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Zeitumstellung

Müde malochen? Uhrendreh belastet mehr Berufstätige

Samstag, 26. März 2022, 08:34 Uhr
Corona-Krise, Termindruck, Überstunden, Schichtarbeit, und jetzt auch noch die Zeitumstellung: Berufstätige haben offenbar immer mehr mit dem Uhrendreh im Frühling zu kämpfen. Wie eine forsa-Umfrage der KKH Kaufmännische zeigt, haben mittlerweile 35 Prozent der Arbeitnehmer im Zuge der Umstellung auf die Sommerzeit Probleme, morgens aufzustehen...



Bei einer ähnlichen Befragung im Jahr 2019 gaben dies hingegen nur 31 Prozent der Beschäftigten an. 2016 waren es mit 23 Prozent noch einmal deutlich weniger.

Mehr Arbeitnehmer als früher sind außerdem in den Tagen nach der Zeitumstellung tagsüber gereizt oder müde. Dies beobachtet mittlerweile jeder vierte Erwerbstätige im Gegensatz zu jedem Fünften im Jahr 2019 und jedem Sechsten im Jahr 2016. Über Einschlafprobleme am Abend klagt darüber hinaus rund ein Fünftel der Befragten mit Job. In früheren Jahren stellte dies nur rund jeder Achte als eine Nebenwirkung der Umstellung auf die Sommerzeit fest.

Stehen Berufstätige bereits unter Stress, kann der Dreh an der Uhr den Biorhythmus umso mehr aus dem Takt bringen. „Die Zeitumstellung fällt vor allem Menschen schwer, die an feste Aufsteh- und Arbeitszeiten gewöhnt sind oder bereits unter Schlafstörungen leiden“, sagt Dr. Sonja Hermeneit. Die KKH-Ärztin rät, die Anpassung an die neue Zeit mit Hilfe von Entspannungstechniken, guter Schlafhygiene und häufigeren Erholungspausen zu beschleunigen – ohne tagsüber zu schlafen. „So pendeln sich innere Uhr und Tagesablauf innerhalb weniger Tage wieder aufeinander ein.“

Die beste Lösung für die überwiegende Mehrheit der Berufstätigen wäre allerdings eine Abschaffung der Zeitumstellung. 78 Prozent der Arbeitnehmer glauben, dass sich dies positiv auf das eigene Schlafverhalten und Wohlbefinden auswirken würde. Eigentlich sollte der Uhrendreh auch schon längst Geschichte sein, doch die Verhandlungen über die entsprechenden EU-Pläne liegen noch auf Eis.
Autor: red

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