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Dr. Klaus Zeh zieht sich aus Stadtrat und Kreistag zurück:

Nordhäuser CDU verabschiedet ein politisches Urgestein

Mittwoch, 09. März 2022, 19:12 Uhr
Nach 33 Jahren aktiver politischer Tätigkeit seit der friedlichen Revolution 1989 auf Landes- und Kommunalebene hat Dr. Klaus Zeh nun auch seinen Rückzug aus Stadtrat und Kreistag erklärt...

Gestern wurde er von den beiden Fraktionsvorsitzenden Steffen Iffland und Renè Fullman feierlich verabschiedet. Dr. Klaus Zeh folgen im Stadtrat Birgit Scholz und im Kreistag Jeanette Goedecke.

v.l. René Fullmann, Dr. Klaus Zeh und Steffen Iffland (Foto: CDU) v.l. René Fullmann, Dr. Klaus Zeh und Steffen Iffland (Foto: CDU)

"Ich gehe mit Wehmut, aber habe diesen Weg frei gewählt", so Dr. Zeh. "Und ich hoffe, ich konnte einiges zum Guten bewirken."

"Rückblickend auf die Amtszeit von Klaus Zeh war die CDU mit ihm immer eine starke Kraft, die die Entwicklung in Stadt und Landkreis Nordhausen seit der Wiedervereinigung Deutschlands maßgeblich geprägt hat. Die Kombination von Landtags- und Stadtratsmandat nutzte er immer sehr effektiv, um die Region im Norden Thüringens voranzubringen", sagte René Fullmann. "Ich habe an Dr. Zeh dessen Erfahrung, Ausgeglichenheit und Beständigkeit geschätzt. Diese habe auch dem Kreisverband gutgetan, dem Dr. Zeh lange Jahre vorgestanden habe.

Steffen Iffland sagte, sowohl hinter als auch vorn auf der politischen Bühne als Mitglied von Stadtrat und Kreistag, als Mitglied des Landtags, als Landesminister und als Nordhäuser Oberbürgermeister habe Dr. Zeh viel Gutes für Nordhausen bewirkt. "Es reicht vom erfolgreichen Einsatz für die Etablierung der damaligen Fachhochschule in Nordhausen über sein Engagement für die Austragung der 2. Thüringer Landesgartenschau in Nordhausen bis hin zu Konsolidierung der Stadtfinanzen. Die Wege dort waren nicht immer leicht. Aber mit Nachhaltigkeit, Beständigkeit und Klugheit hat sie Dr. Zeh beschritten und auch immer zu Ende gebracht", so Iffland.

Dr. Klaus Zeh ist engagierter Katholik. Seit 1988 gestaltete er aktiv die von den Kirchen ausgehende Phase der friedlichen Revolution im Landkreis Nordhausen und in Thüringen mit. Er gehörte zu den Mitbegründern der Partei „Demokratischer Aufbruch - DA“ in Thüringen. Er wurde stellvertretender Vorsitzender und Landesvorsitzender des Demokratischen Aufbruchs in Thüringen. In diesem Zusammenhang setzte er sich u. a. besonders für die Auflösung der Bezirksstrukturen der DDR und die Wiedereinführung der Länder ein. Der Landesverband Thüringen des DA war der erste Landesverband einer Bürgerrechtsbewegung in der DDR, als man überall in der DDR noch in Bezirksstrukturen dachte. Als nach den ersten freien Wahlen der DA deutlich unter die 5%-Hürde sank, auch wegen der Stasizugehörigkeit des Vorsitzenden Wolfgang Schnur, betrieb Klaus Zeh die Fusion des DA mit der CDU.

Im Oktober 1990 errang er für die CDU das Direktmandat in der Stadt Nordhausen und zog in den Thüringer Landtag ein. Mit dem Zusammenschluss des Demokratischen Aufbruchs mit der CDU rückte er als Stellvertretender Landesvorsitzender in die Parteispitze der Thüringer CDU auf und arbeitete am Reformprozess von der einstigen Blockpartei zur Regierungspartei mit. Als Landesschatzmeister und Landesgeschäftsführer der CDU gehörte er im Landesverband der CDU zur Führungsriege des Landesverbandes.

Von 1992 bis 2014 war er Kreisvorsitzender der CDU Nordhausen und ist nunmehr deren Ehrenvorsitzende.
1990-1994 bekleidete er das Amt des Thüringer Finanzministers, 2003-2008 war er Minister für Soziales, Familie und Gesundheit, 2008-2009 Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Thüringer Staatskanzlei unter Ministerpräsident Dieter Althaus. 2009 – 2012 stand er als Stellvertreter in der Führungsriege der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag.

2012 wechselte er, nachdem er schon Mitglied im Stadtrat und dessen Vorsitzender war, vollständig in die Kommunalpolitik und war Oberbürgermeister der Stadt Nordhausen bis 2017.

Dr. Klaus Zeh, den die Familienplanung von Leipzig nach Nordhausen gebracht hatte, lag seine neue Heimatstadt Nordhausen stets am Herzen. Er nutzte die Synergien seiner politischen Mandate, um Stadt und Landkreis Nordhausen voranzubringen. So tragen unter anderem die Fachhochschule Nordhausen, die Polizeidirektion für den Bereich Nordthüringen oder die Landesgartenschau, die im Jahr 2004 am Nordhäuser Petersberg stattfand, auch seine Handschrift.

Dr. Zeh sieht für sich persönlich die Zeit gekommen, etwas kürzer zu treten und einen Generationswechsel in der CDU des Kreises zu forcieren.
Die CDU Fraktionsvorsitzenden von Kreistag und Stadtrat Nordhausen, René Fullmann und Steffen Iffland danken Dr. Klaus Zeh für sein langjähriges Wirken, welches sichtbare Spuren hinterlassen hat.

Er wird aber auch in Zukunft nicht tatenlos sein. Dr. Zeh engagiert sich weiter aktiv in der Domgemeinde Nordhausen, als Präsident des Deutschen
Familienverbandes, dem er seit 2011 vorsteht, sowie als Vorsitzender des Kinder- und Jugendchor Nordhausen. Er leistet im Ehrenamt einen maßgeblichen Beitrag für unsere Gesellschaft.

Autor: red

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