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Künftig "Polytechnisches Zentrum"?

Freitag, 16. November 2001, 10:39 Uhr
Nordhausen (nnz). Eine langjährige Tradition ist das Arbeitsgespräch drei Landräte Nordthüringens mit den Führungskräften des Arbeitsamtes Nordhausen. Am Dienstag waren der Einladung der Direktorin, Dr. Simone Simon, Peter Hengstermann, Joachim Claus und Dr. Werner Henning (alle CDU) gefolgt. Was das so geplaudert wurde, das erfahren Sie mit einem Klick auf MEHR.


Simone Simon informierte über die Entwicklung und die Tendenzen auf dem Arbeitsmarkt. Positiv haben sich dabei in diesem Jahr die Aktivitäten der Mitarbeiter des Arbeitsamtes auf dem ersten Arbeitsmarkt ausgewirkt. Für aktive Instrumente zur Beschäftigung wurden mehr finanzielle Mittel ausgegeben als im Vorjahr. Seit Jahresanfang konnten über 1.600 Vermittlungen mehr als im Vorjahr auf dem ersten Arbeitsmarkt gefördert werden. Im kommenden Jahr wird die Geschäftspolitik des Arbeitsamtes den Mitteleinsatz für die Arbeitsaufnahme weiter verstärken.

Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer allerdings, dass der zweite Arbeitsmarkt für Nordthüringen weiterhin unerlässlich ist. Besonders Langzeitarbeitslose können in beschäftigungsschaffenden Maßnahmen wieder schneller Anschluss an das Arbeitsleben finden, aber auch für Frauen, Ältere und Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen werden fehlende Arbeitsplätze ausgeglichen.

Die Ergebnisse des Berufsberatungsjahres 2000/2001 wurden in einem weiteren Tagesordnungspunkt diskutiert. Problematisch sehen die Landräte die Abwanderungen junger Leute, andererseits sind alle verantwortlichen Partner auf dem Ausbildungsmarkt interessiert, dass jeder Entlassschüler eine Ausbildung erhält. Dieser Konflikt löst sich erst, wenn die Arbeitskräftenachfrage in der Region spürbar zunimmt. Ein weiteres Problem bei der Ausbildung verstärkt sich von Jahr zu Jahr mehr. Die fehlenden praktischen Fertigkeiten bei den jungen Auszubildenden wirken sich auf die Ausbildungsqualität in den Unternehmen negativ aus. Zur Zeit werden über das Arbeitsamt Schnupperkurse für eine Vielzahl von Berufen bei Bildungsträgern angeboten. Mit diesen praktischen beruflichen Einführungslehrgängen wird aber nur ein kleiner Teil der Schulabgänger erreicht.

Um den Anforderungen der Ausbildungsbetriebe gerecht zu werden, müssen umfassendere Maßnahmen für das Erlernen praxisbezogener technischer und handwerklicher Kenntnisse während der Schulzeit getroffen werden. Die Landräte streben deshalb in der Zukunft mit dem Arbeitsamt an, gemeinsam mit den Schulämtern, den Schulen und Schulträgern ein Projekt "Polytechnisches Zentrum" aufzubauen. In diesen Einrichtungen sollen die Schüler besonders praktische Erfahrungen in handwerklichen Tätigkeiten sammeln und ein technisches Verständnis entwickeln.

Eine konstruktive Diskussion gab es auch in dem Arbeitsgespräch zu den Erwartungen an das Job-Aktiv-Gesetz, das ab 2002 in Kraft treten wird. Durch die Führungskräfte des Arbeitsamtes wurden die organisatorischen und personellen Veränderungen im Arbeitsamt erläutert, die die Vermittlungsoffensive im kommenden Jahr unterstützen sollen. Einig waren sich die Gesprächspartner darüber, das nicht nur die Betonung auf der Förderung der Arbeit liegen kann, vielmehr ist auch mehr Eigeninitiative zur Arbeitsuche und zur flexibleren Arbeitsaufnahme von den Jobsuchenden einzufordern.
Autor: nnz

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