Keine Chance für schwarze Schafe
Montag, 30. Januar 2006, 18:00 Uhr
Nordhausen (nnz). Einmal Glücksrad drehen und gratis telefonieren, ein verlockendes Angebot. Es kostet nur eine Unterschrift. Nicht nur mit diesem Trick wurde im vergangenen Jahr abgezockt. Bieten lassen muß man sich das nicht.
Busfahrten zum Traumgewinn, einen Monat gratis Premiere im Fernsehen, leichte Arbeit am Wochenende mit tollem Lohn – die Tricks der Betrüger sind nicht immer zu durchschauen. Selbst kostenintensive Rufnummern verunsichern machen Arbeitslosen nicht, wenn er hofft mit Wundertütenfüllen sein Einkommen aufbessern zu können. Für manche Menschen erscheinen die Zeitungsinserate wie ein letzter Strohhalm. Berichtet Silvia Georgi, Juristin bei der Verbraucherzentrale in Nordhausen.
Trotz Warnung in den Medien werden vor allem alte Leute von Drückerkolonnen dazu gebraucht, dubiose Preselektion-Telefonverträge abzuschließen. Die Zeit der Zeitschriftenabos ist inzwischen vorbei, weiß man in der Beratungsstelle am August-Bebel-Platz. Zur Verführung Jugendlicher sind sogenannte Premium-SMS-Dienste vielversprechender. Einen Klingelton runterladen, und schon hat man ein Abo für 3,99 monatlich am Hals.
Ist das Übel schon eingetreten, suchen viele Bürger die Verbraucherzentrale auf und fragen um Rat. 1139 Leute sprachen im letzten Jahr persönlich vor, 136 baten um schriftliche Informationen und 1044 riefen beim Servicetelefon an. Besonders gefragt sind Rechts- und Reklamationsberatung (34%) und Finanzberatung (29%). Rund zwei Dritteln aller Ratsuchenden konnte geholfen werden.
Verstärkt nachgefragt werden in diesem Jahr Informationen zum Strommarkt, da viele Leute derzeit nach einem günstigeren Anbieter suchen. So ist es richtig, meint Verbraucherberater Eckehard Balke. Die Leute sollten zu uns kommen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. Wir wollen mit unserer Beratung keine Produkte verkaufen, können deshalb unabhängig sein. Auf die Instanz Verbraucherzentrale wollen auch große Firmen nicht verzichten. Niemand bekommt die Machenschaften der schwarzen Schafe so schnell mit wie die Berater. Sie gehen dagegen vor und bereinigen so den Markt, auch nützlich für seriöse Unternehmen in selben Bereich.
Die Finanzierung der Beratungsstelle in Nordhausen ist vorerst gesichert. Sie wird als eine von vier Stellen in Thüringen erhalten bleiben, wenn auch mit weniger Mitteln als in den vergangenen Jahren. Statt einer Million Euro 2005 stehen den Thüringern dieses Jahr nur noch 700.000 Euro zur Verfügung. 2007 sinken die Zuschüsse vom Land weiter. Ansonsten finanziert man sich aus Bundesmitteln vom Verbraucherschutzministerium und aus Eigeneinnahmen. Die Beratungen kosten zehn Euro, für ALG II Empfänger fünf Euro. Die bisher kostenlose Energieberatung soll ab März kostenpflichtig werden. Ob sie in Thüringen überhaupt weiter angeboten wird, ist noch nicht sicher. Über eine Fortsetzung der Patientenberatung wird hingegen nachgedacht. Zwei Tage pro Woche stehen die Berater Eckehard Balke, Schwerpunkt Finanzdienstleistungen, und Silvia Georgi, Rechtsberatung, allen Interessierten zur Verfügung.
Autor: wfBusfahrten zum Traumgewinn, einen Monat gratis Premiere im Fernsehen, leichte Arbeit am Wochenende mit tollem Lohn – die Tricks der Betrüger sind nicht immer zu durchschauen. Selbst kostenintensive Rufnummern verunsichern machen Arbeitslosen nicht, wenn er hofft mit Wundertütenfüllen sein Einkommen aufbessern zu können. Für manche Menschen erscheinen die Zeitungsinserate wie ein letzter Strohhalm. Berichtet Silvia Georgi, Juristin bei der Verbraucherzentrale in Nordhausen.
Trotz Warnung in den Medien werden vor allem alte Leute von Drückerkolonnen dazu gebraucht, dubiose Preselektion-Telefonverträge abzuschließen. Die Zeit der Zeitschriftenabos ist inzwischen vorbei, weiß man in der Beratungsstelle am August-Bebel-Platz. Zur Verführung Jugendlicher sind sogenannte Premium-SMS-Dienste vielversprechender. Einen Klingelton runterladen, und schon hat man ein Abo für 3,99 monatlich am Hals.
Ist das Übel schon eingetreten, suchen viele Bürger die Verbraucherzentrale auf und fragen um Rat. 1139 Leute sprachen im letzten Jahr persönlich vor, 136 baten um schriftliche Informationen und 1044 riefen beim Servicetelefon an. Besonders gefragt sind Rechts- und Reklamationsberatung (34%) und Finanzberatung (29%). Rund zwei Dritteln aller Ratsuchenden konnte geholfen werden.
Verstärkt nachgefragt werden in diesem Jahr Informationen zum Strommarkt, da viele Leute derzeit nach einem günstigeren Anbieter suchen. So ist es richtig, meint Verbraucherberater Eckehard Balke. Die Leute sollten zu uns kommen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. Wir wollen mit unserer Beratung keine Produkte verkaufen, können deshalb unabhängig sein. Auf die Instanz Verbraucherzentrale wollen auch große Firmen nicht verzichten. Niemand bekommt die Machenschaften der schwarzen Schafe so schnell mit wie die Berater. Sie gehen dagegen vor und bereinigen so den Markt, auch nützlich für seriöse Unternehmen in selben Bereich.
Die Finanzierung der Beratungsstelle in Nordhausen ist vorerst gesichert. Sie wird als eine von vier Stellen in Thüringen erhalten bleiben, wenn auch mit weniger Mitteln als in den vergangenen Jahren. Statt einer Million Euro 2005 stehen den Thüringern dieses Jahr nur noch 700.000 Euro zur Verfügung. 2007 sinken die Zuschüsse vom Land weiter. Ansonsten finanziert man sich aus Bundesmitteln vom Verbraucherschutzministerium und aus Eigeneinnahmen. Die Beratungen kosten zehn Euro, für ALG II Empfänger fünf Euro. Die bisher kostenlose Energieberatung soll ab März kostenpflichtig werden. Ob sie in Thüringen überhaupt weiter angeboten wird, ist noch nicht sicher. Über eine Fortsetzung der Patientenberatung wird hingegen nachgedacht. Zwei Tage pro Woche stehen die Berater Eckehard Balke, Schwerpunkt Finanzdienstleistungen, und Silvia Georgi, Rechtsberatung, allen Interessierten zur Verfügung.
