Öffentlichkeit an „seiner“ Arbeit interessiert ist, wurde reagiert. Vertreter der Presse erhielten die Möglichkeit, sich über Beschlüsse der Verbandsversammlung zu erkundigen. Zuerst nur telefonisch, in der vergangenen Woche wurde sogar eine Pressemitteilung herausgegeben.

Der Zustand im Verband ist der gleiche wie vor Monaten. Ein Mitglied wurde ausgeschlossen, vorbehaltlich der Prüfung durch das Landesverwaltungsamt. Seit Monaten flattern zwischen der Johanniter-Unfall-Hilfe und dem Rettungsdienstzweckverband viele Briefe hin und her. Meist mit höchst unerfreulichen Inhalten. Da werden zum Beispiel Klagen angedroht, falls man Behauptungen wiederholt. Besonders spitzfindig und schreibwütig ist dabei die Rechanwaltsschar der JUH. Auch das Verwaltungsgericht in Weimar wurde bereits bemüht. Und spätestens da ist ein Punkt erreicht, wo man als Berichterstatter Zurückhaltung üben sollte. Denn was gibt es eigentlich Neues seit dieser Zeit? Die Vorwürfe sind alt, die Gegenwürfe ebenfalls, das Vertrauen dahin. In Leserbriefen wird beklagt, dass Menschen auf der Straße sterben müssten, weil die Einsatzfahrzeuge zu spät ankommen.

Die nnz wird sich aus einer solchen "Diskussion" künftig heraushalten. Neuigkeiten verbreiten, das sollte Tenor der weiteren Berichterstattung sein und nicht das Podium für einen wochenlangen Schlagabtausch darstellen. Und Neuigkeiten, so die derzeitige Sachlage, können nur das Landesverwaltungsamt und das Verwaltungsgericht liefern: Glasklare Urteile, Sprüche oder Bescheide müssen auf den Tisch. Dann haben wir wieder eine Nachricht, nicht mehr und nicht weniger.
Autor: nnz

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