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Keine Pilgerstätte für Nazis im Eichsfeld

Freitag, 03. Februar 2006, 17:17 Uhr
Nordhausen/Eichsfeld (nnz). Nach einer schriftlichen Vereinbarung zwischen dem Vorstand des „Kameradschaftsverbandes der Soldaten des 1. Panzerkorps der ehemaligen Waffen-SS“ und dem mehrfach vorbestraften NPD-Vorstandsmitglied Torsten Heise soll ein Ehrenmal für die Toten der Waffen-SS nach seiner Zerstörung durch unbekannte Täter in Rheinland-Pfalz auf dem Privatgelände von Torsten Heise in Fretterode wieder errichtet werden. Dazu die Landtagsabgeordnete der Linkspartei.PDS, Dr. Johanna Scheringer Wright.


„Das letzte was wir hier im Eichsfeld brauchen, ist eine Pilgerstätte für Nazis in Form eines Ehrenmals für die gefallenen Mitglieder der Waffen-SS“, erklärt Dr. Scheringer-Wright, Landtagsabgeordnete der Linkspartei.PDS und Kreisvorsitzende der Linkspartei.PDS im Eichsfeld. „Die Mitglieder der Waffen-SS haben während der Schreckensherrschaft des Dritten Reiches die barbarischsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt, so dass die Errichtung eines Erinnerungsdenkmals an diese Täter und ihre Organisation eine Verhöhnung der Opfer des deutschen Faschismus, wie auch aller aufrechten und mitfühlenden Demokraten ist“. Daher fordert Scheringer-Wright die Behörden auf, sich der Errichtung dieses Denkmals entgegen zu stellen.

„Ich bin mir sicher, dass es uns auch im Eichsfeld gelingen kann, wie in den Gemeinden von Rheinland Pfalz, eine Errichtung z.B. auf der Grundlage einer verweigerten Baugenehmigung zu vereiteln. Jetzt wäre es rechtlich natürlich hilfreich, wenn wir die antifaschistische Klausel in unsere Verfassung aufgenommen hätten, so wie die Fraktion der Linkspartei.PDS das vorgeschlagen hatte, was aber von der CDU Fraktion im Thüringer Landtag abgelehnt wurde. Trotzdem hat die CDU hier die Chance etwas gegen ihr blindes Auge gegen Rechts zu tun und sich nicht immer taub zu stellen.

Ich erinnere daran, dass in einer Landtagssitzung im November 2004 ein Landtagsmitglied der CDU Fraktion geleugnet hatte, dass Deutschland Faschismus hatte. Mein damaliger Brief an Frau Dr. Merkel und Herrn Ministerpräsident Althaus blieb unbeantwortet. Und es gibt für mich auch kein Anzeichen dafür, dass die CDU-Führung etwas gegen die rechtslastigen Sympathien in ihrer Fraktion getan hat. Jetzt ist die Möglichkeit hier und heute aktiv gegen faschistische und neonazistische Umtriebe einzutreten“ ermuntert Scheringer-Wright die Verantwortlichen im Eichsfeld.
Autor: nnz

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