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Eine lange Geschichte

Freitag, 10. Februar 2006, 07:21 Uhr
Nordhausen (nnz). Der Landkreis Eichsfeld hat die Eichsfeldwerke als kommunales Unternehmen. Das unternimmt eine ganze Menge und erzielt Jahr für Jahr Überschüsse, die dem Haushalt der Kreisverwaltung zugute kommen. Zwei Millionen Euro sollen es in diesem Jahr sein, wird berichtet. Im Landkreis Nordhausen gibt es auch ein kommunales Unternehmen, die Service-Gesellschaft...


Die hat fast eine ebenso lange Geschichte wie die Eichsfeldwerke, der 100prozentigen Tochter des Landkreises. Doch statt runde 50 Millionen Euro Umsatzerlöse hat die „Service“ im Jahr 2004 mal gerade 360.000 Euro erlöst. Zieht man davon die Aufwendungen ab, bleiben „stolze“ 4.500 Euro als Gewinn oder Überschuss übrig. Nachzulesen ist das im aktuellen Beteiligungsbericht des Landkreises Nordhausen.

Die Service-Geschichte ist eng verflochten mit einer noch „erfolgreicheren“ Unternehmung im Landkreis Nordhausen – der Entwicklungsgesellschaft, kurz EGN genannt. Die entwickelte sich so prächtig, dass sie sich immer noch in der Liquidation befindet und dem Landkreis die Jahre über richtig viel Geld gekostet hat. Doch das ist Schnee von gestern.

Den Schnee von heute auf den Kreisstraßen, den räumen unter anderem die Mitarbeiter der Service-Gesellschaft weg. Das gehört zu ihren Aufträgen wie etwa die Betreibung des Hallenbades in Sollstedt, für die es keine schriftliche Vereinbarung gibt. Neben vielen unbefristeten Tätigkeitsfeldern gibt es befristete. Zum Beispiel die Betreibung des Übergangswohnheims für Spätaussiedler, die Ende März abläuft. Da wurden im Jahr 2004 rund 90.000 Euro erlöst.

Das alles ist zu wenig. Die Service Gesellschaft soll also unbedingt ihren Service erweitern. Erweitert hat sie erst mal das Personal in der Leitungsebene. Wie die nnz damals ausführlich berichtete, war der einstige Geschäftsführer und auch einstige EGN-Prokurist, Wolfgang Kowol, Ende 2004 abberufen worden. Im nahezu gleichen Atemzug hatte ihn jedoch Landrat Joachim Claus (CDU) zum Betriebsleiter ernannt. „Ehrenamtlicher“ Geschäftsführer war Bernd Liesegang, hauptberuflich als Kämmerer der Kreisverwaltung beschäftigt. Diese hauptberufliche Tätigkeit musste Liesgang vor einigen Wochen gänzlich „abgeben“. Am Zimmer 253/254 hängt zwar noch sein Namensschild, doch die Kämmerei hat einen neuen Chef.

Nun können sich also Liesegang und Kowol ganz der Umsetzung eines Kreistagsbeschlusses vom Februar 2005 widmen. Im Beschluß 100-05 steht geschrieben, dass die Landkreisverwaltung beauftragt werden soll, den Dienstleistungsbereich Gebäudemanagement für die Verwaltungs- und Schulgebäude einschließlich der Sportstätte... unter Einbindung der Service GmbH auszugliedern. Das macht Sinn, denn eine private Unternehmung kann wesentlich flexibler und vor allem transparenter agieren als eine Verwaltung. Die Rede ist nicht von Dumpinglöhnen oder längeren Arbeitszeiten.

Bislang hat sich in der personellen Ausstattung der Service nicht allzu viel getan. Und von den 41 Stellen, die laut Kreistagsbeschluß geschaffen werden sollen, ist noch relativ wenig zu sehen. Es sind laut Beteiligungsbericht 14. Aber was nicht ist, das kann ja noch werden. Die Eichsfeldwerke hatte 1990 auch mal nur einen Umsatz von „lächerlichen“ 640.000 Euro.
Autor: nnz

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