nnz-online

August Kramer wird Pate

Donnerstag, 19. Januar 2006, 17:13 Uhr
Nordhausen (nnz). August Kramer lebte von 1817 bis 1885. Nun wird der Mathematiker Pate, nämlich für das neue Kompetenzzentrum der Fachhochschule, welches heute eingeweiht wurde. nnz berichtet von der Feierstunde.

August Kramer wird Pate (Foto: nnz) August Kramer wird Pate (Foto: nnz)

Ein blaues Tuch verdeckte noch den Blick auf den Namen des neuen Kompetenzzentrums der Fachhochschule in Nordhausen. Bevor es gelüftet wurde, gab es Grußworte für diesen innovativen Meilenstein. Ministerpräsident Dieter Althaus hatte das Objekt vor einem halben Jahr besucht und war überrascht, wie gut es gelungen ist. „Aus Geld Ideen machen und aus Ideen wieder Geld“ sagte er. Das sei der richtige Weg und der sei hier beschritten worden.

13 Monate wurde an der Industriehalle aus dem Jahr 1953 gebaut, sechs Millionen Euro dafür ausgegeben. Durch die modernen Forschungsmöglichkeiten in den Bereichen Energie, Stoffstrom und Flächen soll noch eine engere Kooperation mit dem Mittelstand der Region möglich werden. Hans-Joachim Junker von Nordhäuser Unternehmerverband bekräftigte den Wunsch nach Zusammenarbeit. Er freute sich besonders darüber, die Maschinenbautradition in Nordhausen wieder zu beleben. Das Kompetenzzentrum lobte er als Standortvorteil für die Region.

Architekt Rainer Ewald erinnerte an die komplizierte Rekonstruktion der Halle. Einzelne Betonschollen seien der Boden gewesen, lose Leitungen und eine alte Schiene hätten darin gelegen. An die schäbige Halle erinnert nur noch ein einziges altes Fenster, was bei der Renovierung übersehen wurde. Das Kompetenzzentrum präsentiert sich jetzt freundlich und hell und vollgepackt mit modernster Technik.

Professor Jörg Wagner erklärt die hohe Leistungsfähigkeit so: „ Wenn Michael Schumacher wegen einer gebrochenen Nockenwelle aus dem Rennen ist, dann wäre er besser vorher zur Fachhochschule gekommen. Wir hätten ihm genau sagen können, daß in Hockenheim in der 22. Runde Schluß ist, die Nockenwelle auf dem Nürburgring aber drei Runden länger gehalten hätte.“

Dann stellt er den Namenspatron und seine Urenkelinnen vor. Ingrid Freitag und Heide Schuppe haben zugestimmt, daß ihr Urgroßvater Pate wird. Sein Verdienst ist unter anderem die Entwicklung des Zeigertelegraphen, der vor allem in den Bereichen Eisenbahn und Staatstelegrafie großen Nutzen brachte. Großen Nutzen bringt die Patenschaft auch der Fachhochschule. August-Kramer-Institut klingt doch gleich viel aussprechbarer als Kompetenzzentrum für Stoffstrom-, Energie- und Flächenmanagement.
Autor: wf

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de