Eine(r) fehlt noch...
Dienstag, 24. Januar 2006, 11:59 Uhr
Nordhausen (nnz). Das wird ein gefundenes Fressen für Journalisten – dieser kommunale Wahlkampf. Obwohl alle Akteure und Parteien zu Beginn eines solchen immer auf Fairness schwören, zeigen die ersten Tupfer doch, dass es in diesem Jahr besonders hart zugehen könnte.
Traditionell ist es Dagmar Becker vorbehalten, in das Auftakthorn zu stoßen. Auch 2006 hat die Sozialdemokratin das prima hinbekommen. Sollstedt und Feuerwehr – das waren schon zwei Reizwörter, die viel Folge-Papier beschrieben ließen. Heute Abend soll die Beschwörung der Sozis in Nordhausen weitergehen. Kreismitgliederversammlung ist da angesagt. Im Einladungsschreiben ist denn auch folgendes formuliert: Der Kreisvorstand hat sich bezüglich der Nominierung eines/r Landratskandidaten/in dahingehend verständigt, zu verzichten und die Kandidatin der Linkspartei.PDS, Birgit Keller, zu unterstützen. Das schrieb Dagmar Becker am 6. Januar, also weit vor der linken Nominierungsrunde der Sozialisten.
Das ist etwas vermessen, mal abgesehen von der Orakelfähigkeit der Vorsitzenden. Doch es kommt noch besser, nämlich erklärend: Wir haben also keine gemeinsame Kandidatin, wie in der Presse fälschlich geschrieben wird, sondern unterstützen Frau Keller, in dem wir keinen Gegenkandidaten aufstellen. Vermutlich werden nur gewiefte Parteitheoretiker den Unterschied zwischen Gemeinsamkeit und Unterstützung begreifen, für das Wahlvolk ist es eine Allianz zwischen SPD und Linkspartei.PDS. Und es gilt ein alter Spruch: Im Zweifel ist immer die Presse schuld.
Aber genau vor dieser Allianz hat die CDU Angst. Sie hat soviel Angst, dass man im internen Zirkel beschloß, lieber auf Joachim Claus zurückzugreifen, als einen Ersatz einfliegen zu lassen. Die Strategie des jetzigen Landrates war im vergangenen Jahr vollends aufgegangen, obwohl er mehrfach in Erfurt in Ungnade gefallen war. Also bleibt die städtische Christdemokratie im Blickpunkt der fälschlich schreibenden Presse. Sie wird ihre Kandidaten-Findung wohl in dieser Woche abschließen. Sie wird einen Kandidaten oder eine Kandidatin präsentieren, ohne kann es eine Volkspartei in einer Stadt wie Nordhausen nicht machen.
Die Decke des vorhandenen Personals ist dünn: Ein einstiger Shootingstar ist justiziabel verloren gegangen, ein weiterer Favorit lieber ausgewandert. Also müssen Reinländer, Klodt und Co. auf die verbliebene Masse zurückgreifen. Vielleicht aber gelingt der CDU in Nordhausen wirklich ein Coup, vielleicht aber bleibt es bei dem, was Insider schon vor einem Jahr ahnten: Jemand muß seinen Namen hergeben mit der Gewissheit der Niederlage. Verheizen sagen die einen, aufbauen nennen es die anderen.
Von den dann agierenden Personen wird die Qualität des Wahlkampfes bestimmt. Sie geben nicht nur die Taktik, sondern auch die Feinheiten vor. Gespannt kann der Wähler auf jeden Fall sein, denn sowohl im Stadtrat als auch im Kreistag agieren CDU, SPD und Linkspartei.PDS mehr mit- als gegeneinander. Aber wie heißt es so schön: Am 7. Mai werden in erster Linie Personen und nicht Parteien gewählt...
Autor: nnzTraditionell ist es Dagmar Becker vorbehalten, in das Auftakthorn zu stoßen. Auch 2006 hat die Sozialdemokratin das prima hinbekommen. Sollstedt und Feuerwehr – das waren schon zwei Reizwörter, die viel Folge-Papier beschrieben ließen. Heute Abend soll die Beschwörung der Sozis in Nordhausen weitergehen. Kreismitgliederversammlung ist da angesagt. Im Einladungsschreiben ist denn auch folgendes formuliert: Der Kreisvorstand hat sich bezüglich der Nominierung eines/r Landratskandidaten/in dahingehend verständigt, zu verzichten und die Kandidatin der Linkspartei.PDS, Birgit Keller, zu unterstützen. Das schrieb Dagmar Becker am 6. Januar, also weit vor der linken Nominierungsrunde der Sozialisten.
Das ist etwas vermessen, mal abgesehen von der Orakelfähigkeit der Vorsitzenden. Doch es kommt noch besser, nämlich erklärend: Wir haben also keine gemeinsame Kandidatin, wie in der Presse fälschlich geschrieben wird, sondern unterstützen Frau Keller, in dem wir keinen Gegenkandidaten aufstellen. Vermutlich werden nur gewiefte Parteitheoretiker den Unterschied zwischen Gemeinsamkeit und Unterstützung begreifen, für das Wahlvolk ist es eine Allianz zwischen SPD und Linkspartei.PDS. Und es gilt ein alter Spruch: Im Zweifel ist immer die Presse schuld.
Aber genau vor dieser Allianz hat die CDU Angst. Sie hat soviel Angst, dass man im internen Zirkel beschloß, lieber auf Joachim Claus zurückzugreifen, als einen Ersatz einfliegen zu lassen. Die Strategie des jetzigen Landrates war im vergangenen Jahr vollends aufgegangen, obwohl er mehrfach in Erfurt in Ungnade gefallen war. Also bleibt die städtische Christdemokratie im Blickpunkt der fälschlich schreibenden Presse. Sie wird ihre Kandidaten-Findung wohl in dieser Woche abschließen. Sie wird einen Kandidaten oder eine Kandidatin präsentieren, ohne kann es eine Volkspartei in einer Stadt wie Nordhausen nicht machen.
Die Decke des vorhandenen Personals ist dünn: Ein einstiger Shootingstar ist justiziabel verloren gegangen, ein weiterer Favorit lieber ausgewandert. Also müssen Reinländer, Klodt und Co. auf die verbliebene Masse zurückgreifen. Vielleicht aber gelingt der CDU in Nordhausen wirklich ein Coup, vielleicht aber bleibt es bei dem, was Insider schon vor einem Jahr ahnten: Jemand muß seinen Namen hergeben mit der Gewissheit der Niederlage. Verheizen sagen die einen, aufbauen nennen es die anderen.
Von den dann agierenden Personen wird die Qualität des Wahlkampfes bestimmt. Sie geben nicht nur die Taktik, sondern auch die Feinheiten vor. Gespannt kann der Wähler auf jeden Fall sein, denn sowohl im Stadtrat als auch im Kreistag agieren CDU, SPD und Linkspartei.PDS mehr mit- als gegeneinander. Aber wie heißt es so schön: Am 7. Mai werden in erster Linie Personen und nicht Parteien gewählt...
