nnz-online
WBG Südharz beendete im "Aueblick" ein 34 Millionen-Euro-Projekt

Ein Wohnensemble als Wohlfühloase

Freitag, 22. April 2022, 16:50 Uhr
Ein Großprojekt hat die Wohnungsbaugenossenschaft Südharz in Nordhausen-Nord jetzt abgeschlossen und kann zurecht stolz auf das Erreichte sein. Mit viel Sinn und Verstand geplant, entstand ein schmuckes, seniorenfreundliches Areal, das nachgefragte Wohnqualität bietet …

Sabrina Richter, Saskia Thomas, Objektmanagerin Sabine Hardrath, Sven Dörmann, Mario Vopel und Steffen Loup (v.l.n.r.) an den Seniorenfitness-Geräten im Innenhof des Aueblicks (Foto: oas) Sabrina Richter, Saskia Thomas, Objektmanagerin Sabine Hardrath, Sven Dörmann, Mario Vopel und Steffen Loup (v.l.n.r.) an den Seniorenfitness-Geräten im Innenhof des Aueblicks (Foto: oas)


Es war im Jahr 2008 - die erste Wahlperiode der Kanzlerin Angela Merkel war in vollem Gange und die Stadt Nordhause wurde noch von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke regiert - als die regionale Wohnungsbaugenossenschaft ihr ambitioniertes Projekt mit dem Umbau des Standortes Nordhausen-Nord zu einem Wohnensemble begann, das speziell auf die Bedürfnisse und Erwartungen von Seniorinnen und Senioren ausgerichtet werden sollte.

„Wir haben als Vorstand auf die Tatsache reagiert, dass jedes dritte Mitglied unserer Genossenschaft über 70 Jahre alt ist und viele von ihnen seit mehr als 50 Jahren der Wohnungsbaugenossenschaft treu geblieben sind“, erläuterte WBG-Vorstand Sven Dörmann heute Vormittag bei einem Rundgang durch die Objekte im „Aueblick“, wo die vierzehnjährigen Arbeiten nun ihren Abschluss fanden. Begleitet wurde er auch von der Pflegedienstleiterin Saskia Thomas und Sabrina Richter aus der Verwaltung der nahe gelegenen K+S-Seniorenresidenz, mit denen die WBG seit vielen Jahren erfolgreich zusammenarbeitet.

Hier startete auch das Baugeschehen für den Seniorenkomplex damals mit dem Bau der Residenz, die mit ihren 120 Pflegebetten in der Stolberger Straße 89 seither eine Einrichtung mit äußerst begehrten Plätzen ist. „Diese Investition belief sich seinerzeit auf rund 5,8 Millionen Euro, gefördert durch ein KfW-Darlehen“, berichtete Steffen Loup, der für die Finanzen zuständige zweite Vorstand der Südharzer Genossenschaft.

Eine weitere strategische Überlegung aus der Planungsphase war das infrastrukturell perfekte Umfeld des Areals: Angenehmes Einkaufen in naheliegenden Geschäften, ein Medizinisches Versorgungszentrum, eine Apotheke, die Haltestelle der Straßenbahn quasi “vor der Haustür” und ebenfalls direkt vor der Haustür (auf der anderen Seite) ein grünes Umfeld mit Wandermöglichkeiten in die Natur und Blick auf die Goldene Aue und den Kyffhäuser.

Im nächsten Bauabschnitt wurden nicht nur vorhandene Immobilien umgestaltet, sondern auch neue gebaut. In der benachbarten Dr.-Hasse-Straße entstanden 54 Seniorenwohnungen “An der Zichorienmühle”. Hier wurden weitere 5,3 Millionen Euro eingesetzt und schließlich das gemeinsame Quartiersmanagementkonzept von WBG und der Seniorenresidenz K&S entwickelt. In einem sozialen Miteinander wurden nach und nach den älteren Bewohnerinnen und Bewohnern Betreuungsangebote durch eine Hausdame offeriert, damit ein möglichst langes Wohnen in den eigenen vier Wänden möglich ist. Im Zentrum dieser Aktivitäten steht der Gemeinschaftspavillon ihn der Seniorenresidenz mit seinen zahlreichen Angeboten. Gemeinsame Feiern, Beratungen zu möglichen sozialen Hilfsleistungen oder Tanzcafé-Nachmittage können hier problemlos abgehalten werden.

„Anfänglich waren wir skeptisch, ob unsere Idee des seniorengerechten Wohnens von den Mietern angenommen würde“, erinnerte sich Sven Dörrmann, „doch dann wurden wir mit Anfragen geradezu überhäuft“. Und nicht nur die kleinen, sondern auch größere Wohnungen waren begehrt, so dass auch auf diesen Trend reagiert wurde. Die angewandte Modulbauweise, die in Kooperation mit der Firma HABAU in Heringen umgesetzt wurde, schaffte in Summe 120 neue Wohnungen in nur einem Jahr.

Kombination aus Freizeitgeräten und grünem Ambiente im Innenhof (Foto: oas) Kombination aus Freizeitgeräten und grünem Ambiente im Innenhof (Foto: oas)


Zufrieden verweist auch Mario Vopel, der Projektmanager der WBG Südharz, auf die Integration des Barrierereduzierungsprogramms des Landes Thüringen, das über Fördergelder weitere Möglichkeiten für individuelle Aufzugstechnik eröffnete. Und wer kann schon mit dem Aufzug direkt auf seinen eigenen Balkon fahren? Die anfänglichen Schwierigkeiten seien überwunden, niemand setze sich aus Versehen an die falsche Kaffeetafel, weil er in einem anderen Balkon ausstieg, versicherten die Vorstände. „Das war eine echte Herausforderung für die Aufzugsfirmen, aber letztlich haben wir ein perfektes Resultat“, freute sich dementsprechend auch Mario Vopel.

In den Jahren 2014-2016 wurden insgesamt 144 Wohnungen am Aueblick 1 bis 12 modernisiert; alle seniorenfreundlich und meist barrierefrei. Siebeneinhalb Millionen Euro investierte die WBG in dieser Phase.

Im Jahr darauf folgte wiederum ein Neubauprojekt unter dem Titel “FAMILIENWOHNEN AM BORNTAL“, was weitere 5,2 Millionen Euro kostete. Von den dort in nur acht Monaten Bauzeit entstandenen 30 geräumigen Wohnungen in Modularbauweise wurde ebenfalls ein Drittel für seniorengerechtes Wohnen reserviert.

Schließlich flossen 2019 bis 2020 erneut fast 10 Millionen Euro in den zweiten Bauabschnitt des Projekts „SENIORENWOHNEN AM AUEBLICK“, als der benachbarte Wohnungsbestandes in der Stolberger Straße 91-113 gründlich umstrukturiert und erneuert wurde.

Krönender Abschluss des gesamten Vorhabens des Seniorenwohnens der WBG Südharz in Nordhausen-Nord stellte schließlich die Neugestaltung des Innenhofes „Aueblick“ für fast 200.000 Euro im vergangenen Jahr dar. Auch diese Arbeiten fanden im Zeichen der Corona-Krise mit ihren Lockdowns statt, die gerade in der Baubranche deutlich zu spüren waren. Das umsichtige und zuverlässige Wirken der Bauarbeiter würdigten die beiden WBG-Vorstände deshalb heute noch einmal separat und zollten den Beschäftigten hohen Respekt.

Im Innenhof (siehe auch die Fotos in angehängter Galerie) können die Seniorinnen und Senioren nun im „Auepark” verweilen und sich mit Hochbeeten, Senioren-Fitnessgeräten, Vorgärten, einem „Enkelspielplatz“ und Sitzgelegenheiten in liebevoll begrüntem Ambiente erholen und die hohe Qualität im Innenhof der Wohnanlage genießen.

Blick in den Aueblick-Innenhof  (Foto: oas) Blick in den Aueblick-Innenhof (Foto: oas)


Für die Südharzer Wohnungsbaugenossenschaft endet eine lange Zeit intensiven und strukturierten Bauens bzw. Umbauens, die für die nächsten Generationen im Wohngebiet eine Wohlfühloase ausgebildet hat. Die Gesamtinvestitionen der WBG Südharz in diesem Quartier betrugen in den zurückliegenden 14 Jahren immerhin 34.047.900 Euro.

Wann es ein ähnliches Projekt wieder geben wird, steht derzeit in den Sternen. „Die steigenden Baupreise lassen uns von neuen Bauvorhaben erst einmal Abstand nehmen“, bedauerte Sven Dörrmann und sein Projektmanager Mario Vopel ergänzte, dass es in der Nachkriegsgeschichte noch nie derart exorbitante Preissteigerungen im Bauwesen gegeben habe wie heute. Planungen seien momentan einfach nicht realistisch.

Umso schöner, dass es im „Aueblick“ zu einem guten Ende gekommen ist und auch für die Besucher in den 350 Wohnungen nach all den Bauarbeiten erst einmal Ruhe einziehen wird. Um leerstehende Wohnungen müssen sich die WBG-Verantwortlichen in den nächsten Jahren hier keine Gedanken machen und dank des intensiven Austauschs mit der benachbarten Seniorenresidenz wohl auch nicht um den Mietvertrag für dieses Objekt.
Olaf Schulze
Autor: osch

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de