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Neue Landschaften

Donnerstag, 19. Januar 2006, 08:13 Uhr
Nordhausen (nnz). Mit den Wahlen neuer (oder alter) Bürgermeister in diesem Jahr könnten sich auch neue Landschaften in diesem Landkreis herausbilden. Oder auch nicht. Die nnz hat sich in den zu reformierenden Gebieten etwas schlau gemacht.


Schon mehrfach und abseits jeglicher „Wahlkampfaktivitäten“ hatte die nnz über Gespräche zu einer Gebietsreform berichtet. In den vergangenen Wochen sind intern die Karten ein wenig heftiger gemischt worden. Immer mal kochen die Emotionen hoch, sie Goldene Aue. Vieles bleibt jedoch einem kleinen Zirkel vorbehalten.

Zum Beispiel die Zukunft der Einheitsgemeinden Werther und Hohenstein. Während der Hohensteiner Bürgermeister Martin Höche schon im vergangenen Jahr mehrfach seine Sympathie für die Kreisstadt bekundete, hat er immer noch ein territoriales Problem. Seine „Grafschaft“ hat keine geografische Verbindung zu Nordhausen, dazwischen liegt das 150-Seelen-Dort Mauderode und dafür ist Klaus Hummitzsch in Werther verantwortlich. Wie Hummitzsch weiß auch Höche, dass eine Herauslösung von Mauderode nicht machbar ist, um so den Korridor nach Nordhausen „freizuschaufeln“. Einerseits ist das mit Hummitzsch nicht zu machen, andererseits nicht mit Dieter Althaus. Dessen Landesregierung fördert zwar Zusammenschlüsse auf kommunaler Ebene, doch nur nach dem Motto: Alles oder nichts. Will heißen – aus einem bestehenden Verband (Einheitsgemeinde oder Verwaltungsgemeinschaft) sollte nichts herausgelöst werden, nicht einmal Mauderode.

Also wird man sich in Werther und Klettenberg überlegen, wie man nach Nordhausen geht. Vermutlich ganz. Im Klartext: Die Einheitsgemeinden werden 2009 zur Kreisstadt wandern. Dann geht auch die Wahlperiode der Bürgermeister langsam aber sicher ihrem Ende entgegen. Klaus Hummitzsch kann sowieso aus Altersgründen nicht wieder antreten. In Werther wird es kaum Probleme geben.

„Bis zur letzten Patrone“ wird vermutlich in Sollstedt gekämpft, doch Bürgermeister Jürgen Hohberg wird sich einer Eingemeindung nach Bleicherode wohl kaum entziehen können. „Bis zur letzten Patrone“ heißt die Devise auch in Großlohra und Kleinfurra. Beide Gemeinwesen gehören zur Verwaltungsgemeinschaft Hainleite. Die Bürgermeister dieser Kommunen wollen nicht mal den Weg zur Einheitsgemeinde gehen.

Bleibt der Südharz. Hier steht immer noch das Angebot des Ellricher Bürgermeisters in Richtung der Verwaltungsgemeinschaft „Hohnstein-Südharz“. Für Ellrich ist diese Erweiterung eine logisch Sache, denn blieben die Südharzer in ihren bisherigen Ellricher Grenzen bestehen, dann wäre die EG im Jahre 2009 mit 6.500 Einwohner wohl die kleinste Einheit im Landkreis.

Wie effektiv eine Verwaltung arbeiten kann, darf oder soll, das will Gerald Schröder schon ganz gern geklärt werden. Er holt sich also erneut die theoretische Kompetenz der Nordhäuser Fachhochschule ins Boot. In der kommenden Woche soll ein Vertrag unterschrieben werden.

Ein geeinter Südharz macht nicht nur verwaltungstechnisch Sinn, vor allem im Tourismus könnten die Ressourcen gebündelt werden. Nur eine Gemeinde passt dann nicht so hinein – Niedersachswerfen. Aber darum wird sich vermutlich in den kommenden Jahren Nordhausen „kümmern“.
Autor: nnz

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