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Nicht ganz ungefährlich

Samstag, 14. Januar 2006, 11:35 Uhr
Nordhausen (nnz). Immer wieder werden im Internet so genannte Nahrungsergänzungsmittel angeboten, die Ginkgo enthalten. Davor warnen nun die Thüringer Apotheker. Weitere Einzelheiten in Ihrer nnz.


„Diese Produkte sind keine Alternative zu Ginkgo-Arzneimitteln aus der Apotheke, sondern können krank machen”, warnt Danny Neidel, Geschäftsführer der Landesapothekerkammer Thüringen. Der Apotheker beruft sich auf Untersuchungen von Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz vom Zentrallaboratorium (ZL) Deutscher Apotheker. Es ist medizinisch erwiesen, dass bestimmte Inhaltsstoffe der Blätter des Ginkgobaums positiv auf Nervenzellen, Hirnleistung und bei Durchblutungsstörungen wirken.

Aber Ginkgoblätter beinhalten auch Allergien auslösende Substanzen. „Deshalb gibt es in Deutschland strenge Regeln für die Herstellung und Qualitätskontrolle von Ginkgo-Arzneimitteln”, erklärt Prof. Schubert-Zsilavecz. Zugelassene Ginkgo-Arzneimittel enthalten einen Trockenextrakt aus Ginkgoblättern, bei dem die medizinisch wirksamen Inhaltsstoffe angereichert und die unerwünschten Substanzen weitestgehend entfernt wurden. „Qualitativ hochwertige und wissenschaftlich untersuchte Ginkgo-Präparate sind nur in der Apotheke erhältlich”, stellt Danny Neidel klar. „Wer den Werbeversprechen aus dem Internet glaubt, kommt nicht billig weg, sondern geht Risiken ein”, appelliert der Apotheker weiter.

Alle vom Zentrallaboratorium getesteten Internetprodukte enthielten neben Ginkgo-Bestandteilen auch extrem hohe Konzentrationen schädlicher Ginkgosäuren. Ihr Anteil lag laut Prof. Schubert-Zsilavecz um das bis zu 1500fache über dem hierzulande erlaubten Wert. Im Internet werden solche Produkte als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. „Viele Kunden glauben, es handelt sich um eine Alternative zu Ginkgo-Fertigarzneimitteln. Das ist ein Irrtum. Gesundheitsrisiken nach dem Verzehr durch Ginkgosäuren belastete Produkte können nicht ausgeschlossen werden”, so Prof. Schubert-Zsilavecz.
Autor: nnz

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