Nordhäuser Tafel muss Öffnungszeiten ändern
Die Lebensmittel reichen, aber...
Donnerstag, 14. April 2022, 13:29 Uhr
Die Aufgabe der Nordhäuser Tafel war noch nie eine Leichte. In der letzten Zeit ist die Zahl der Bedürftigen aber sprunghaft angestiegen. Ein Problem ist das vor allem wegen fehlendem Personal, denn Lebensmittel gibt es genug…
Ostern steht vor der Tür und Helga Rathenau und ihre Kollegen haben heute die Suppenküche der Nordhäuser Tafel für eine kleines Kuchenbüfett geöffnet. Es ist das erste Mal seit zwei Jahren, dass die Bedürftigen nicht nur an der Essensausgabe willkommen heißt. Mit Beginn der Corona-Pandemie hatte man die Küche schließen müssen, jetzt müssen die Räume verwaist bleiben, weil der Tafel das ehrenamtliche Personal fehlt. Das ist kein leichtes Ehrenamt, das ist uns klar. Wir hatten ein paar Leute, die es versucht haben, aber bisher hat keiner durchgehalten, sagt Helga Rathenau, die Leiterin der Nordhäuser Tafel.
Die Küche mit der jetzigen Kraft auch noch aufzumachen, das kann man nicht stemmen. Nicht in diesen Tagen. Draußen vor der Tür bilden sich lange Schlangen, die Zahl der Bedürftigen hat zugenommen. Allein durch den Ukraine-Krieg sind 65 geflohene Familien auf die Hilfe der Tafel angewiesen, doch das ist nicht alles. Der allgemeine Preisanstieg macht auch der Tafel Sorgen. Zudem seien in den letzten Jahren viele junge Leute über 30 Jahren dazugekommen, während die Älteren eher weg blieben. Eine Entwicklung, die sich schon während der Pandemie abgezeichnet hat. Auch deswegen sähe es Rathenau gerne, wenn sie die Innenräume wieder öffnen könnte. Wir öffnen um zwölf Uhr und haben eigentlich bis um 15 Uhr geöffnet. Inzwischen stehen die Leute aber bis halb sechs auf der Straße, erzählt die Leiterin der Tafel, so lange können die alten Leute nicht da oben am Zaun stehen.
Über einen Mangel an Lebensmitteln kann man sich nicht beklagen, im Gegenteil. Kurz vor dem Osterfest wird es wieder für jeden eine voll gepackte Ostertüte geben, mit allem was das Herz für den festlichen Anlass begehrt. Und auch Abseits der Feiertage sieht man sich gut versorgt. Wir haben eine gutes Netzwerk das wir über Jahre hinweg gepflegt haben und wir sind unendlich dankbar, dass unsere Partner und Spender uns die Treue halten, erklärt die Chefin.
Draußen stauen sich derweil die Menschen und nach einer Weile herrscht auch am Kuchenbüfett Trubel. Es ist, wie immer vor den Festtagen, eine Kraftanstrengung für die ehrenamtlichen Helfer und es ist schwer, sie auch unter der Woche aufrecht zu erhalten. Deswegen hat man sich bei der Tafel dazu entschieden, nach Ostern noch einmal die Öffnungszeiten zu ändern. Statt wie bisher an zwei Tagen ab Mittag zu öffnen, wird man den Publikumsverkehr allein auf den Donnerstag führen, dafür aber bereits zwei Stunden früher beginnen, also von 10 bis 15 Uhr öffnen. Anders gehe es nicht, sagt Rathenau und hofft im Stillen auf engagierte Verstärkung. Die Tafel und ihre Besucher könnten sie in diesen Tagen gut gebrauchen.
Angelo Glashagel
Autor: redOstern steht vor der Tür und Helga Rathenau und ihre Kollegen haben heute die Suppenküche der Nordhäuser Tafel für eine kleines Kuchenbüfett geöffnet. Es ist das erste Mal seit zwei Jahren, dass die Bedürftigen nicht nur an der Essensausgabe willkommen heißt. Mit Beginn der Corona-Pandemie hatte man die Küche schließen müssen, jetzt müssen die Räume verwaist bleiben, weil der Tafel das ehrenamtliche Personal fehlt. Das ist kein leichtes Ehrenamt, das ist uns klar. Wir hatten ein paar Leute, die es versucht haben, aber bisher hat keiner durchgehalten, sagt Helga Rathenau, die Leiterin der Nordhäuser Tafel.
Die Küche mit der jetzigen Kraft auch noch aufzumachen, das kann man nicht stemmen. Nicht in diesen Tagen. Draußen vor der Tür bilden sich lange Schlangen, die Zahl der Bedürftigen hat zugenommen. Allein durch den Ukraine-Krieg sind 65 geflohene Familien auf die Hilfe der Tafel angewiesen, doch das ist nicht alles. Der allgemeine Preisanstieg macht auch der Tafel Sorgen. Zudem seien in den letzten Jahren viele junge Leute über 30 Jahren dazugekommen, während die Älteren eher weg blieben. Eine Entwicklung, die sich schon während der Pandemie abgezeichnet hat. Auch deswegen sähe es Rathenau gerne, wenn sie die Innenräume wieder öffnen könnte. Wir öffnen um zwölf Uhr und haben eigentlich bis um 15 Uhr geöffnet. Inzwischen stehen die Leute aber bis halb sechs auf der Straße, erzählt die Leiterin der Tafel, so lange können die alten Leute nicht da oben am Zaun stehen.
Über einen Mangel an Lebensmitteln kann man sich nicht beklagen, im Gegenteil. Kurz vor dem Osterfest wird es wieder für jeden eine voll gepackte Ostertüte geben, mit allem was das Herz für den festlichen Anlass begehrt. Und auch Abseits der Feiertage sieht man sich gut versorgt. Wir haben eine gutes Netzwerk das wir über Jahre hinweg gepflegt haben und wir sind unendlich dankbar, dass unsere Partner und Spender uns die Treue halten, erklärt die Chefin.
Draußen stauen sich derweil die Menschen und nach einer Weile herrscht auch am Kuchenbüfett Trubel. Es ist, wie immer vor den Festtagen, eine Kraftanstrengung für die ehrenamtlichen Helfer und es ist schwer, sie auch unter der Woche aufrecht zu erhalten. Deswegen hat man sich bei der Tafel dazu entschieden, nach Ostern noch einmal die Öffnungszeiten zu ändern. Statt wie bisher an zwei Tagen ab Mittag zu öffnen, wird man den Publikumsverkehr allein auf den Donnerstag führen, dafür aber bereits zwei Stunden früher beginnen, also von 10 bis 15 Uhr öffnen. Anders gehe es nicht, sagt Rathenau und hofft im Stillen auf engagierte Verstärkung. Die Tafel und ihre Besucher könnten sie in diesen Tagen gut gebrauchen.
Angelo Glashagel

