nnz-online

Chancen geben und nutzen

Mittwoch, 15. Februar 2006, 07:24 Uhr
Nordhausen (nnz). In den zurückliegenden Jahren wurde das Nordhäuser Gebrauchtwarenhaus durch viele Beschäftigungsmaßnahmen mit teilweise bis zu 20 Mitarbeitern unterstützt. Wie und vor allem wo es mit dem besonderen Kaufhaus in Nordhausen weitergeht, das hat jetzt die nnz erfahren.


ABM und die so genannten „Ein Euro Jobs“ standen dabei im Mittelpunkt. Begonnen wurde ausschließlich mit geförderten Arbeitskräften, heute sind hier fünf Mitarbeiter in fester Anstellung, entgegen anderer Gebrauchtwaren- bzw. Sozialkaufhäusern Thüringens. Auch jungen Leuten wird hier eine berufliche Chance gegeben, in dem hier ein Ausbildungsplatz im vergangenen Jahr geschaffen werden konnte. Für die Zukunft ist vorgesehen, weitere Ausbildungs- und sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im neuen Gebäude zu schaffen. Im Gebrauchtwarenhaus, als Zweckbetrieb der gemeinnützigen LIFT gGmbH, steht die Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen im Mittelpunkt.

„Wir geben mit diesem gemeinnützigen Projekt dieser Zielgruppe eine neue Chance, auch wenn dies nur für einen befristeten Zeitraum möglich ist. Die tägliche Arbeit kommt den bedürftigen in unseres Landkreises zu gute, indem wir die gespendeten Möbel und Textilien nicht nur für kleines Geld weiterveräußern, sondern indem wir auch Hilfstransporte und Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen damit unterstützen. Auch die Reduzierung des Müllaufkommens, indem noch brauchbare Gegenstände ein zweites Leben erhalten, ist für uns eine wichtige Aufgabe des Projektes,“ so LIFT-Prokurist Andreas Knuhr.

Der Umzug machte sich notwendig, da die Ausstellungsfläche für die gebrauchten Möbel zu eng wurde, aber die Nachfrage nach diesen Mobiliar stieg. Aus diesem Grund hatte sich die Geschäftsführung dazu entschlossen eine alternative Lösung zu finden. Da kam das leerstehende Verwaltungsgebäude am Taschenberg 38a als optimale Lösung in Betracht. Die nähe zur Fachhochschule, die zentrale Lage zwischen Nordhausen Ost und der Stadtmitte, aber auch die Bushaltestelle direkt vor der Tür waren dabei die entscheidenden Kriterien. Hier gibt es auf ca. 1.000 Quadratmeter Fläche die Möglichkeit, die Waren in einem angenehmen Ambiente entsprechend zu präsentieren.

Die Kundschaft solle das Gefühl haben, sie befinde sich in einem „richtigen Kaufhaus“, so Knuhr. Auf insgesamt drei Etagen erstreckt sich die Ausstellungsfläche. Es sollte nicht nur eine Möbelhalle sein, aus diesem Grund wurde der ursprüngliche Gebäudezuschnitt in Form von einzelnen Zimmern gelassen. Hier werden einzelne Zimmerarrangements kreiert. Dafür stehen insgesamt ca. 30 Zimmer zur Verfügung. Auch die „Kleider-Insel“ findet in dem neuen Domizil ihren Platz.

Der Um- und Ausbau wurde und wird mit einheimischen Firmen in drei Bauabschnitten realisiert. Der erste Bauabschnitt bezog sich ausschließlich auf die Ausstellungsräume im Erd- und dem ersten Obergeschoss. Im zweiten Abschnitt wird das 2. Obergeschoss je zur Hälfte ebenfalls als Ausstellungsfläche und als Verwaltungsräume für weitere kreative Projekte der LIFT gGmbH entstehen. Das Erfreulichste für die Mitarbeiter war, dass ein Außenfahrstuhl in dieses Projekt integriert wurde. Dieser wird aber erst noch in den kommenden Wochen an der Rückseite des Gebäudes montiert. Der dritte Bauabschnitt wird die Neugestaltung der Außenanlage sein. Hier wird im kommenden Frühjahr eine direkte Zufahrt für die Besucher und Kunden inklusive den dafür vorgesehenen Parkflächen geschaffen.

Bis übermorgen können Vorschläge für einen Namen des neuen Gebäudes am Taschenberg 38a gemacht werden. Dem Sieger winkt ein Einkaufsgutschein in Höhe von 150 Euro. „Die LIFT-Geschäftsführung bittet alle Bürger um Verständnis, dass es in den kommenden Wochen bis zur Eröffnung am 1. März zu kleineren Einschränkungen bei der Abholung und Auslieferung der Möbel kommen kann,“ meinte Knuhr abschließend.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de