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Weites Feld der Pleiten

Donnerstag, 22. Dezember 2005, 06:55 Uhr
Nordhausen (nnz). Berichte von Insolvenzen gehören heute schon fast zur journalistsischen Alltagsarbeit. Waren es bisher vor allem Pleiten in der gewerblichen Wirtschaft oder im privaten Bereich, weitet sich dieses Feld inzwischen weiter aus. Dazu der folgende Bericht.


Einen Pleite-Rekord bei den Arztpraxen wird es im Jahr 2005 wegen der Ausgabenbegrenzung im Gesundheitswesen geben. Das berichtet die Zeitung „Die Welt“ vom 20. Dezember. Sie beruft sich dabei auf Recherchen bei Verbänden und dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden. Zwischen Januar und September mussten nach Berechnung der Behörde 93 Haus- und Fachärzte Insolvenz für ihre Praxen anmelden. Für das Gesamtjahr werden bis zu 125 Praxen überschuldet oder zahlungsunfähig sein. Im Vorjahr gab es nach Angaben der Zeitung 86 Pleiten.

„Die Insolvenzen sind nur die Spitze eines Eisbergs“, erklärte dazu der Pressesprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Roland Stahl. Bundesweit seien derzeit rund 30 000 der insgesamt 96 000 Arztpraxen von einer Schließung oder sogar der Insolvenz bedroht. „Da mag die Zahl der Pleiten auf den ersten Blick gering erscheinen. Sie bestätigen aber den Trend, dass immer mehr Ärzte am finanziellen Minimum angekommen sind“, sagte Stahl der Zeitung. Die Lage vieler Arztpraxen sei „sehr ernst“. Im kommenden Jahr würden voraussichtlich noch mehr Praxen schließen müssen.
Autor: nnz

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