Der Mist vom Kleinvieh
Dienstag, 17. Januar 2006, 13:35 Uhr
Nordhausen (nnz). Am 31. Januar soll den Kreistagsmitgliedern der Entwurf eines Haushaltes der Kreisverwaltung vorliegen. Die nnz erhielt heute die ersten Informationen.
Genaue Zahlen wollte die erste Beigeordnete der Kreisverwaltung, Jutta Krauth (SPD), nicht nennen. Durchgesickert ist jedoch ein Defizit in zweistelliger Millionenhöhe. Und so werden sich die Kreistagsmitglieder wohl auch damit herumplagen müssen, dieses Loch zu stopfen, das eigentlich nicht zu stopfen ist.
Einer der dicksten Brocken, die das Defizit geschlagen haben, kommt aus den Bereichen Soziales und Grundsicherung. Waren da am Beginn des Jahres 2005 noch 11 Millionen Euro veranschlagt und in den Haushalt des vergangenen Jahres eingestellt worden, so sind es am Jahresende 17 Millionen Euro geworden. In den jetzigen Entwurf hat Krauth die Zahl 20 Millionen geschrieben, sie ist realistisch. Hier gibt es beim Hin- und Herschieben innerhalb der Verwaltung kaum Möglichkeiten, die Probleme sind landesgemacht. Vor allem die Kommunalisierung der Sozialaufgaben ist für die Landkreises nicht mehr zu schultern. Andere Landkreise können zwar noch von einer Rücklage leben, im Landratsamt Nordhausen spricht man hingegen von einer negativen Rücklage. Man ahnt die Bedeutung dieser Formulierung. Im Klartext – die Millionen sind mehr als aufgebraucht, die Rücklagen seit Jahren ausgelutscht.
Jutta Krauth sieht in dem Millionen-Defizit aber auch Vorgänge, die hausgemacht sind. Und hier muß gehandelt werden. Verträge müssen überprüft, wenn nötig gekündigt werden, über Zuschüsse für Beteiligungen muß geredet werden, ausgenommen vielleicht das Theater. Dafür zum Beispiel das BIC vor den Toren der Rolandstadt.
Auch bei den Personalkosten ist Handlungsbedarf angesagt. Doch selbst der Vizelandrätin sind die Hände gebunden. Bislang hat die verantwortliche Fachbereichsleiterin noch keinen Stellenplan vorgelegt, trotz mehrfacher Anforderung. Und so kann die Beigeordnete nicht nachvollziehen, warum die Personalkosten im vergangenen Jahr erneut gestiegen sind, obwohl die Landkreisverwaltung über 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die ARGE abgegeben hat?
Gehandelt hat Jutta Krauth bereits. In den Haushalt hat sie zum Beispiel Einnahmen geschrieben, die aus der Beteiligung von Vereinen an Betriebskosten kommen, wenn deren Mitglieder eine kreiseigene Sporthalle nutzen. So kann zum Beispiel das Eigentümerbewusstsein gestärkt werden. Kein Verein muß deshalb sein Training in einer Sporthalle aufgeben, prophezeit Jutta Krauth. Die 40.000 Euro, die da eingenommen werden sollen, sind angesichts der fehlenden Millionen zwar die bekannten Peanuts, doch auch im Finanzwesen gilt der Spruch vom Kleinvieh, das auch Mist macht.
Autor: nnzGenaue Zahlen wollte die erste Beigeordnete der Kreisverwaltung, Jutta Krauth (SPD), nicht nennen. Durchgesickert ist jedoch ein Defizit in zweistelliger Millionenhöhe. Und so werden sich die Kreistagsmitglieder wohl auch damit herumplagen müssen, dieses Loch zu stopfen, das eigentlich nicht zu stopfen ist.
Einer der dicksten Brocken, die das Defizit geschlagen haben, kommt aus den Bereichen Soziales und Grundsicherung. Waren da am Beginn des Jahres 2005 noch 11 Millionen Euro veranschlagt und in den Haushalt des vergangenen Jahres eingestellt worden, so sind es am Jahresende 17 Millionen Euro geworden. In den jetzigen Entwurf hat Krauth die Zahl 20 Millionen geschrieben, sie ist realistisch. Hier gibt es beim Hin- und Herschieben innerhalb der Verwaltung kaum Möglichkeiten, die Probleme sind landesgemacht. Vor allem die Kommunalisierung der Sozialaufgaben ist für die Landkreises nicht mehr zu schultern. Andere Landkreise können zwar noch von einer Rücklage leben, im Landratsamt Nordhausen spricht man hingegen von einer negativen Rücklage. Man ahnt die Bedeutung dieser Formulierung. Im Klartext – die Millionen sind mehr als aufgebraucht, die Rücklagen seit Jahren ausgelutscht.
Jutta Krauth sieht in dem Millionen-Defizit aber auch Vorgänge, die hausgemacht sind. Und hier muß gehandelt werden. Verträge müssen überprüft, wenn nötig gekündigt werden, über Zuschüsse für Beteiligungen muß geredet werden, ausgenommen vielleicht das Theater. Dafür zum Beispiel das BIC vor den Toren der Rolandstadt.
Auch bei den Personalkosten ist Handlungsbedarf angesagt. Doch selbst der Vizelandrätin sind die Hände gebunden. Bislang hat die verantwortliche Fachbereichsleiterin noch keinen Stellenplan vorgelegt, trotz mehrfacher Anforderung. Und so kann die Beigeordnete nicht nachvollziehen, warum die Personalkosten im vergangenen Jahr erneut gestiegen sind, obwohl die Landkreisverwaltung über 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die ARGE abgegeben hat?
Gehandelt hat Jutta Krauth bereits. In den Haushalt hat sie zum Beispiel Einnahmen geschrieben, die aus der Beteiligung von Vereinen an Betriebskosten kommen, wenn deren Mitglieder eine kreiseigene Sporthalle nutzen. So kann zum Beispiel das Eigentümerbewusstsein gestärkt werden. Kein Verein muß deshalb sein Training in einer Sporthalle aufgeben, prophezeit Jutta Krauth. Die 40.000 Euro, die da eingenommen werden sollen, sind angesichts der fehlenden Millionen zwar die bekannten Peanuts, doch auch im Finanzwesen gilt der Spruch vom Kleinvieh, das auch Mist macht.
