nnz-online

Abwärts

Donnerstag, 19. Januar 2006, 10:48 Uhr
Nordhausen (nnz). Mehr als zwei Millionen Menschen leben und wohnen in Thüringen. Wie viele davon nur noch arbeiten gehen, das hat jetzt die nnz erfahren. So viel schon vorab: Es werden immer weniger.


Im Jahr 2005 hatten im Jahresdurchschnitt 1 Millionen und 300 Personen einen Arbeitsplatz in Thüringen. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 12 000 Personen bzw. 1,2 Prozent weniger als im Jahr 2004. Damit setzte sich der seit 2000 anhaltende Beschäftigungsabbau in Thüringen fort, der lediglich im Jahr 2004 mit einem Anstieg von 0,2 Prozent unterbrochen wurde.

Von 1999 bis 2005 verringerte sich die Zahl der Erwerbstätigen in Thüringen um 71 700 Personen bzw. 6,9 Prozent. Dabei wurde die Entwicklung der Erwerbstätigkeit im Jahr 2004 durch die Reformen am Arbeitsmarkt im Rahmen der Hartz-Gesetze I und II (Ich-AG's und Mini-Jobs) sowie im Jahr 2005 durch die Förderung von Arbeitsgelegenheiten (Ein-Euro-Jobs) im Rahmen von Hartz IV begünstigt.

Ausschlaggebend für den Rückgang der Erwerbstätigkeit in Thüringen im Jahr 2005 war vor allem der nach wie vor anhaltende Abbau voll sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung, darin eingeschlossen die Rückführung der klassischen arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumente wie Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) oder Strukturanpassungsmaßnahmen (SAM). In Thüringen verringerte sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 718 181 Personen im März 2004 auf 696 170 Personen im März 2005. Zugleich nahm im Jahr 2005 die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten (Minijobs) ab. Durch die Förderung von Arbeitsgelegenheiten (Ein-Euro-Jobs) im Rahmen von Hartz IV wurde der Rückgang der Erwerbstätigkeit im Jahr 2005 deutlich gedämpft. In Deutschland verringerte sich im Jahr 2005 die Zahl der Erwerbstätigen ebenfalls um 0,3 Prozent bzw. 121 000 Personen.

Wie die Berechnungen des Arbeitskreises 'Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder' zeigen, entfiel davon mit 81 000 Personen der größere Teil dieses Beschäftigungsrückgangs auf die neuen Bundesländer (ohne Berlin). Den prozentual höchsten Zuwachs aller Bundesländer verzeichneten Hamburg (+ 0,8 Prozent) und Bayern (+ 0,2 Prozent), den größten Beschäftigungsrückgang gab es in Sachsen-Anhalt (- 2,1 Prozent) und Sachsen (- 1,5 Prozent).
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de