Motor kommt in Fahrt
Mittwoch, 15. Februar 2006, 16:49 Uhr
Nordhausen (nnz). Der Konjunkturmotor im Kammerbezirk Erfurt kommt langsam auf Touren. Bei den Firmenchefs wächst die Zuversicht auf eine spürbare Erholung. Wie die Stimmung im Landkreis Nordhausen ist, das hat jetzt die nnz erfahren.
Steigende Auftragseingänge und eine zunehmende Kapazitätsauslastung haben die Ertragslage der Unternehmen weiter verbessert und scheinen Investitionen anzuschieben. Der Konjunkturklimaindex, der sowohl die aktuelle wirtschaftliche Lage der Unternehmen als auch die Erwartungen und Pläne berücksichtigt, stieg um 9 Punkte zur vorhergehenden Analyse und erreichte mit 106 von 200 möglichen Prozentpunkten das beste Ergebnis seit fünf Jahren.
88 Prozent der Befragten des Landkreises Nordhausen berichten von einer guten bis befriedigenden Geschäftslage. Die Investitionsausgaben sollen bei 20 % steigen und bei 46 % in etwa auf gleichem Niveau fortgeführt werden. Dagegen bewegt sich die Jobmaschine derzeit noch im Leerlauf. Nur noch drei Prozent der befragten wollen neue Leute einstellen. Der Abwärtstrend scheint indes gestoppt. Immerhin planen knapp 82 % mit unverändertem Personalbestand.
Die konjunkturelle Erholung bleibt vorerst gespalten und wirkt sich unterschiedlich in den einzelnen Branchen aus. Während sich die Stimmung im produzierenden Gewerbe deutlich verbessert hat, leiden die konsumabhängigen Bereiche weiterhin unter der gedämpften Kauflust der Verbraucher.
Einzelhandel und Gastgewerbe erwarten auch in den nächsten Monaten keine wesentliche Verbesserung ihrer SituationSchlüsselgröße für den Aufschwung bleibt die Industrie. 22 % der Manager bezeichnen die Situation mit gut, 71 % mit befriedigend, nur 7 % urteilen mit schlecht. Die Kapazitäten sind inzwischen wieder bei einem Drittel der Befragten zu über 90 % ausgelastet. Steigende Auftragseingänge, zunehmend auch aus dem Inland, führten dazu, dass 41 % der Betriebe mit Gewinn und 50 % kostendeckend arbeiten. Dies stimmt optimistisch für die nächsten Monate. So rechnen 27 % mit günstigerer und 61 % zumindest mit gleichbleibender Geschäftsentwicklung.
Nicht so optimistisch sieht der Einzelhandel und die Gastronomie sowohl gegenwärtige Lage als auch Zukunftsaussichten. Hier herrscht nach wie vor Katerstimmung. Das Weihnachtsgeschäft konnte den hochgesteckten Erwartungen nur zum Teil gerecht werden. Insgesamt verlief das vergangene Jahr überwiegend mit Umsatzeinbußen, mehr als die Hälfte musste Ertragseinbußen verkraften. Positive Effekte aus der für 2007 angekündigten Mehrwertsteuererhöhung erwarten die wenigsten. Dies dürfte sich eher auf den Kauf höher preisiger Konsumgüter beschränken.
Die Umsetzung der dringend benötigten Reformen in den Bereichen Sozialversicherung und Steuern und die Entlastung der Wirtschaft von bürokratischen Hemmnissen durch glaubwürdiges und spürbares Handeln der neuen Bundesregierung wird in den nächsten Monaten darüber entscheiden, ob sich der gerade begonnene Aufschwung fortsetzt oder bereits in den Startlöchern wieder ausgebremst wird.
Autor: nnzSteigende Auftragseingänge und eine zunehmende Kapazitätsauslastung haben die Ertragslage der Unternehmen weiter verbessert und scheinen Investitionen anzuschieben. Der Konjunkturklimaindex, der sowohl die aktuelle wirtschaftliche Lage der Unternehmen als auch die Erwartungen und Pläne berücksichtigt, stieg um 9 Punkte zur vorhergehenden Analyse und erreichte mit 106 von 200 möglichen Prozentpunkten das beste Ergebnis seit fünf Jahren.
88 Prozent der Befragten des Landkreises Nordhausen berichten von einer guten bis befriedigenden Geschäftslage. Die Investitionsausgaben sollen bei 20 % steigen und bei 46 % in etwa auf gleichem Niveau fortgeführt werden. Dagegen bewegt sich die Jobmaschine derzeit noch im Leerlauf. Nur noch drei Prozent der befragten wollen neue Leute einstellen. Der Abwärtstrend scheint indes gestoppt. Immerhin planen knapp 82 % mit unverändertem Personalbestand.
Die konjunkturelle Erholung bleibt vorerst gespalten und wirkt sich unterschiedlich in den einzelnen Branchen aus. Während sich die Stimmung im produzierenden Gewerbe deutlich verbessert hat, leiden die konsumabhängigen Bereiche weiterhin unter der gedämpften Kauflust der Verbraucher.
Einzelhandel und Gastgewerbe erwarten auch in den nächsten Monaten keine wesentliche Verbesserung ihrer SituationSchlüsselgröße für den Aufschwung bleibt die Industrie. 22 % der Manager bezeichnen die Situation mit gut, 71 % mit befriedigend, nur 7 % urteilen mit schlecht. Die Kapazitäten sind inzwischen wieder bei einem Drittel der Befragten zu über 90 % ausgelastet. Steigende Auftragseingänge, zunehmend auch aus dem Inland, führten dazu, dass 41 % der Betriebe mit Gewinn und 50 % kostendeckend arbeiten. Dies stimmt optimistisch für die nächsten Monate. So rechnen 27 % mit günstigerer und 61 % zumindest mit gleichbleibender Geschäftsentwicklung.
Nicht so optimistisch sieht der Einzelhandel und die Gastronomie sowohl gegenwärtige Lage als auch Zukunftsaussichten. Hier herrscht nach wie vor Katerstimmung. Das Weihnachtsgeschäft konnte den hochgesteckten Erwartungen nur zum Teil gerecht werden. Insgesamt verlief das vergangene Jahr überwiegend mit Umsatzeinbußen, mehr als die Hälfte musste Ertragseinbußen verkraften. Positive Effekte aus der für 2007 angekündigten Mehrwertsteuererhöhung erwarten die wenigsten. Dies dürfte sich eher auf den Kauf höher preisiger Konsumgüter beschränken.
Die Umsetzung der dringend benötigten Reformen in den Bereichen Sozialversicherung und Steuern und die Entlastung der Wirtschaft von bürokratischen Hemmnissen durch glaubwürdiges und spürbares Handeln der neuen Bundesregierung wird in den nächsten Monaten darüber entscheiden, ob sich der gerade begonnene Aufschwung fortsetzt oder bereits in den Startlöchern wieder ausgebremst wird.
