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Mit Gewalt aufgelöst

Sonntag, 11. Dezember 2005, 15:55 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Nordthüringer Polizei hat in der Nacht zu heute in Sondershausen eine Veranstaltung der rechten Szene aufgelöst. Dabei mussten die Beamten auch Gewalt einsetzen.


In Sondershausen hat die Polizei in der Nacht zum Sonntag eine Veranstaltung der rechten Szene aufgelöst. Die Veranstaltung in einem ehemaligen Getränkestützpunkt in der Innenstadt war als Geburtstagsfeier deklariert worden. Dem widerspricht, dass von den Besuchern Eintritt kassiert wurde. Außerdem konnte von den Besuchern der Veranstaltung niemand namentlich genannt werden, der dort seinen Geburtstag feiern sollte. Die Polizei musste davon ausgehen, dass es sich um eine illegale Veranstaltung handelt. Der Bitte, die Räume besichtigen zu dürfen, um sich ein Bild von der tatsächlichen Situation zu verschaffen und sich vom Veranstaltungsgrund zu überzeugen, wurde vom Veranstalter nicht entsprochen.

Das gesamte Veranstaltungsgelände war vom Veranstalter abgeriegelt worden, am Zufahrtstor waren Posten aufgestellt. Im Gebäude befanden sich etwa 70 Gäste. Aus der Halle, die vollständig abgedunkelt war, drang Musik und lautes Grölen nach draußen. Als die Einsatzkräfte gegen 1.00 Uhr die Halle betreten wollten, war die Tür von innen verbarrikadiert worden. Einer mehrfachen Aufforderung, die Tür zu öffnen, wurde nicht Folge geleistet. Um in das Gebäude zu kommen, musste ein Fenster aufgebrochen werden. Sofort wurden die Polizeibeamten von Veranstaltungsteilnehmern mit Bierflaschen, Bierkisten und Inventar beworfen. Selbst dem Veranstalter war es nicht möglich, die tobenden Massen zu beruhigen. Zu seinem eigenen Schutz musste er in Sicherheit gebracht werden.

Bei der Räumung des Saales wurden 34 Personen im Alter von 16 bis 36 Jahren vorläufig festgenommen. Sie stammen aus Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Nach ihrer Vernehmung und erkennungsdienstlichen Behandlung befinden sich alle inzwischen wieder auf freiem Fuß. Die Polizei ermittelt wegen Verdacht des Landfriedensbruchs und des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Die Tatbeteiligung der einzelnen Verdächtigen muss noch weiter untersucht werden. Bei der Räumung des Gebäudes sind drei Veranstaltungsteilnehmer leicht verletzt worden.
Autor: nnz

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