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Beschämend

Dienstag, 17. Januar 2006, 16:33 Uhr
Nordhausen (nnz). Während sich die Thüringer Landesregierung und die Arbeitgeber lobend über die Erfüllung des Ausbildungspaktes äußern, kommt von der Opposition harsche Kritik. Mehr dazu mit einem Klick.


„Die Ausbildungsplatzbilanz zum Ende es Berufsbildungsjahres und Abschluss des Thüringer Ausbildungspaktes wird schön geredet und kann absolut nicht zufrieden stellen“, erklärt Susanne Hennig, Sprecherin für Ausbildung der Linkspartei.PDS-Fraktion im Thüringer Landtag. Es sei beschämend, wenn Verantwortliche in Politik und Wirtschaft den Ausbildungspakt ein wirksames Instrument nennen. Thüringen habe den niedrigsten Stand an betrieblichen Ausbildungsplätzen seit der Wende.

Es bestehe für junge Menschen in den verschiedenen Thüringer Regionen keine Chancengleichheit, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Selbst die IHK gestehe ein, dass nur wegen des Erfurter Kammerbezirks der Ausbildungspakt erfüllt werden konnte.

“Die Landesregierung rechnet sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt schön", kritisiert Andreas Bausewein, der Sprecher für Berufsausbildung der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag. So müssten sich zum Beispiel rund 8700 Jugendliche mit Berufsvorbereitungsmaßnahmen des Kultusministeriums und der Bundesagentur für Arbeit zufrieden geben. Für weitere ca. 3300 junge Menschen stünden lediglich vollzeitschulische Ausbildungsgänge mit geringer Zukunftsperspektive zur Verfügung.

Hinzu kämen Einstiegspraktika in einer nicht genau definierten Größenordnung. Selbst von den im Ausbildungspakt angegebenen 17 861 Ausbildungsplätzen sage die Landesregierung nicht, wie viele betriebliche und wie viele außerbetriebliche Ausbildungsplätze in dieser Zahl enthalten seien.
Autor: nnz

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