Kein Mann für’s Grobe
Donnerstag, 26. Januar 2006, 11:41 Uhr
Nordhausen (nnz). Eines muß man den Akteuren der Nordhäuser CDU lassen – sie halten dicht, wenn es um Personalentscheidungen geht. Wie lange Norbert Klodt, der Herausforderer von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD), mit dem Kandidaten-Gedanken schwanger ging, das wollte die nnz gern wissen. Sie sprach mit dem Christdemokraten.
Die Redaktion der nnz gibt es gern zu – an das Nächstliegende denkt man oft erst nach, wenn es fast zu spät ist. Klar, es gibt ein politisches Ritual bei personellen Entscheidungen dieser Art: Der Fraktionsvorsitzende in einem politischen Gremium muß gefragt werden, an ihm vorbei geht nichts. In Nordhausen geht es nun in den kommenden Wochen und Monaten um ihn, um Norbert Klodt.
Fraktionsvorsitzende haben ein Zugriffsrecht, im Herbst war Klodt noch einige Meilen davon entfernt. Schließlich plagten sich die Christdemokraten nicht nur mit einem OB-Kandidaten, sondern auch mit der Nachfolgeschaft für Dietrich Beyse herum. Ende Dezember wurde es dann konkreter in der Nominierungskommission, deren Mitglied Norbert Klodt auch war. Anfang dieses Jahres war der Christdemokrat dann soweit, nicht mehr zwischen Ja oder Nein zu entscheiden, sondern das Ja mit den Fragen nach der Unterstützung, dem Wie und nach den Voraussetzungen zu verbinden. Gespräche mit seiner Frau gehörten dazu.
Nicht hören will der 47jährige die Formulierung vom Opferlamm, die schon gern mal die Runde in Nordhausen machte. Er sieht Chancen und ehrlich soll klingen: Wenn ich antrete, dann will ich auch gewinnen! Im Gespräch mit der nnz will sich Klodt natürlich über Details des Wahlkampfes noch nicht auslassen. Die müssen vielleicht auch erst noch festgezurrt werden. Klar aber ist: Mit mir wird es keinen persönlichen Wahlkampf gegen Frau Rinke geben. Egal, wie der Wähler entscheide, Klodt will der Amtsinhaberin auch nach dem 7. Mai in die Augen schauen können.
Noch braucht Norbert Klodt die Nominierung durch die Mitgliederversammlung im Februar, doch die Frage nach den Unterschieden zum Barbara-Rinke-Wahlkampf sei wohl schon jetzt erlaubt. Klar, Klodt weiß über die politischen Gemeinsamkeiten im Stadtrat, doch gibt es Felder, auf denen der CDU-Fraktionsvorsitzende punkten will. Klodt erinnert zum Beispiel an die Montagsdemos des Herbstes 2004 und fragt, wo die 3.000 Menschen geblieben sind, die da ihrem Unmut Luft machten. Es sei scheinbar auch einer sozialdemokratischen Oberbürgermeisterin nicht gelungen, einen nicht unbeachtlichen Teil der Nordhäuser mitzunehmen in die immer schöner werdende Stadt. Was nützt uns ein superschickes Badehaus, wenn viele Menschen in dieser Stadt sich das Planschen nicht mehr leisten können?
Norbert Klodt, der Katholik, will sich neben den Aufgaben, die alle Kandidaten in ihr Programm schreiben werden, um einen gesellschaftlichen Konsens bemühen. Man müsse das Vereinsleben stärken, statt Betriebskosten für Sportstätten erheben. Und dann ist da auch noch die Kirche. Sie müsse mehr ins politische Boot geholt werden, ihre Potentiale müssen genutzt, aber auch Verantwortung für das Ganze müsse übertragen werden.
Autor: nnzDie Redaktion der nnz gibt es gern zu – an das Nächstliegende denkt man oft erst nach, wenn es fast zu spät ist. Klar, es gibt ein politisches Ritual bei personellen Entscheidungen dieser Art: Der Fraktionsvorsitzende in einem politischen Gremium muß gefragt werden, an ihm vorbei geht nichts. In Nordhausen geht es nun in den kommenden Wochen und Monaten um ihn, um Norbert Klodt.
Fraktionsvorsitzende haben ein Zugriffsrecht, im Herbst war Klodt noch einige Meilen davon entfernt. Schließlich plagten sich die Christdemokraten nicht nur mit einem OB-Kandidaten, sondern auch mit der Nachfolgeschaft für Dietrich Beyse herum. Ende Dezember wurde es dann konkreter in der Nominierungskommission, deren Mitglied Norbert Klodt auch war. Anfang dieses Jahres war der Christdemokrat dann soweit, nicht mehr zwischen Ja oder Nein zu entscheiden, sondern das Ja mit den Fragen nach der Unterstützung, dem Wie und nach den Voraussetzungen zu verbinden. Gespräche mit seiner Frau gehörten dazu.
Nicht hören will der 47jährige die Formulierung vom Opferlamm, die schon gern mal die Runde in Nordhausen machte. Er sieht Chancen und ehrlich soll klingen: Wenn ich antrete, dann will ich auch gewinnen! Im Gespräch mit der nnz will sich Klodt natürlich über Details des Wahlkampfes noch nicht auslassen. Die müssen vielleicht auch erst noch festgezurrt werden. Klar aber ist: Mit mir wird es keinen persönlichen Wahlkampf gegen Frau Rinke geben. Egal, wie der Wähler entscheide, Klodt will der Amtsinhaberin auch nach dem 7. Mai in die Augen schauen können.
Noch braucht Norbert Klodt die Nominierung durch die Mitgliederversammlung im Februar, doch die Frage nach den Unterschieden zum Barbara-Rinke-Wahlkampf sei wohl schon jetzt erlaubt. Klar, Klodt weiß über die politischen Gemeinsamkeiten im Stadtrat, doch gibt es Felder, auf denen der CDU-Fraktionsvorsitzende punkten will. Klodt erinnert zum Beispiel an die Montagsdemos des Herbstes 2004 und fragt, wo die 3.000 Menschen geblieben sind, die da ihrem Unmut Luft machten. Es sei scheinbar auch einer sozialdemokratischen Oberbürgermeisterin nicht gelungen, einen nicht unbeachtlichen Teil der Nordhäuser mitzunehmen in die immer schöner werdende Stadt. Was nützt uns ein superschickes Badehaus, wenn viele Menschen in dieser Stadt sich das Planschen nicht mehr leisten können?
Norbert Klodt, der Katholik, will sich neben den Aufgaben, die alle Kandidaten in ihr Programm schreiben werden, um einen gesellschaftlichen Konsens bemühen. Man müsse das Vereinsleben stärken, statt Betriebskosten für Sportstätten erheben. Und dann ist da auch noch die Kirche. Sie müsse mehr ins politische Boot geholt werden, ihre Potentiale müssen genutzt, aber auch Verantwortung für das Ganze müsse übertragen werden.
