Zusammen führen und spielen
Dienstag, 24. Januar 2006, 08:38 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Welt anders sehen und zeigen, wie sie wirklich ist – der katalanische Künstler Joan Miró besaß die Gabe, Fäden zusammen zu führen, deren Zusammenspiel der weniger Phantasiebegabte hinter den Fassaden des tristen Alltags zu entdecken nicht in der Lage ist. Jetzt auch in Nordhausen.
Ab März 2006 wird es in Nordhausen zwei sehr direkte Möglichkeiten geben, Miró für sich zu entdecken. Zwei Fäden werden zusammengeführt, die bisher parallel liefen: Am 17. März feiert im Theater Nordhausen TanzMiró, die Hommage von Ballettdirektorin Jutta Wörne an den bildenden Künstler, ihre Uraufführung, und bereits eine Woche zuvor, am 11. März, eröffnet eine Vernissage eine Schau von grafischen Werken aus dem Wirken des philosophischen Künstlers im Kunsthaus Meyenburg. Ein weiterer Saal des Kunsthauses ist Photographien von Tilmann Graner vorbehalten, der mit seiner Kamera Proben zum Ballett begleitet.
Die Choreographin Jutta Wörne beschäftigte sich schon lange mit Miró, dessen Bilder für sie Bewegung sind. Vor ca. zwei Jahren gebar sie die Idee zu einem Miró-Ballett, da sich die Figuren in Mirós Bildern tänzerisch zu spielerischen, phantasievollen, poetischen Bildern auf der Bühne umsetzen lassen. Ganz im Sinne von Joan Miró, der sagte, es könnte – in Abhängigkeit vom Betrachter – ein Pferd, ein Hund oder eine Katze sein, als was er eine Figur identifiziert, gibt auch das Ballett dem Zuschauer die Freiheit, seine eigenen Bilder oder Geschichten darin zu sehen und zu entdecken. Ballettdirektorin Jutta Wörne versucht beim Kreieren des Balletts mit den Miró nachgesagten Kinderaugen zu schauen, ihre Phantasie und die der Tänzer dabei anregend.
Der Bühnenbildner Wolfgang Kurima Rauschning nutzt für seinen Raum Anregungen, die ihm Elemente aus Mirós künstlerischem Schaffen vermitteln. Dazu zählen Mirós Atelier auf Mallorca, Mirós Farben sowie verschiedene Gegenstände aus Mirós Atelier. Rauschning betrachtet seinen Bühnenraum als dreidimensionale Leinwand, auf der sich Bilder entwickeln, entstehen und verändern, als Medium, das Stimmungen erzeugt und unterstützt, als Mittel für den Übergang von der Realität zur Phantasie.
Kunsthistorikerin Susanne Hinsching führte aus, dass die Kabinettausstellung Miró im Kunsthaus als Begleitveranstaltung zum Ballett TanzMiró im Theater Nordhausen anzusehen ist. Susanne Hinsching betonte, dass die Ausstellung einerseits die geplante Kooperation der Kultureinrichtungen Theater und Kunsthaus verdeutlicht, andererseits aber dem Besucher auch ermöglicht, die verschiedenen Seiten des Künstlers Miró besser kennen zu lernen. Durch das Betrachten der Bilder den Zugang zum Tanz zu finden oder vom Ballett inspiriert die Bildwelt Mirós näher ergründen zu wollen, ist das – Synergieeffekte ausnutzen wollende – Anliegen des gemeinsamen Projektes und somit auch der Ausstellung.
Die Stadt Nordhausen besitzt im Rahmen der Sammlung der Ilsetraut-Glock-Grabe-Stiftung mehrere Original-Grafiken des spanischen Künstlers Joan Miró, die bisher noch nie zusammen im Kunsthaus Meyenburg gezeigt worden sind. Es handelt sich um unterschiedliche Werke aus verschiedenen Schaffensphasen des surrealistischen Künstlers, die aber durchaus einen kleinen Einblick in seine eigens erfundene, poetische und skurrile Bildwelt geben. Dazu gehören Grafiken aus dem Zyklus Femme et Oiseaux sowie die Farblithographie La danse de feux.
Mirós Werke sind geprägt durch erfundene emblematische Bildzeichen, die sowohl an kindlich-naive Kritzelzeichnungen als auch an uralte menschliche Symbole mit archaischer Ausdruckskraft erinnern. Die Werke des Künstlers mit dem Leitmotiv Man muss beim Malen mit beiden Beinen auf der Erde stehen zeigen immer wieder seine grundsätzliche Weltsicht, in der der Mensch eins mit der Natur ist, indem ihm ein Insekt so wichtig ist wie ein Gebirge – oder der Mensch.
Steffen Adam, der von Januar bis April inszenierungs- und ausstellungsbegleitend Fortbildungsangebote für Schüler und Pädagogen zum Thema Das Werk Mirós erarbeitet hat, legt bei seiner Sicht auf den Katalanen Wert darauf, dass Miró die Verbindung unterschiedlicher künstlerischer Bereiche wichtig war. So wie Miró mit Musikern, Schriftstellern und Choreographen arbeitete, zielen auch Adams Angebote auf eine Vernetzung der Fachbereiche Kunst, Musik, Literatur, Darstellen und Gestalten.
Ausdruck des gemeinsamen Handelns ist auch eine finanzielle Geste an die Besucher. Wer sowohl das Ballett als auch die Ausstellung besucht, dem räumen die Veranstalter einen Rabatt ein. Die Vorlage der Theaterkarte (bereits benutzt oder nicht) berechtigt zum einmaligen freien Eintritt in die Ausstellung Miró im Kunsthaus.
Autor: nnzAb März 2006 wird es in Nordhausen zwei sehr direkte Möglichkeiten geben, Miró für sich zu entdecken. Zwei Fäden werden zusammengeführt, die bisher parallel liefen: Am 17. März feiert im Theater Nordhausen TanzMiró, die Hommage von Ballettdirektorin Jutta Wörne an den bildenden Künstler, ihre Uraufführung, und bereits eine Woche zuvor, am 11. März, eröffnet eine Vernissage eine Schau von grafischen Werken aus dem Wirken des philosophischen Künstlers im Kunsthaus Meyenburg. Ein weiterer Saal des Kunsthauses ist Photographien von Tilmann Graner vorbehalten, der mit seiner Kamera Proben zum Ballett begleitet.
Die Choreographin Jutta Wörne beschäftigte sich schon lange mit Miró, dessen Bilder für sie Bewegung sind. Vor ca. zwei Jahren gebar sie die Idee zu einem Miró-Ballett, da sich die Figuren in Mirós Bildern tänzerisch zu spielerischen, phantasievollen, poetischen Bildern auf der Bühne umsetzen lassen. Ganz im Sinne von Joan Miró, der sagte, es könnte – in Abhängigkeit vom Betrachter – ein Pferd, ein Hund oder eine Katze sein, als was er eine Figur identifiziert, gibt auch das Ballett dem Zuschauer die Freiheit, seine eigenen Bilder oder Geschichten darin zu sehen und zu entdecken. Ballettdirektorin Jutta Wörne versucht beim Kreieren des Balletts mit den Miró nachgesagten Kinderaugen zu schauen, ihre Phantasie und die der Tänzer dabei anregend.
Der Bühnenbildner Wolfgang Kurima Rauschning nutzt für seinen Raum Anregungen, die ihm Elemente aus Mirós künstlerischem Schaffen vermitteln. Dazu zählen Mirós Atelier auf Mallorca, Mirós Farben sowie verschiedene Gegenstände aus Mirós Atelier. Rauschning betrachtet seinen Bühnenraum als dreidimensionale Leinwand, auf der sich Bilder entwickeln, entstehen und verändern, als Medium, das Stimmungen erzeugt und unterstützt, als Mittel für den Übergang von der Realität zur Phantasie.
Kunsthistorikerin Susanne Hinsching führte aus, dass die Kabinettausstellung Miró im Kunsthaus als Begleitveranstaltung zum Ballett TanzMiró im Theater Nordhausen anzusehen ist. Susanne Hinsching betonte, dass die Ausstellung einerseits die geplante Kooperation der Kultureinrichtungen Theater und Kunsthaus verdeutlicht, andererseits aber dem Besucher auch ermöglicht, die verschiedenen Seiten des Künstlers Miró besser kennen zu lernen. Durch das Betrachten der Bilder den Zugang zum Tanz zu finden oder vom Ballett inspiriert die Bildwelt Mirós näher ergründen zu wollen, ist das – Synergieeffekte ausnutzen wollende – Anliegen des gemeinsamen Projektes und somit auch der Ausstellung.
Die Stadt Nordhausen besitzt im Rahmen der Sammlung der Ilsetraut-Glock-Grabe-Stiftung mehrere Original-Grafiken des spanischen Künstlers Joan Miró, die bisher noch nie zusammen im Kunsthaus Meyenburg gezeigt worden sind. Es handelt sich um unterschiedliche Werke aus verschiedenen Schaffensphasen des surrealistischen Künstlers, die aber durchaus einen kleinen Einblick in seine eigens erfundene, poetische und skurrile Bildwelt geben. Dazu gehören Grafiken aus dem Zyklus Femme et Oiseaux sowie die Farblithographie La danse de feux.
Mirós Werke sind geprägt durch erfundene emblematische Bildzeichen, die sowohl an kindlich-naive Kritzelzeichnungen als auch an uralte menschliche Symbole mit archaischer Ausdruckskraft erinnern. Die Werke des Künstlers mit dem Leitmotiv Man muss beim Malen mit beiden Beinen auf der Erde stehen zeigen immer wieder seine grundsätzliche Weltsicht, in der der Mensch eins mit der Natur ist, indem ihm ein Insekt so wichtig ist wie ein Gebirge – oder der Mensch.
Steffen Adam, der von Januar bis April inszenierungs- und ausstellungsbegleitend Fortbildungsangebote für Schüler und Pädagogen zum Thema Das Werk Mirós erarbeitet hat, legt bei seiner Sicht auf den Katalanen Wert darauf, dass Miró die Verbindung unterschiedlicher künstlerischer Bereiche wichtig war. So wie Miró mit Musikern, Schriftstellern und Choreographen arbeitete, zielen auch Adams Angebote auf eine Vernetzung der Fachbereiche Kunst, Musik, Literatur, Darstellen und Gestalten.
Ausdruck des gemeinsamen Handelns ist auch eine finanzielle Geste an die Besucher. Wer sowohl das Ballett als auch die Ausstellung besucht, dem räumen die Veranstalter einen Rabatt ein. Die Vorlage der Theaterkarte (bereits benutzt oder nicht) berechtigt zum einmaligen freien Eintritt in die Ausstellung Miró im Kunsthaus.
