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Heine sinnbildlich

Dienstag, 14. Februar 2006, 15:34 Uhr
Nordhausen/Limlingerode (nnz). „Ach, wenn sie nur Herzen hätten“ – Heinrich Heines Freuden und Leiden, seine Satire und Schärfe, seine Melancholie, sein Witz und Übermut sprechen bis heute alle an, die sich in seine Werke vertiefen. Der Mann ist Ende Februar Thema in Limlingerode, weiß Heidelore Kneffel.


Es bedarf am 17. Februar 2006 nicht seines 150. Todestages, um mit ihm in Zwiesprache zu treten, dennoch setzen solche Gedenktage noch ein besonderes Ausrufezeichen. Auch seine zahlreich vertonten Gedichte, z. B. von Robert Schumann, sind ein hochgeschätztes Kulturgut! Heine ist in der Literatur ein ganz Großer, und er überrascht mit seiner Themenvielfalt, mit seiner variantenreichen Sprache immer aufs Neue. Da herrscht eine Modernität, die verblüfft.

In Düsseldorf 1797 in der Familie eines nicht sehr wohlhabenden jüdischen Kaufmanns geboren, versuchte er nach dem Jurastudium, nach seiner Taufe in Heiligenstadt in Deutschland eine Anstellung zu erhalten – vergebens! So wurde er gezwungener Maßen einer der ersten freischaffenden Autoren. Er litt an den politischen Zuständen der Restauration in Deutschland, an der bedrückenden Kleinstaaterei. Als der Druck auf seinen freien Geist in Preußen unerträglich wurde, seine Werke unter die Zensur fielen, ging er 1831 nach Frankreich, nach Paris.

Der Poet sammelte auf seinen Reisen in seinem Geist europäische Kultur. Die daraus entstandenen Reisebilder, etwas ganz Neues im 19. Jahrhundert, lesen sich bis heute mit Genuss, mit Gewinn. So möchte man in das Wesen, in die Landschaft eines anderen Volkes auch Einsicht haben! Als ihn eine Krankheit in Paris an die „Matratzenkruft“ fesselte, hinderte ihn das nicht, sein Dichten fortzusetzen. Am Werk Heinrich Heines und an seinen Briefen kann man die Lebensabschnitte dieses außergewöhnlichen Menschen ganz original erleben.

In der „Dichterstätte Sarah Kirsch“ kommt der auch im Ausland so beliebte Dichter vor allem in seinen Versen zu Wort. „Heinrich Heine und kein Ende!“, dazu möchten wir mit unserer Lesung am Samstag, dem 25. Februar, ab 14.30 Uhr beitragen, denn „Das Publikum wird mich in meiner wahren Gestalt sehen.“ Wie es Tradition ist, wird es auch eine aufschlussreiche Ausstellung zu Heine in den Vitrinen der Bibliothek geben.
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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